Weidener Künstlerin Eva-Maria Schlicht stellt im Musik-Café B14 aus
Hinterhältig amorphe Formen

So farbenfroh, wie Eva-Maria Schlicht hier gekleidet ist, präsentiert sich auch ihre Kunst. Bild: tie
Lokales
Wernberg-Köblitz
09.02.2015
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Sie sagt, sie habe im September 2011 zu malen begonnen. Seitdem entwirft Eva-Maria Schlicht aus Weiden ihre Kolorationen mit Buntstift und Filzstift. Nach eigener Aussage entstehen "zappelnde Muster, hinterhältige amorphe Formen und psychotische Blumen". In einer Ausstellung im Musik-Café B14 in Wernberg-Köblitz werden nun etliche Bilder, jeweils in einem Rahmen für zwei, bis zum Sonntag, 12. April, ausgestellt.

Am Samstag war abends in kleinem Rahmen die Vernissage. Für die Künstlerin ist es die erste Ausstellung ihrer Bilder überhaupt und sie will sehen, wie ihr Schaffen beim Publikum ankommt. Freimütig äußert sie, dass sie eine Psychose habe und mit ihrem Malen ankämpfen wolle gegen das Stigma, das damit verbunden ist.

Sich fesseln lassen

Der Fragende enthält sich absichtlich weiterer Details, erfährt stattdessen, dass die Berufsausbildung von Eva-Maria Schlicht eigentlich Grafikerin ist, sie aber eben seit 2011 malt, weil das, was zunächst als Beschäftigungstherapie gedacht war, inzwischen eine zeitlich unbegrenzte begeisterte und begeisternde Tätigkeit geworden ist. Dabei ist die meditative Wirkung der Ergebnisse zu beachten: Die Künstlerin möchte ihre Freude am Malen mit anderen Menschen teilen.

Der Sinn von Malerei sei nun einmal, dass man vom Betrachten bildlicher Darstellungen gefesselt wird, sich darauf konzentriert und Alltagsgeschehnisse zumindest kurzzeitig verdrängen kann. Und wieder äußert sich die Künstlerin und "warnt" den Betrachter, es könne sein, "dass die quiekenden Farbwelten in das war-m-fluffige Reich der Positivsymptome entführen und sie an Lakritzefäden ins himmelblaue Reich der Zuckerwatteprinzessin entschweben".

Konkret meint die Künstlerin, dass ihre kräftige, abwechslungsreiche Farbgebung sowohl in Überleitungen als auch im kompromisslosen Kontrast eindringlich dem Betrachter die Möglichkeit von farblichen Überraschungen und Neuentdeckungen vor Augen führt. Zur Kontrastwirkung meint sie: "Gaggerl-Blau wird direkt verknüpft mit herausforderndem Pink", wobei sie auf Nachfrage feststellt, ein blaugefärbtes Osterei müsse sich diese Benennung gefallen lassen.

Ihre bevorzugten Darstellungen gelten Augen, Zungen, Mündern, Blumen, die in gekonnter (nach Meinung der Künstlerin "in quietschender") Weise dem Betrachter nahe gebracht werden und ihn anregen sollen, über seine eigenen Sichtweise der Dinge nachzudenken.

Den "Dr. Loew sozialen Dienstleistungen", in diesem Fall den Wernberger Werkstätten, ihrem Dienstleistungsbereich, dem Musik-Café B14 und dessen Leiterin Marianne Wagner, sei gedankt, dass an diesem Ort bereits die 93. Bilderausstellung diverser Kunstschaffender erfolgreich stattfinden kann. Geöffnet hat das Musik-Café B14 täglich außer Montag ab 17 Uhr bis spät in die Nacht.
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