Felsenkeller in der Weidener Straße
Vom Lagerraum zum Zufluchtsort

Wolfgang Geitner zeigte den interessierten Besuchern des Felsenkellers die besonderen Details. In einer Broschüre hatte er zusammen mit Leo Berberich auch die wichtigsten Details zur Neugestaltung der Weidener Straße, zu den Felsenkellern und zum Franzosengraben zusammengestellt. Bild: wee
Freizeit
Wernberg-Köblitz
24.05.2016
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Wolfgang Geitner zeigte den interessierten Besuchern des Felsenkellers die besonderen Details. In einer Broschüre hatte er zusammen mit Leo Berberich auch die wichtigsten Details zur Neugestaltung der Weidener Straße, zu den Felsenkellern und zum Franzosengraben zusammengestellt. Bild: wee

Zum "Tag der Städtebauförderung" informierte die Marktgemeinde über die abgeschlossene Neugestaltung der "Weidener Straße". Geöffnet war auch einer der drei Felsenkeller. Ursprünglich als kühler Lagerraum gedacht, erfüllten sie später noch einen weiteren wichtigen Zweck.

Seit April 2014 wurde die Weidener Straße umgestaltet - ein Projekt, das im Zuge der Städtebauförderung eine Neugestaltung und Aufwertung erfuhr. Jetzt wurde diese Maßnahme nun abgeschlossen, die insgesamt 2,07 Millionen Euro umfasst. 690 000 Euro wurden dabei über Städtebau-Fördermittel finanziert, 70 000 Euro übernahm das Straßenbauamt, 110 000 Euro betrugen die Anliegerbeiträge, und auf 880 000 Euro beläuft sich der gemeindliche Anteil. Für den Bau der Kanalleitungen wurden 240 000 Euro und für den Wasserleitungsbau 80 000 Euro aufgewendet. Neu gestaltet sind außerdem die Gehwege und der Eingangsbereich zum Friedhof Wernberg. Gegenüber des Friedhofes wurde der Parkplatz neu angelegt und die Parkflächen, die an den Friedhof angrenzen, ausgebaut.

Im Zuge dieser Städtebau-Fördermaßnahmen in der Weidener Straße hat die Marktgemeinde auch einen der drei Felsenkeller dort saniert. Diese Maßnahme wurde bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen. Kreisheimatpfleger Leo Berberich und Wolfgang Geitner, Mitarbeiter im Bauamt der Marktgemeinde, öffneten den Keller zum "Tag der Städtebauförderung" für Besucher und informierten über die Instandsetzung. Wolfgang Geitner erzählte, dass der Keller in einem recht guten Zustand gewesen sei. Man habe die äußere Fassade und den Eingangsbereich saniert. Im Inneren musste seinen Ausführungen zufolge lediglich der Boden etwas begradigt werden, das Gefälle in Teilbereichen nachgearbeitet und eine Entwässerung für das Tropfwasser geschaffen werden.

Infos zur Geschichte


Orts- und Kreisheimatpfleger Leo Berberich hatte im Eingangsbereich eine Ausstellung vorbereitet, die auf die Geschichte der Felsenkeller einging. Ihr genaues Alter könne nicht mit Sicherheit bestimmt werden, aber man nimmt an, dass sie Ende des 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sind. Die damaligen Besitzer waren Mitglieder der im Jahr 1793 in Wernberg gegründeten "bierbrauenden Gesellschaft", was auch auf den früheren Hauptzweck der Keller schließen lässt: die Lagerung von Bier und Eis für die Sommermonate. Zum Ende des zweiten Weltkriegs wurden die Felsenkeller zum Zufluchtsort. Dort befanden sich sogar Notküchen und auch Schlafstellen. Im hinteren Teil des Felsenkellers zeigte Wolfgang Geitner interessante Details auf, wie beispielsweise den zehn Meter hohen Lüftungsschacht oder die dunklen Flecken, bei denen es sich um Spuren einer Feuerstelle handeln könnte.

Drei FelsenkellerInsgesamt gibt es in der Weidener Straße noch drei Felsenkeller. Zwei befinden sich in Privatbesitz, der dritte gehört der Marktgemeinde. Der erste Keller (von der Ortsmitte Wernberg kommend) hat eine Länge von rund 27,5 Metern und eine Fläche von etwas über 64 Quadratmetern. Der zweite Keller reicht rund 34 Meter tief in den Berg hinein und hat eine Fläche von fast 75 Quadratmetern. Der dritte Keller, der sich im Besitz der Marktgemeinde befindet, ist der größte. Sein Hauptarm reicht etwa 27 Meter tief in den Berg hinein und ein weiterer Seitenarm ist noch einmal 11 Meter lang, so dass dieser Keller eine Gesamtfläche von rund 88 Quadratmetern hat. (wee)
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