Bernhard Suttner beleuchtet beim KAB-Sachausschuss Konflikte zwischen Jung und Alt
Alle Generationen an einen Tisch

Lokales
Wernberg-Köblitz
02.12.2014
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Leben sich die Generationen auseinander? Mit dieser Frage beschäftigte sich der KAB-Sachausschusses Familien-Leben des Diözesanverbandes im Musikcafé B 14 in Wernberg-Köblitz. Diözesansekretärin Christa Mösbauer aus Wernberg und Ausschuss-Vorsitzende Christine Sollfrank aus Kulmain hatten dazu Bernhard Suttner aus Windberg als Referenten eingeladen.

Aufgeteilt in Altersgruppen, sollten die Teilnehmer zunächst jeweils zwei für sie wichtige Probleme oder Fragen besprechen. Die Gruppe der 20-Jährigen beschäftigte sich mir den Schlagwörtern Flexibilität, häufiger Arbeitsplatzwechsel und Medienabhängigkeit. Wie finde ich meinen Platz in der Gesellschaft? und Familienplanung waren Themen der 30- Jährigen. Die Gruppe der 40-jährigen ging hauptsächlich auf die unterschiedlichen Prognosen der Rentenentwicklung ein.

Die 60-Jährigen monierten, dass sie eigentlich noch leistungsfähig wären, jedoch schon in die Ecke der Rentenbezieher gedrängt würden. Für den Block der 80-Jährigen wäre es das Schlimmste, den Jungen "zur Last zu fallen". An diese Erkenntnisse knüpfte der Referent mit seinen Ausführungen an. Wegen der Pubertät berge das Zusammenleben der 40-Jährigen mit 12- bis 25-Jährigen das größte Problempotenzial. Die Pubertät verglich Suttner mit einem Hausumbau. Hier stehe für eine längere Zeit nichts mehr an seinem Platz. Kindheit und Jugend müssten zu einem Abschluss kommen. Erst wenn die "Umbaustelle" im jugendlichen Gehirn abgeschlossen sei, sei der Mensch erwachsen und dürfe von den Eltern noch geliebt, aber nicht mehr erzogen werden.

Kein Anspruch auf Rente

Die Gruppe der 40- bis 60-Jährigen beschäftigte die Frage der Rente. Fakt sei, so der Referent, dass sich der sogenannte Lebensbaum schon seit Beginn der 1970er Jahre von einer Fichte zur Buche umgestaltet. Klar sei: Wer heute Rentenbeiträge zahlt, habe keinen Anspruch darauf, diese auch ausgezahlt zu bekommen.

Gegenwärtige Beitragszahler müssen darauf vertrauen, dass nachfolgende Generationen genug Geld in die Rentenkasse einzahlen. Aus dieser Problematik könne ein großer Konflikt entstehen. Man habe den Eindruck, dass sich die Politik vor einer großen Reform drücken wolle. Das Rentenmodell der Katholischen Verbände bringe sich zum Beispiel mit ihren Forderungen zur Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung in die politische Diskussion ein.

In allen alten Kulturen waren die alten Menschen laut Suttner die Träger des Wissens, das sie an die Jungen weitergaben. Deshalb waren sie hochgeachtet. Dies sei inzwischen nicht mehr der Fall. Die heutige Gesellschaft mit einer derart hohen Lebenserwartung werfe viele politische Fragen auf, beispielsweise die der Gestaltung des Gesundheitssystems. Für die menschenwürdige Versorgung der Bevölkerung in der letzten Lebensphase sollten viel mehr Mittel bereitgestellt werden. Die Politiker müssten immer wieder auf diesen Missstand hingewiesen werden.

Unrealistisch sei der Satz: "Ich möchte niemanden zur Last fallen." Eines Tages würden wir alle irgendjemandem zur Last fallen, meinte Suttner. Die junge und alte Generation sollten offene Gespräche führen und schriftliche Abmachungen verfassen. Durch eine Betreuungsverfügung, Betreuungsvollmacht und einer Patientenverfügung werde die junge Generation entlastet. Die Älteren sollten sich vor dem Satz "Steckt mich ja niemals in ein Heim" hüten, denn er sei ein unmenschlicher Satz, der die nachfolgende Generation in Gewissensnöte stürzen könne.
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