Bodenständige Töne

Mundartdichter Andreas Ebnet hinterließ auch nachdenkliche Eindrücke. Bilder: ohr (2)
Lokales
Wernberg-Köblitz
13.11.2015
11
0

Das Kulturforum setzte mit seiner Veranstaltung im historischen Stallgewölbe der Kaffee-Rösterei Leo Bäumler einen weiteren Akzent. Das Publikum genoss die Mischung aus Volksmusik und Mundartdichtung.

Der Vorsitzender des Kulturforums Helmut Burkhardt, stellte die Akteure kurz vor: die Geschwister Braun aus dem gleichnamigen Wirtshaus im nahe gelegenen Diebrunn und Mundartdichter Andreas Ebnet aus Schwand bei Schönsee. "Das Quartett Braun lädt zu regelmäßigen, böhmischen Abenden mit Volksmusikanten aus der Oberpfalz in ihr Gasthaus ein und es ist ein wichtiger Bestandteil des Musik- und Kulturlebens in Wernberg-Köblitz geworden", sagte Burkhardt.

In der klassischen Stubenmusikbesetzung mit Hackbrett, Gitarre, Akkordeon und Zither eröffneten die Geschwister Braun mit dem "Martiniländler" den Reigen ihrer gefühlvoll und innig vorgetragenen Darbietungen. Ob Polka, Bayerischer, Walzer oder Zwiefacher - die sensiblen Musiker überzeugten durch ihr Können und mit ihren Spiel berührten sie die Zuhörer.

Andreas Ebnet - auch "Koundl Anderl" genannt, beruflich als Postbote und Landwirt tätig - dichtet Verse über seine oberpfälzische Heimat. Er las sich mit Erzählungen und Gedichten aus seinem Buch "Mei Hoimat, wöis is und wöis woa" durch seine leidenschaftliche Vortragsweise in die Herzen der Besucher. Witzige Beiträge mit überraschendem Ausgang trugen zur Erheiterung und Auflockerung bei. Seine Lobrede auf seine Heimat gipfelte in der Aussage "Nur in der Oberpfalz is schöi'." In weiteren Geschichten erinnerte Ebnet an frühere Berufe sowie an das karge, bäuerliche Leben und schilderte die Beschaulichkeit der Landschaft. Mit dem Beitrag "Vertreibung" spannte er den Bogen zur aktuellen Flüchtlingssituation.

Mit der Polka "Lebenslauf" schlug das Ensemble eine flottere Gangart an und animierte zum Mitsingen. Bei bekannten Melodien, unter anderem "Tief drin im Böhmerwald, da liegt mein Heimatland" oder "I möcht' gern dein Herz klopfen hör'n" sangen die Gäste kräftig mit. Das Publikum dankte allen mit langanhaltendem Applaus und "Bravo"-Rufen. Mit der Dreingabe "Bayrischzell" setzten die Musiker einen passenden Schlusspunkt. "Ein schöner Abend geht zu Ende". Damit traf Burkhardt den Nagel auf den Kopf.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.