Virtuoses Musikerduo

Susanne Hofmann und Richard Fischer spielten perfekt zusammen und "trieben" sich zu musikalischen Höchstleistungen an. Bild: Baehnisch
Lokales
Wernberg-Köblitz
16.10.2015
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Es war ein erfrischendes Zusammenspiel im Fürstensaal von Burg Wernberg. Eine Geigerin und ein Pianist ergänzten sich zu einem hochkarätigen Duett.

Im ersten Konzert der Saison des "Kulturforums" stellten die Geigerin Susanne Hofmann und der Pianist Richard Fischer ein absolut hochkarätiges Programm aus der Violinliteratur vor. Sie begannen mit der "1. Sonate für Clavier und Violine h-moll" von Johann Sebastian Bach. Damals äußerst modern, konzipierte der Komponist die Stimme für Cembalo oder Klavier als gleichwertig mit dem Saiteninstrument und nicht nur unterstützende Akkorde liefernd.

Ob Cembalo oder Klavier, die Klänge beruhen auf Bachs stimmungsvollen Ideen. Diese Ideen vermittelten beide Musiker als Erlebnis eines erfrischenden Zusammenspiels. Das betraf das elegische "Adagio" ebenso wie das von einer lyrischen Melodie geprägte "Andante", das von zwei rasch dahinfließenden "Allegro"-Sätzen umgeben ist. Die "2. Violinsonate G-Dur" von Edvard Grieg repräsentiert die Spätromantik mit starken, norwegisch gefärbten Klangfolgen.

Ungestüme Jugendsonate

Nach recht schmerzhaft wirkender Einleitung des "Lento doloroso" geht es im "Allegro vivace" tänzerisch und umtriebig weiter. Der Mittelsatz "Allegretto tranquillo" ist etwas ruhiger, aber auch leidenschaftlich bis zum elegischen Ende. Das Finale "Allegro animato" zieht lebhaft und ruhelos vorbei. Die ungestüme Jugendsonate wird selten aufgeführt, umso verdienstvoller die gelungene Beschäftigung mit dem Werk.

Susanne Hofmann hat Helmut Burkhardt seine "Milonga para un/a violinista triste für Violine solo" gewidmet. Sie spielte das Solowerk an diesem Abend. Öfter könnte man meinen, man hört gerade zwei oder drei Violinen - es blieb jedoch stets bei einer, die hochvirtuose Tonfolgen mit Bravour gestaltete. Der argentinische Tanz zog in Variationen einer melancholischen Mollstimmung vorbei, bis eine breit gefasste Schlussfanfare erklang - das könnte man ohne weiteres öfter hören. Nach der Pause spielte Richard Fischer vier der vielen "lyrischen Stücke" von Grieg. Die "Arietta" war verhalten elegisch, der "Schmetterling" sprunghaft, das "Notturno" beruhigend melodiös und der "Kobold" rasend schnell.

Stimmung erfasst

Der Pianist erfasste jeweils die musikalische Stimmung, die dem Komponisten wohl vorschwebte. Als letztes Werk interpretierten die Musiker die "5. Violinsonate fis-moll" von Max Reger, eine - wie auch schon gesagt wurde - "Symphonie für Geige und Klavier". Zwar sagt der Titel des ersten Satzes "Allegro moderato", das wird aber ergänzt mit "ma agitato". Das Spieltempo ist nicht zu schnell, enthält jedoch heftige Einschübe und Passagen. Das "Allegretto" hat in Klammern die Ergänzung ("poco vivace"), was bedeutete, dass die Instrumente wieder keine Ruhepunkte fanden, auch wenn die Geige zuweilen einen Dämpfer beim Spiel nutzte.

Eher ruhig war das Thema im "Andante sostenuto con variationi", wobei die Veränderungen nicht lange ruhig blieben, bis der Endpunkt der "Fuge" markant ein umfangreiches Thema vorstellte, das vielfach dargeboten wurde, bis es im pompösen Klanggewitter des Schlusses seinen Höhepunkt erhielt. Nach dem Riesenbeifall erklang erneut das "Andante" aus der Bach-Sonate. Die Anforderungen waren gewaltig. Beide Musiker haben sie exquisit bewältigt. Es war ein Genuss, zuzuhören.
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