Offene Herzen für Hilfesuchende

Viele Teilnehmer am Koordinierungstreffen kümmern sich bereits aktiv um die Asylsuchenden. Sie berichteten von allerlei Schwierigkeiten, die sich aus dem Umgang mit Behörden ergeben. Keine fühle sich zuständig, wenn sich die Helfer dahin wenden. Bilder: ral (2)
Lokales
Wernberg-Köblitz
04.03.2015
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Vertreter von 26 Verbänden und Vereinen, aber auch Privatpersonen machten sich auf Einladung des Marktes Gedanken darüber, wie den Asylsuchenden in Wernberg-Köblitz geholfen werden kann. Dem Treffen mangelte es nicht an Gesprächsstoff.

Untergebracht sind die Asylbewerber in Privatgebäuden, auch die Hilfe wurde bislang privat organisiert. Bürgermeister Georg Butz und Geschäftsleiter Stefan Falter standen nun Rede und Antwort und nahmen die Hilfsangebote vonseiten der Helfer auf. Ziel der Veranstaltung war, diese Hilfe besser zu koordinieren.

Zunächst einmal gab Butz einen kurzen Abriss über die Situation der Asylsuchenden in der Marktgemeinde. Zur Zeit leben diese Menschen am Weiherner Weg, an der Weidener Straße und an der Bergstraße. In den ersten beiden Unterkünften kommen die Bewohner aus dem Kosovo und Albanien, an der Bergstraße sind Asylsuchende aus Syrien untergebracht.

Butz bemängelte die zu späte Information vonseiten der Regierung und des Landratsamtes über die Ankunft von Asylsuchenden. Auf seine Anfrage bei der Regierung hatte man ihm deutlich gemacht, dass dies bewusst so gemacht wurde, damit die Bürgermeister im Vorfeld keine Gegenmaßnahmen ergreifen können. "Dies ist unverständlich und eine Unterstellung", wetterte Butz. Wenn man rechtzeitig Bescheid wisse, könnte die Hilfe schon im Vorfeld besser organisiert werden.

"Bärenwirt" dauert noch

Eine Unterkunft im "Bärenwirt" wird laut Butz "so schnell nichts, denn es liegt der Gemeinde noch kein offizieller Bauantrag vor". Der geplante Einzug zum 1. Mai sei nicht möglich, da im Vorfeld einige Sanierungsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Butz betonte, in Sachen Asyl sei die Gemeinde nicht der Ansprechpartner, sondern das Landratsamt: "Wir können im Rathaus nur weiter vermitteln." Vor allem könne die Gemeinde bei der Koordination von Hilfe helfen. Außerdem stellt die Gemeinde die alte Schule in Wernberg zur Verfügung - dort soll eine Kleiderkammer eingerichtet werden, die an bestimmten Tagen Kleidung, Schulranzen, Spielzeug und alles, was sonst noch gebraucht wird, annimmt. Hier mitzuarbeiten erklärten sich einige Frauen bereit. Sie organisieren auch die Ausgabe der Gegenstände an die Asylsuchenden. Entsprechende Zeiten der Annahme und Ausgabe werden veröffentlicht. Wie zu hören war, kümmert sich der FC Wernberg im Bereich Fußball und Turnen um die Asylsuchenden.

Bürgermeister Butz berichtete, dass sich die Kinder gut in der Schule und im Kindergarten integriert haben. Eine Barriere ist die fehlende sprachliche Verständigung. "Da ist es absolut unverständlich, dass an die Asylsuchenden Merkblätter ausgegeben werden, die in Deutsch oder in einer Sprache abgefasst sind, die sie nicht können, jedenfalls nicht in ihrer Landessprache."

Es waren viele bei dem Gespräch anwesend, die sich bereits aktiv um die Asylsuchenden kümmern. Sie berichteten von allerlei Schwierigkeiten, die sich aus dem Umgang mit Behörden ergeben. Keine fühle sich zuständig, wenn sich die Helfer dahin wenden.

Vermieter oft langsam

Ebenfalls wurde bemängelt, dass sich die Vermieter nur schleppend um etwaige Mängel am Mietobjekt kümmern. Für die Asylsuchenden sollen Deutschkurse angeboten werden, wenn möglich über das Volksbildungswerk. Ein Teilnehmer sprach darüber, dass bei der Hilfe auch religiöse und kulturelle Aspekte beachtet werden müssen. Alle freiwilligen Helfer wünschen sich eine bessere Unterstützung vonseiten der Behörden.

Fazit: An diesem Abend wurde bereits einiges an Hilfe koordiniert. Die entsprechenden Informationen - wer und was - wird von der Gemeinde veröffentlicht. Es fand sich auch pro Haus ein Ansprechpartner, der sich um die Belange der Bewohner kümmert und als Koordinator zur Verfügung steht.
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