Gewerbegebiet nicht zweiteilen

Lokales
Wernberg-Köblitz
06.10.2014
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Wenn der Netzbetreiber "TenneT" an der Paralleltrasse festhält, verläuft der neue Ostbayernring mitten durch das Gewerbegebiet. Bürgermeister Georg Butz möchte die Strommasten gern weiter westlich haben.

Noch bevor "TenneT" aus Bayreuth die Informationsveranstaltung in der Hotel-Gaststätte Burkhard eröffnete, suchte "TenneT"-Mitarbeiter Roland Leuchtenberger das Gespräch mit Bürgermeister Butz. Leuchtenbergers Worten nach erläuterte Butz, dass die neue Stromleitung das Gewerbegebiet zweiteilen und die Entwicklung, vor allem der Firma Conrad, hemmen werde. Der Rathauschef favorisiere eine Trasse weiter westlich. "Wir sammeln jetzt nur Anregungen und bewerten sie dann," erklärte Leuchtenberger zum Verfahren. Generell plant "TenneT" den Ostbayernring parallel zur bestehenden Trasse aufzurüsten. Eine neue ist noch nicht festgelegt, ein Ausweichen möglich. Im Oktober werden "TenneT"- Mitarbeiter in einer Marktratsitzung über den Netzausbau informieren.

Ein Trassenuntersuchungsteam wie in Schwandorf wird es in der Marktgemeinde aber nicht geben. "Schwandorf ist noch kniffliger, weil viel, viel mehr Konflikträume da sind", merkte Leuchtenberger an. Das "TenneT"-Angebot nutzten am Donnerstag viele Wernberg-Köblitzer, um sich zu informieren, auch zu diskutieren. Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl und Dritte Bürgermeisterin Heidi Eckl sahen sich die Pläne an, aber kein Problempotenzial für die Stadt Nabburg.

Laut Schmidgadens Bürgermeister Josef Deichl ist im Gemeindegebiet von Schmidgaden die Wohnbebauung nahe an die alte Trasse herangerückt. Eng könnte es unter anderem bei Trisching und Gösselsdorf werden. Ende Oktober oder Anfang November kommen "TenneT"-Leute ins Gasthaus Pröls, um den Schmidgadenern Rede und Antwort zu stehen.

Den Bürgern brennen durchaus grundlegende Fragen auf den Nägeln, ob es denn diese Verstärkung brauche und wer in die zwei 380-kV-Leitungen dann einspeise, sagte Deichl. Die Sorge, dass durch die Hintertür eine Durchleitungstrasse, wie sie Amprion bauen will, entstehe, ist groß.

"TenneT versorgt die Region mit Strom und leitet nicht durch", erklärte die Sprecherin für den Bürgerdialog Ina Haffke. Durch den Ostbayernring fließe Wechselstrom, kein Gleichstrom. Ein leistungsfähigeres Leitungsnetz sei der Energiewende und in der Folge der Versorgungssicherheit und der Netzstabilität geschuldet.

2020, so die Pläne, soll die neue Freileitung, die über Wernberg-Köblitz, Nabburg, Schwarzenfeld zum Umspannwerk im Süden von Schwandorf-Dachelhofen führt, fertig sein. Anschließend wird die alte rückgebaut, dazu ist "TenneT" verpflichtet. Die Grunddienstbarkeit für diese Trasse erlischt dann.
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