Die Lieder leben weiter

Musik unplugged: Klezmer-Klänge in den Gewölben der Kaffee-Rösterei mit dem "Trio Rubato" Wolfgang Gölkel, Ullrich Reuter und Leonidas Kalavrouziotis (von links). Bild: hfz
Lokales
Wernberg-Köblitz
21.05.2015
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Das "Trio Rubato" spielte in der Kaffee-Rösterei Stücke über die Liebe im "Schtetl" - in all ihren Facetten.

Wo früher Kühe ihr Zuhause hatten, riecht es heute nach Kaffee - und klingt es nach Kunst. Leo Bäumler hat in seiner Kaffee-Rösterei einen Ort für Musik geschaffen, die nicht auf Lautsprechertürme und Bühnenshow setzt. Das "Trio Rubato" passt mit seiner Klezmermusik - unplugged - perfekt in das angenehm-kühle Gewölbe mit seiner feinen Akustik. Eingeladen hatte dazu das Kulturforum Wernberg.

Perfekt für den Mai hatten die Musiker mit "Ich hob dich tsufil lib" ein Programm arrangiert, das sich mit dem Thema Liebe in all seinen Facetten beschäftigte. Jiddische Lieder über Sehnsucht, Liebe und Enttäuschung, über Hoffnung, Liebe, Glück, aber auch Eifersucht, Schmerz und Kummer. "Trio Rubato" lässt mit seinen jiddischen Liedern Gefühle wach werden, die die Menschen in jüdischen Lebensräumen bewegt haben.

Das Trio zeichnet dabei ein lebhaftes Bild des Alltags im "Schtetl". Dazu gibt's instrumentale Klezmermusik - mal sanft und melancholisch, mal fröhlich und mitreißend. Die Klarinette erweist sich dabei als wunderbares Instrument, um die Vielfalt menschlicher Emotionen ohne Worte fühlbar zu machen. Das Programm ist auch deshalb so spannend, weil es Teil der jüdischen Kultur vor der Shoah ist. "Viele Musiker und Dichter wurden umgebracht, aber ihre Lieder leben weiter", betont Ullrich Reuter, Sänger und Klarinettist der Gruppe. Begleitet wurden die Stücke über Beamer mit Übersetzungen der Texte aus dem Jiddischen und Schwarzweiß-Fotografien aus den 20er und 30er Jahren, die das Leben in den "Schtetln" illustrieren.
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