Bestens gelaunter Jazz

Lokales
Wernberg-Köblitz
02.11.2015
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Zwei Frauen und drei Männer bilden die musikalische Formation "Yellow Cab". Sie gestalteten im "B 14" einen genussvollen Abend.

Den Begriff des "Gelben Taxis" sollte man nicht zu ernst nehmen. Der Abend war insgesamt sehr farbig. Plätze für weitere Zuhörer gab es im "Musikcafe B 14" keine mehr, als die Band "Yellow Cab" ihr Programm startete. Zwei Sängerinnen, Anne Schnell und Steffi Denk, ließen ihre kräftigen Stimmen gemäß musikalischer Anforderung ertönen. Zwei Männer, Matthias Klimmer und Florian Kopp, spielten Melodie - sechssaitige Gitarre oder Begleitgitarre. Ludwig Beck gab mit der viersaitigen Bassgitarre das nötige tonliche Fundament hinzu.

Das nette "good morning", mit dem Anne Schnell ihr Publikum begrüßte, passte nicht ganz zur Abendzeit, aber solche und ähnliche Missverständnisse gab es in Fülle und sie wurden von der Anne so gekonnt vorgetragen, dass die Anwesenden aus dem Lachen und Beifall klatschen kaum wieder heraus kamen. Die ernsthaft geäußerten Statements zwischen den einzelnen Musiktiteln waren ein ebenbürtiger zweiter Bestandteil des Abends.

Einfälle über Einfälle

Die Künstler schafften es tadellos, mit ihren Einfällen Vorfreude auf das nächste Lied zu erzeugen. Der eine Einfall wurde vom nächsten übertrumpft und wer nicht da war, kann sich gar nicht vorstellen, wie viele unerwartete Ideen zum Lachen die Musiker, wenn sie gerade nicht spielten, auf Lager hatten. Hatte man gerade halbwegs seine Lachmuskeln wieder unter Kontrolle - schon wurden sie erneut und vielleicht noch intensiver beansprucht. "Hole Hearted" sangen die beiden Frauen als erstes, begleitet von drei Gitarren, die manchmal mitsangen, vor allem aber den klangvollen Stimmen zündende Rhythmen vermittelten. Es folgte "Man in the mirror", ein Spiegelbild, das vom Publikum heftig beklatscht wurde. Bei "C 'est le bon" verstummten alle möglichen Sängerinnen und ließen die drei Gitarristen am Schluss allein. Dann sprach Anne Schnell lupenreines Sächsisch, begleitet von einer besonderen Lachsalve. "Maybe I'm amazed" klang allerdings auf Englisch in vertrauterer Weise emphatisch.

Das folgende "Ev'ry little thing" widmete der Sänger seiner Garage, ohne näher zu erklären, wie diese die Widmung aufnehmen soll. Jedenfalls zog auch diese Musik in vollem Rhythmus vorüber. Ein Liebeslied folgte. Es wurde extra angesagt, und damit war klar, dass es nicht mehr für die Garage gesungen wird. "Kiss from a Rose" erklang in romantischer Melodieführung und großer Gesangsleistung von Anne Schnell. "Faith" vermittelte ein neues, eben ein vertrauensvolles Klangbild, das die eingesetzte Klarinette (Matthias Klimmer) ermöglichte. "Beat it" war sehr fetzig. Zum Ausgleich blieb "Frankreich" das gesamte Stück über bei diesem Ländernamen und stimmte damit wohl auf die Pause ein.

Danach wurde mit "Yellow paid" des Bandnamens gedacht. Schicksalhaft der österreichische Titel "Wann es soweit is" mit starken Rhythmen. "Manic Monday" wird sogar von einer Triangel mitgeprägt. Warum "Still haven't found" Bauarbeitern gewidmet wird, bleibt ebenso unklar wie die Garagensache.

Dann wieder einmal Anne Schnell, diesmal mit schwäbischem Tonfall. Sie äußerte sich zur "Ähä" (= Ehe) und das folgende "Kribbeln im Bauch" passte mit seinen elegischen Tönen einwandfrei zu ihren philosophischen Überlegungen. Jedenfalls schienen die Zuhörer aus dem Lachen nicht mehr heraus zu kommen.

Das folgende Lied beginnt leise mit "Du, ich sing dir was ins Ohr", behauptet dann aber ganz laut "du bist die Mörderfrau", ist entsprechend aufgewühlt. Auch "Tainted Love" beschreibt die makelhafte Liebe mit sprunghaften musikalischen Stimmungen. Und dann kam schon das Schlussstück: "Easy Lover" ertönte nach Steffi Denks Versprechen "Auf Wiedersehn" und wurde von ihr mit viel Emotion vorgetragen. Nach drei zündenden Zugaben verabschiedeten sich die exzellenten "Yellow Cab" von ihren begeisterten Zuhörern.
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