Mit Vollgas in den Konkurrenzkampf
Leichter und raffinierter als der Vorgänger: OTH-Studenten konstruieren Elektro-Rennwagen

Mit diesem Stück können die angehenden Ingenieure bei potenziellen Arbeitgebern schon mal vordüsen. Für den von ihnen konstruierten Rennwagen RS 16 ernteten sie von ihren Professoren viel Lob. Bild sbü
Wirtschaft
Weiherhammer
09.05.2016
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Was Studenten leisten können, wenn sie sich weitgehend selbst organisieren dürfen, zeigt das Rennteam "Running Snail" der OTH Amberg-Weiden. Das Projekt beginnt immer wieder bei Null, am Ende eines halben Jahres steht dann ein Rennwagen, der an europaweiten Wettbewerben teilnehmen wird.

Die Sitzplätze im BHS Innovision- Center reichten bei weitem nicht aus, so groß war das Interesse am neuen Rennwagen, den die Studenten entwickelt haben. Die Besucher mussten sich lange gedulden, bis sie das Fahrzeug bewundern durften, doch umso größer war der Beifall.

Der neue RS 16 ist mit 192 Kilogramm um fast 10 Prozent leichter als sein Vorgänger. "Wir haben das Chassis des RS 15 weiterentwickelt und ihm eine noch bessere aerodynamische Form gegeben", sagte Bastian Fritsch als Mechanikleiter des Projekts. Zum ersten Mal habe der Wagen auch Seitenflügel.

Sein Kollege Michael Drexl, der das Teilteam Elektrik anführte, ergänzte: "230 Meter Kabel haben wir im Auto verlegt." Er bedankte sich auch bei den Sponsoren, ohne die es nicht gehe. Alleine die elektrischen Bauteile kosteten 45 000 Euro. Der Wagen hat 22 Kilometer Reichweite und wird mit einem 7,45 Kilowattstunden-Akku versorgt.

Bis zur letzten Minute


Teamleiter Marcus Metzger moderierte den Galaabend zur Präsentation und berichtete über die Entstehungsgeschichte des Elektro-Renners. Einen Vorentwurf gab es bereits am Ende des Sommersemesters zu sehen. Mit dem Wintersemester begann die Konstruktionsphase bis es zum Konzeptbeschluss kam.

Die jeweiligen Teams fertigten alle Bauelemente. Ein Zeitraffer-Video demonstrierte den Besuchern, wie aus den Einzelteilen das Ganze entstand. Erst um 3 Uhr in der Nacht zuvor sei alles komplett montiert gewesen. "Just in time" gelte also auch im studentischen Konstruktionsteam, berichteten dessen Sprecher übereinstimmend. Mit der Fertigstellung des Fahrzeugs beginnt die Testphase. Das OTH-Team will in diesem Sommer an vier internationalen Konstruktionswettbewerben der Ingenieursvereinigung SAE teilnehmen. Los geht's Mitte Juli im englischen Silverstone.

Erfahrene Piloten


Dabei geht es weniger um Geschwindigkeiten und Reichweite, sondern um statische und dynamische Einzeldisziplinen, wie Design und Kraftstoffverbrauch. "Wir wollen die guten Platzierungen der vergangenen Jahr zumindest wiederholen", haben sich die Teamleiter vorgenommen. Bis dahin müsse aber noch viel getestet und justiert werden. Hoffnung setzen die Studenten auch auf ihre Rennfahrer Florian Bauer und Philipp Baruth.

Großes Lob erhielt das Racing- Team am Abend von seinen Professoren, etwa Armin Wolfram. "Es war zu spüren mit wie viel Herzblut hier gearbeitet wurde." Ähnlich äußerten sich OTH-Vizepräsident Ulrich Müller und Horst Rönnebeck.
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