Auf dem Wasserwerk grünt es

Schön sieht das neue Wasserwerk bereits aus. Die Marktgemeinde erlebte aber so manche Überraschung, als vorerst letzte einen stellenweise derart maroden Unterbau, dass kein Estrich verlegt werden kann. Bild: Völkl
Lokales
Wernberg-Köblitz
21.08.2015
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Was bei Sanierungen häufig der Fall ist, bleibt auch der Marktgemeinde beim Wasserwerk Kettnitzmühle nicht erspart - unliebsame Überraschungen.

(eld) Das Flachdach auf dem Zwischenbau in Kettnitzmühle wird mit Folie eingedeckt und später begrünt. Netto veranschlagt die Firma S+F aus Sulzbach-Rosenberg 2534 Euro, das sind gut 6200 Euro weniger als ein Eindecken mit Edelstahlblech kosten würde. Hans Zitzler (Freie Wähler) meldete im Bauausschuss zwar Bedenken an, ob eine Folie genauso stabil sei wie Blech, stimmte aber wie alle weiteren Ausschussmitglieder zu.

Zu den "vielen, vielen Überraschungen" wie sich Bürgermeister Georg Butz in der Ausschusssitzung im Rathaus ausdrückte, zählt im Wasserwerk der desolate Untergrund im Unter- und Erdgeschoss des Zwischenbaus. Dieser muss jetzt entsprechend vorbereitet werden, um überhaupt den Estrich auftragen zu können. Die Firma Gietl aus Rötz verlangt dafür netto knapp 5000 Euro. Helmut Ries (Saltendorfer Wählergemeinschaft) fragte nach, ob der schlechte Untergrund mit verrosteten Eisenmatten nur den Altbau betreffe, was Butz bejahte.

Schließanlage

Das neue Wasserwerk in Kettnitzmühle bekommt eine "einfache Schließanlage". Die Vorteile zählte Stefan Ott vom Bauamt auf: "Das System lässt sich ohne größere Kosten ausbauen. Es werden zunächst nur so viele Schlüssel bestellt, wie gebraucht werden." Ausgetauscht werden müssen etwa 70 Schlösser. Die Firma Weidner verlangt für die Hauptschlüsselanlage der gesamten Wasserversorgung rund 7800 Euro netto und gewährt bei der Erstbestellung 25 Prozent Rabatt. Diese Angebot schlug der Ausschuss nicht aus.

Eigentlich sollte der Bauausschuss auch einen Leichtflüssigkeitsabscheider für den Bauhof in Auftrag geben. Bei genauerem Hinsehen wurden jedoch weitere Mängel festgestellt. "Es sind zusätzliche Nachforschungen und Reparaturen nötig, da macht es keinen Sinn einen Ölabscheider zu kaufen", erklärte der Bürgermeister. Der Kinderhort und der Kindergarten St. Josef erhalten Gewerbespülmaschinen. Die Investition kostet etwa 5200 Euro netto. Die Haushaltsgeschirrspüler, weniger leistungsfähig als Gewerbemaschinen, seien defekt. Das Geschirr werde nun mit der Hand gespült. Das kann keine Dauerlösung sein, entschied das Gremium.

Stall wird zum Lager

Bescheiden, so Butz, nähmen sich die Bauanträge aus. Eine Schleppgaube auf dem Grundstück Gärtnerweg 8 fand Gefallen. Eine Bauvoranfrage für ein Einfamilienhaus in Kettnitzmühle 9 wurde ebenso von der Verwaltung an das Landratsamt weitergeleitet wie eine Terrassenüberdachung auf dem Anwesen Feistelbergstraße 1a, der Bau einer Doppel-Garage am Neurißweg 1 und eine Nutzungsänderung eines Schweinestalls sowie zweier Scheunen an der Neunaigner Straße. Wohnmobile, Brennstoffe, Metall, Autos ohne Batterien werden unter anderem dort gelagert. Freigestellt wurde der Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage an der Beringerstraße.

Der Bürgermeister informierte, dass alle Verträge mit Architekten ausgelaufen seien und der Markt frei sei. Die Dorfgemeinschaft ist bei der Sanierung der Kapelle in Oberndorf auf 2500 Euro ohne Eigenleistungen gekommen. "Wir bleiben bei unserem Beschluss," sagte Butz. Der Markt zahlt pauschal 1000 Euro. Ries beklagte, dass beim Glascontainer in Saltendorf oft Müll abgestellt werde. Der Baum auf dem dortigen Friedhof bleibt. Wie Butz auf Nachfrage von Ries antwortete, hätten dies die Bürger in einer Ortsversammlung mit deutlicher Mehrheit entschieden.
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