Sabine Kreiner und Reiner Wild im „B 14“
Hintergründige Märchen mit Musik

Sabine Kreiner und Reiner Wild umrahmten gleichnishafte Märchen mit tiefschürfender Musik. Bild: tie
Kultur
Wernberg-Köblitz
15.02.2016
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Egal, ob ein paar hintere Sitzreihen nicht voll besetzt waren, die Stimmung im Musik-Café "B 14" war gediegen, als die beiden Künstler des Abends ihr Programm starteten. Sabine Kreiner erzählte in ihrer sehr individuellen Art Märchen. Dazu sang sie noch zusammen mit Reiner Wild, der außerdem auf seiner Gitarre passende Rock- und Folkmusik vortrug.

Einleitend boten beide Musiker "One less set of Footsteps" von Jim Croce dar. Dann deutete Sabine Kreiner Freude und Schmerz als Hauptthema in Geschichten. Dabei steigert eine märchenhafte Darstellung die Intensität der Wirkung, denn jeder Vorfall erhält allgemein bildhafte Wirkung. Reiner Wild gestaltete dazu "The man in me" von Bob Dylan.

Erschaffung der Frau


In dem Resumee "Die Erschaffung der Frau" stellte Sabine Kreiner dann fest, dass es für den Mann nicht möglich sei, mit und ohne Frau zu leben. Nur Frauen denken, sie könnten sowohl ohne wie auch mit Mann leben. Die Frauen im Publikum beklatschten diese Aussage. Die Männer hielten sich höflich zurück. Als schwermütige Ballade sang der Gitarrist "You don't love me anymore" von Lynn Miles, wobei er sich selbst begleitete. Es folgte die komplizierte estnische Geschichte "Wie die Milchstraße an den Himmel kam". "Young Westley" von Mary McCaslin sangen daraufhin beide Künstler.

Sehnsuchtsvolles Duett


Nun ein Schönwerth-Märchen von Riesinnen, Sternschnuppen, Sonne und Mond mit der Quintessenz, dass die Menschen lieber dem Mondlicht ihren Kummer erzählen als der hellen Sonne. Dazu trug Reiner Wilds Song "Nothing I can do" seinen Teil dazu bei. Auch "Die weiße Seerose" vermittelte über das Zusammentreffen eines Sternenmädchens mit einem Indianerjungen Schwierigkeiten des gegenseitigen Verständnisses. Dementsprechend sehnsuchtsvoll verlief das A-cappella-Duett "My My My" von Berkley Hart.

Nach der Pause spielten beide "You ain't going nowhere" von Bob Dylan auf zwei Gitarren und sangen dazu. Leider gab Sabine Kreiner keinen weiteren Einblick in ihre Gitarrenkunst. Das asiatische Märchen "Das Kästchen" beschäftigt sich damit, Treuebrüche mit Hilfe von Reiskörnern aufzudecken. Von gleichem Tiefsinn war der Song "Tomorrow's gonna be a brighter day" von Jim Croce. Das orientalische Märchen "Das junge Mädchen und der junge Mann im Spiegel" befasste sich mit Wirklichkeit und dem Wunschdenken, das man beim Blick in einen Spiegel empfindet. Einen elegischen Song "Barbed Wire" gestaltete Reiner Wild.

Ein Eskimomärchen schloss sich an. "Das Seehundfell" bezieht das Eismeer und Schneelandschaften in eine Liebe mit ein. "Angel from Montgomery" von John Prine gaben beide Künstler deshalb als Wunschlied ihren Zuhörern mit. Die italienische Geschichte "Die drei Alten" befasst sich mit den Möglichkeiten, Altersunterschiede gedanklich zu verkleinern. Zwei Lieder, "Will you still love me tomorrow" und "Thunder Road" beschlossen im Duett-Gesang das Programm. Die zweite Zugabe "Be my baby" ermöglichte dem Publikum, den Refrain mitzusingen, was es bester Laune gerne tat ..
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