Zwei Chöre, Orchester und Solisten in St. Josef
Gemeinsam zur Höchstform

Stets mit vollem Einsatz: Dirigent und Leiter Helmut Burkhardt.
Kultur
Wernberg-Köblitz
19.01.2016
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Chöre, Orchester und Solisten hatten lange geprobt und gaben nun ihr Bestes: Das Gemeinschaftskonzert in der Kirche St. Josef beeindruckte in seinem homogenen Zusammenspiel.

Auch nach Weihnachten und Jahreswechsel ist das Interesse an andächtiger Musik groß. Jedenfalls war die Kirche St. Josef voller Besucher, die gespannt auf das warteten, was engagierte Sänger und Musiker auf Einladung des Kulturforums präsentierten. Zunächst ertönten markante Musikstücke von zwei berühmten Komponisten des Barockzeitalters. Daraufhin folgte eine Messe, die ihre eigenen kompositorischen Wege beschritten hat.

Die Darbietungen eröffnete der Chor Nr. 3 "And the Glory oft he Lord" aus dem Oratorium "Der Messias" von Georg Friedrich Händel. Das Kammerorchester im Stiftland bot solide die instrumentale Grundlage, der Kammerchor der Kreismusikschule Tirschenreuth und der Kirchenchor St. Anna Wernberg verkündeten mit Freude - die ihnen anzuhören war - die Botschaft "Denn die Herrlichkeit Gottes des Herrn wird offenbaret".

Voller Schwung


Jakob Schröder spielte aufmerksam den Orgelpart, Helmut Burkhardt leitete schwungvoll und genau. Genauso engagiert wurden auch zwei Sätze aus dem "Weihnachts-Oratorium" BWV 248 von Johann Sebastian Bach vorgetragen: "Schaut hin dort liegt im finstern Stall" und "Ich steh an deiner Krippen hier". Hierbei dirigierte Burkhardt von der Orgel aus. Zwischen den Gesängen spielte Burkhardt das Choralvorspiel über "Vom Himmel hoch da komm ich her" aus dem "Orgelbüchlein" BWV 606. Den Choral sangen dann die Chöre.

Überzeugte schon die Qualität dieser Darbietungen, so muss man es als enorme Leistung anerkennen, das in der Region wenig bekannte Werk eines tschechischen Komponisten so genau einzustudieren und überzeugend vorzutragen. Die im Nachbarland populäre "Missa pastoralis bohemica" von Jakub Jan Ryba (1765 bis 1815) stellt die Abschnitte einer Messe aus Sicht von Hirten dar, weshalb sie den Untertitel "Böhmische Hirtenmesse" trägt. Die Hirten sind es, die im "Kyrie" und im "Gloria" die Geburt Christi erwarten, sich im "Graduale" und im "Credo" nach Bethlehem begeben wollen, dort im "Offertorium" das Christkind begrüßen. Im "Sanctus" loben sie Gott, im "Benedictus" den Heiland und im "Agnus Dei" verabschieden sie sich wieder. Die "Communio" bildet den großartigen Ausklang in Hoffnung auf Erlösung.

Großer Schlussapplaus


Diese verschiedenen Ereignisse musikalisch umzusetzen und den Zuhörern nahezubringen, gelang dem instrumentalen Ensemble - neben den Streichern eine Flöte, zwei Klarinetten, zwei Hörner und Pauke - ebenso gut wie den Chören, die großartig den gemeinsamen Gesang pflegten. In Duetten brillierten Simone Hahn (Sopran) und Katharina Pötzl (Alt) oder Bernhard Müller (Tenor) und Wolfgang Braun (Bass). Jakob Schröters bewährtes Orgelspiel erfreute ebenso wie der volle Einsatz des Dirigenten Helmut Burkhardt. Der riesige Schlussbeifall galt den Musikern und Sängern, die Höchstleistungen geboten hatten.
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