Poesie und Spannung

Irene Ehemann stellt seit dem Wochenende im Musik-Café "B 14" aus. Gezeigt werden abstrakte Gemälde, etwa das hier zu sehende mit dem Titel "Gewitterstimmung". Bild: Dobler
Lokales
Wernberg-Köblitz
05.10.2015
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Mit einer Serie sehr expressiver, abstrakter Gemälde bestreitet die Nabburger Künstlerin Irene Ehemann derzeit eine Ausstellung im Musik-Café "B 14". Freitagabend wurde die Schau eröffnet, wozu sich viele Gäste einfanden.

Bekannt ist Irene Ehemann eher für ihre Landschaftsbilder und Blumenmotive. Seit drei Jahren aber gibt sie zusätzlich einer anderen stilistischen Richtung Raum in ihrem Schaffen. "Ich habe 2013 angefangen, auch abstrakt zu malen", erläuterte die 57-jährige Malerin, die in ihrer Heimatstadt als Stadträtin kommunalpolitisch aktiv ist und sich bei der Wahl im vergangenen Jahr um den Chefsessel im Nabburger Rathaus bemüht hatte.

Mit kräftigen Farben

Davon unberührt sind ihre Gemälde, in denen es um den reinen künstlerischen Ausdruck geht. Die 18 abstrakten Werke, die derzeit im "B 14" zu sehen sind, zeigen sich technisch und motivisch reif und auf der Höhe der Zeit.

"In uns selbst liegen die Sterne des Glücks" hat sie als programmatisch-poetischen Spruch in eines ihrer beiden neuesten, eher kleinformatigen Bilder eingefügt, die mit "Herbst I" und "Herbst II" betitelt sind und erst kurz vor der Ausstellung fertig wurden.

Dunkle Töne sind eigentlich nicht die Sache der Künstlerin, deren abstraktes Werk von kräftigen Farben beherrscht wird, vornehmlich einem leuchtenden Rot. Das manifestiert sich sehr nachdrücklich in dem Gemälde "Gewitterstimmung", das mit kräftigen Pinselstrich rote, gelbe und schwarze Flächen in dramatische Spannung versetzt und sich als einer der Höhepunkte der Schau erweist.

Dass Irene Ehemann ihre Bilder auch mit den unterschiedlichsten Materialien auflädt, zeigen gleich am Eingang die zwei motivisch verwandten Bilder "Abstrakte Landschaft I" und "Abstrakte Landschaft II" , die ihren spezifischen Ausdruck nicht nur durch Farbe, sondern auch mit Hilfe von Gaze, Wellpappe, feinem Sand und Spachtelmasse erhalten. Auf diese Weise sind sehr komplexe Kompositionen entstanden, die zu einem längeren, betrachtenden Verweilen einladen.

Die Nabburgerin malt intuitiv, wobei ihr die verwendete Acrylfarbe sehr entgegenkommt. Deren spezifische Möglichkeiten erlauben ein Experimentieren, Korrigieren und Verändern während des Malvorgangs, so dass Gefühle und Eingebungen einen dominierenden Platz beim Malen behaupten können. "Ich male spontan und aus dem Bauch heraus", lautet folgerichtig ihr Schaffens-Credo, "und ich lasse mich von Farben und Farbkombinationen inspirieren".

Mit dem "B 14" verbindet Irene Ehemann etwas besonders: "Hier hatte ich 2009 meine erste Ausstellung." Nun zeigt sie sich dort von einer neuen künstlerischen Seite. Wer mag, kann die Bilder erwerben. Eine entsprechende Liste liegt auf.
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