Exkursion zu "Altstraßen"

Nur das geübte Auge erkennt in der freien Natur, wo sich Altstraßen befunden haben. Wer mochte, konnte sich diese Kenntnisse bei einer Exkursion aneignen. Bild: hfz
Lokales
Wernberg-Köblitz
05.11.2015
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Mit der Erfassung und Inventarisierung der Altstraßenreste in der mittleren Oberpfalz soll auch zum Schutz und den Erhalt dieser historischen Kulturlandschaftselemente beigetragen werden. Eine Exkursion des Kulturforums Wernberg-Köblitz führte nun vor Ort.

Orts-und Kreisheimatpfleger Leo Berberichtraf sich mit den Interessierten oberhalb Wohlsbach an der Linde. Der Platz war gut geeignet, um in die von dem Arbeitskreis entwickelte Vorgehensweise einzuführen und die Verwendung von entsprechenden Hilfsmitteln, wie Schummerungskarten und GPS-Geräten, zu erläutern. Das stattliche Naturdenkmal "Linde" und das daneben stehende "Fleischmann-Kreuz" waren Beispiele, um auf die Bedeutung und den Sinn markanter Wegbegleiter von Altstraßen hinzuweisen.

Gut erkennbar

Die anschließende Wanderung führte zunächst in die Flur "Nazl". Dort haben sich, aufgrund der Steigung innerhalb des Waldes noch gut erkennbare, Hohlwegbildungen aus der damaligen, möglichst Umwege sparenden Fahrweise des frühen Fuhrwerksverkehrs erhalten. Gut erkennbar sind in diesem Gelände auch die für Altstraßen typischen und in Steigungen mehrfach nebeneinander verlaufenden Fahrspuren. Weiter ging es auf dem markierten Wanderweg in Richtung Rote Marter bis zum Standort der sogenannten "G'hängt'n-Marter". Hier bot sich Gelegenheit, auf die von Heinz Paulus im Jahr 1969 erforschten und dokumentierten Hintergründe zu der Errichtung dieses Flurdenkmals einzugehen. Der folgende Abstieg in den Köblitzgraben stellte zwar erhebliche Anforderungen an die Trittsicherheit der Teilnehmer, bot aber dafür das eindrucksvolle Erlebnis sehr tief eingeschnittener Hohlwege gegen Ende dieses steilen Abstieges. Dort konnte der Zusammenhang, zwischen den durch Bremsschuhe blockierten Wagenrädern verursachten Schleifspuren im Fahrweg, sowie den Auswaschungen des dadurch gelockerten Erdreichs beim nächsten Regenguss, gut nachvollzogen werden.

Gelungene Einlage

Einen weiteren Höhepunkt bildete eine szenische Darstellung von Hermann Meiller vom Kulturforum Wernberg-Köblitz, als er am Ende dieses Geländeabstieges in die Rolle eines Fuhrknechtes schlüpfte. Es gelang ihm mit eindringlichen und einfühlenden Worten das mühsame und gefahrvolle Leben dieser Menschen bei ihrer täglichen Arbeit aufzuzeigen. Der kräftige Applaus war Bestätigung für den Erfolg dieser überraschenden Einlage.

Laich-Hilfe entwickelt

Auf dem weiteren Weg unterhalb des Wildbretsteines und entlang des Köblitzbaches wurde die von Zeno Bäumler errichtete und zusammen mit Markus Kurz beschriebene Biotop-Anlage für die seltene und bedrohte Gelbbauchunke besichtigt. Die als Laich-Hilfen dienenden, eingefärbten Betonwannen hat Zeno Bäumler entwickelt und hergestellt.
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