„Con Brio“ begeistert mit Musik von Haydn und Beethoven
Meisterwerke auf der Burg

Mit Streichquartetten von Haydn, Beethoven und Borodin gestalteten Gerda Machmoor-Geer, Heidi Braun, Peter Donhauser und Franz Rauch (von links) als Ensemble "Con Brio" einen Klassikabend im Fürstensaal der Burg Wernberg. Bild: Dobler
Kultur
Wernberg-Köblitz
10.03.2016
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Im voll besetzten Fürstensaal der Burg Wernberg bot das Ensemble "Con Brio" dem Publikum einen faszinierenden Musikabend mit Meisterwerken der Streichquartett-Literatur. Das Ensemble mit Gerda Machmoor-Geer und Heidi Braun (Violinen), Franz Rauch (Viola) sowie Peter Donhauser (Violoncello) spielt in der aktuellen Besetzung seit 2002 zusammen.

Das G-Dur-Quartett von Joseph Haydn op. 33/5 begann kraftvoll. Die Interpretation streifte Molltonarten, ein überraschender Trugschluss leitet die Coda ein. Das Gesangsthema des zweiten, langsamen Satzes in Moll ist charakterisiert durch ausdrucksvolle Intervallsprünge zu Beginn und eine abschließende Seufzerkette. Das folgende Scherzo im Dreiviertel-Takt bestach durch die strahlenden Dur-Akkorde der Begleitung.

Dem schwermütigen ersten Thema stellt Beethoven im Quartett op. 18/4 ein liebliches Dur-Thema gegenüber, das von Heidi Braun an der zweiten Violine ausdrucksvoll vorgestellt wurde. Die Verschmelzung des klassischen Stils mit der barocken Technik der Fuge gelingt Beethoven im Scherzo. Die Musiker verdeutlichten Beethovens berühmtes Zitat vom "Gespräch unter vernünftigen Leuten", mit dem er den Anspruch seiner Quartettmusik ausdrückte. Das Finale steigert das mit leichtem Bogen von Gerda Machmoor-Geer gespielte Rondothema in schnellen Achteln zum Schluss des Satzes in einer effektvollen Schlusssteigerung, Prestissimo überschrieben.

Eine neue Welt eröffnete das Streichquartett D-Dur von Alexander Borodin. Der erste Satz zeichnet sich durch das melodische Strömen der Themen aus. Peter Donhauser stellte das erste Thema in der hohen Tenorlage des Cellos feinsinnig vor, Gerda Machmoor-Geer führte es mit warmem, vollen Violinklang weiter. Sein musikantischer Schwung erinnert an Robert Schumann. Das zweite, belebtere, nach Moll tendierende Thema beeindruckte durch seine Anmut und seinen an Grieg und Dvorak gemahnenden Volkston. Franz Rauch auf der Bratsche erinnerte an den langsamen Satz von Dvoraks 9. Symphonie. Das Scherzo, ein tänzerisches Perpetuum Mobile, mündet immer wieder in eine lange Walzerpassage und löst sich nach grandiosem Schlusshöhepunkt in leichten Pizzicato-Klängen auf. Das Notturno ist berühmt geworden wegen der Schönheit und Poesie des Hauptthemas. Auf dem Höhepunkt des Satzes erklingt es schwelgerisch als Kanon zwischen der ersten Geige und dem Cello - ein ergreifendes Liebesduett, von Gerda Machmoor-Geer und Peter Donhauser innigst dargeboten.

Der Finalsatz mit den langen Staccato-Passagen im Hauptthema und dem weit ausholenden seufzerartigen Seitenthema verlangte den Musikern noch einmal ein Höchstmaß Gestaltungsvermögen ab.
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