Ökumene mit Leben erfüllt

Kinder aus der gesamten Pfarreiengemeinschaft unterstützten den Kinderchor Neunaigen bei der ökumenischen Maiandacht. Bild: hfz
Lokales
Wernberg-Köblitz
11.05.2015
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Die beiden großen Konfessionen kamen zu einer gemeinsamen Maiandacht zusammen. Beim "Ökumenischen Tag der Begegnung" stand ein kontroverses Thema auf dem Programm, zumal die Gottesmutter Maria bei den katholischen und evangelischen Christen einen anderen Stellenwert einnimmt.

Der evangelische Pfarrer Georg Hartlehnert freute sich, dass so viele Besucher der Einladung gefolgt waren und begann die ökumenische Maiandacht mit einem Zitat von Pater Gerhard Voss aus Niederalteich: "Wir müssen uns gegenseitig in unseren Gottesdiensten besuchen, sonst wird das nie was mit der Ökumene." Der evangelische Geistliche fügte hinzu: "Wir müssen also das Fremde aushalten können und ihm mit Neugier begegnen. Das schärft nicht zuletzt den Blick für den eigenen Glauben."

Die Texte der Maiandacht waren das Resultat des ökumenischen Arbeitstreffens, das Ende Februar von Pastoralassistent Maximilian Pravida in Glaubendorf moderiert wurde. Schon da stellten man sich die Frage "Welche Bedeutung hat eigentlich Maria in unserem Glaubensleben?". Vertieft und vervollständigt wurden die Gedanken schließlich in einer kleineren Runde, stellvertretend durch die katholischen Pfarrgemeinderatssprecherinnen Maria Hägler (Glaubendorf), Petra Hartinger (Wernberg), Susanne Wiesgickl (Neunaigen) und Maria Schlögl (Oberköblitz). Für die evangelischen Christen diskutierte Vertrauensfrau Irene Kaschner mit. Unterstützt wurden sie dabei von den drei Hauptamtlichen der beiden Konfessionen.

Ziel dieser Zusammenarbeit war es, dass eine moderne Maiandacht entsteht, aus der die Besucher etwas für ihren Alltag mitnehmen können. Besonders authentisch war dabei, dass sich jedes Gremium ein Symbol für Maria überlegt hatte und dieses erklärte: "Bei Maria finde ich Geborgenheit. In unserem Gebet gibt sie uns das sichere Vertrauen, nicht allein zu sein und hüllt uns wie eine schützende, wärmende Decke ein", so katholische Vertreter.

Musikalisch gestaltet wurde die Maiandacht vom Kinderchor Neunaigen. Auf Initiative von Chorleiterin Gabi Kastner hatten sich einige Kinder aus der gesamten Pfarreiengemeinschaft bereit erklärt, den Chor mit ihrem Gesang zu unterstützen, worüber sich der katholische Pfarrer Markus Ertl sehr freute. Anstelle einer Predigt stand ein weiteres Highlight auf dem Programm: der Bibliolog über das Evangelium vom zwölfjährigen Jesus im Tempel, den seine Eltern verzweifelt suchten. Dabei wurden die Besucher eingeladen, sich aktiv in einzelne biblische Personen hineinzuversetzen.

Im Anschluss an die Maiandacht feierte man schließlich gemeinsam auf dem Gelände der evangelischen Kirche weiter und freute sich über die gelebte Ökumene.
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