Wohnheim für Flüchtlinge

Die Umnutzung des Gasthofs "Schwarzer Bär" in ein Wohnheim für Asylbewerber steht in der nächsten Marktratssitzung auf der Tagesordnung. Bild: Völkl
Lokales
Wernberg-Köblitz
15.10.2014
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In Wernberg-Köblitz werden die Weichen zur Unterbringung von Asylbewerbern gestellt: Der Marktrat hat in seiner Sitzung am kommenden Dienstag eine Bauvoranfrage auf dem Tisch: Umnutzung des Gasthofs "Schwarzer Bär" in ein Wohnheim für Flüchtlinge.

Die Regierung der Oberpfalz und das Landratsamt sind unter Druck. "Wir sind immer auf der Suche nach Unterkünften", umschreibt Franz Pfeffer, Pressesprecher des Landratsamtes, die Situation, in der sich Landkreis und Regierung der Oberpfalz befinden. In Wernberg-Köblitz sind derzeit fünf Asylbewerber untergebracht. Bis zu 54 sollen bald in den früheren Gasthof "Schwarzer Bär" einziehen. Vor zwei Jahren klopfte das Landratsamt schon einmal beim Eigentümer des Hauses an, das - zuletzt gastronomisch von einem Griechen genutzt - leer steht.

Gastraum, Pensionszimmer

Nun mit Erfolg: Bevor der Mietvertrag zwischen dem Eigentümer und der Regierung der Oberpfalz in trockenen Tüchern ist, muss die Umnutzung des Gebäudes von einer Gaststätte in eine Unterkunft für Asylbewerber beantragt und genehmigt werden. Es geht um den baulichen Zustand, Brandschutz, die hygienische Situation. Der Eigentümer hat dabei die Vorgaben zu erfüllen, die an ein Wohnheim für Asylbewerber gestellt werden. Das Gebäude beinhaltet Gasträume, 20 Pensionszimmer und Wohnräume. Um alle Auflagen zu erfüllen, fanden bereits Besichtigungen mit Regierung, Landratsamt und Architekt statt. Neben der baulichen Eignung werden hier die zentrale Lage, die gute Nahversorgung in die Waagschale geworfen.

Der Marktrat hat in seiner nächsten Sitzung lediglich über die Nutzungsänderung, die bauliche Seite zu befinden. Können alle Vorgaben eingehalten werden, steht einem Umbau und einer Nutzung als Asylbewerberunterkunft nichts im Wege. Stefan Falter, Geschäftsleiter der Marktgemeinde, geht auf NT-Anfrage davon aus, dass das Gebäude im Frühjahr 2015 bezogen werden kann. Wann Asylbewerber kommen, aus welchen Ländern und wie viele - das werde den Kommunen von den zuständigen Behörden erst kurzfristig mitgeteilt. Für die Gemeinden sei das ein unbefriedigender Zustand. "Wir müssen doch wissen, um was wir uns kümmern müssen", bedauert Falter den spärlichen Informationsfluss.

Freundlich aufnehmen

Bei einer Belegung mit bis zu 54 Flüchtlingen - Falter rechnet auch mit traumatisierten Menschen aus Kriegsgebieten - müsse für eine entsprechende Betreuung gesorgt werden. Es gebe Fragen bei der ärztlichen Versorgung oder schon bei der Anmeldung im Rathaus. "Wir haben hier keine Dolmetscher". Falter bezieht sich auf eine Information des Schulamtes, wonach 60 Prozent der Flüchtlinge Kinder seien. Sie müssen in der Schule integriert werden. Falter hofft dabei sehr auf die Solidarität der Bürger mit den Flüchtlingen, auf eine freundliche Aufnahme.

In Pfreimd hat der Landkreis zum 1. November ein Haus im Lohweg angemietet, das bis zu 16 Menschen Platz bieten kann. Nun kommt wohl noch eine zweite Unterkunft dazu. Laut Franz Pfeffer wird über eine weitere Anmietung für zehn Personen in der Altstadt verhandelt.
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