Zickzack-Kurs beenden

Auf Einladung von Grünen-Kreisvorsitzendem Reinhold Schmalzbauer und seinen Vorstandskolleginnen Marion Juniec-Möller und Tina Winklmann (von links) sprach Ludwig Hartmann (Zweiter von links) als Fraktionsvorsitzender der Grünen im bayerischen Landtag über "Energiewende am Scheideweg?" Bild: Dobler
Lokales
Wernberg-Köblitz
12.06.2015
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Oft war er noch nicht in der Gegend. Ludwig Hartmann, der Fraktionsvorsitzende der bayerischen Landtags-Grünen, hat sich bei seinem Auftritt in Wernberg-Köblitz als versierter Redner und sachkundiger Energie-Experte eingeführt. Aber es gab auch Gegenwind.

Hartmann spricht kenntnisreich und ohne Manuskript und zeigt an diesem Abend im Saal des "B 14", dass ihm beim Thema Energiepolitik keiner ein X für ein U vormachen kann. Genauso hat sich das der Kreisverband der Grünen auch vorgestellt, der den Landespolitiker in den Norden des Landkreises eingeladen hatte, um dort verstärkt Flagge zu zeigen.

Das Thema des Abends war die Energiewende. "Raus aus der Atomkraft, raus aus der dreckigen Braunkohle" sind Schlagworte für die Energiewende, die für Hartmann derzeit durch einen politischen Zickzack-Kurs gefährdet ist. So fordert der Landespolitiker in Richtung Regierung Verlässlichkeit und Planungssicherheit ein. Er urteilt: "Wegen des billigen Geldes wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für die weitere Energiewende."

Sonne und Windenergie

Hartmann erinnerte daran, dass vor 15 Jahren das Erneuerbare-Energien- Gesetz auf den Weg gebracht wurde, "und jetzt stellen wir fest, dass wir beim ,Wettkampf der Energien' Wind und Sonne als Gewinner sehen". Denn bei der Nutzung der Biomasse gebe es das Problem der begrenzten Fläche, und die Flüsse würden schon zu 93 Prozent für die Wasserkraft genutzt; da bleibe nicht mehr viel Spielraum.

Hartmanns Herzblut hängt an den Windkraftanlagen. 800 davon gibt es in Bayern, was noch nicht besonders viel sei: "Im kleineren Rheinland-Pfalz sind es doppelt so viele." Sie sind in der Öffentlichkeit nicht unumstritten. So war für den Fraktionsvorsitzenden klar, "dass man die Leute mitreden lassen muss, wo sie hinkommen". Dass mit der 10-H-Regelung große Windräder zwei Kilometer von Bebauung weg stehen müssen, ist laut Hartmann "ein Bärendienst, weil man nun so gut wie keine Standorte mehr finden wird".

Widerspruch erntete der Politiker von Martin Abel, dem Vorsitzenden einer Bürgerinitiative, die sich gegen eine Windkraftanlage bei Niedermurach-Rottendorf stark macht (siehe nebenstehenden Artikel).

Ein heftig diskutiertes Thema sind derzeit auch die Stromtrassen. "Wir brauchen deren Ausbau für die Energiewende, die kann sonst nicht gelingen", ist sich der Grüne sicher. Allerdings wünscht er sich eine Bündelung an Bahnstrecken und Autobahnen.
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