Zuhause für junge Flüchtlinge

Beim Gespräch im Bildungshaus "Learny" von Dr. Loew Soziale Dienstleistungen brach die bayerische Sozialministerin Emilia Müller (Zweite von links) im Beisein der Behindertenbeauftragten der Staatsregierung, Irmgard Badura (links), und des Landrats Thomas Ebeling (Mitte) eine Lanze für die schnelle Integration unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge. Bild: Dobler
Lokales
Wernberg-Köblitz
02.12.2014
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Was geschieht mit minderjährigen Flüchtlingen, die ohne Begleitung nach Bayern kommen? Das erörterte Staatsministerin Emilia Müller mit Verantwortlichen von Dr. Loew Soziale Dienstleistungen. Das Unter-nehmen plant in Schwandorf eine entsprechende Wohngruppe.

"Fördern und fordern" gab Dr. Fritz Loew als Maxime im Umgang mit den jungen Flüchtlingen vor. Wie das sein Unternehmen konkret macht, zeigte ein kleiner Film, der das Leben in der heilpädagogischen Jugendwohngruppe für unbegleitete junge Flüchtlinge schilderte, wie es sie in Amberg seit eineinhalb Jahren gibt und in Schwandorf demnächst geben soll. "Die jungen Leute sollen hier Hoffnung schöpfen und ein Zuhause erhalten", lautet das Ziel.

Anderer Status nötig

Lob für die Staatsregierung hatte Loew-Direktor Joachim Rauscher parat, der der Staatsministerin anlässlich ihres Antrittsbesuchs bei Dr. Loew Soziale Dienstleistungen versicherte, das Kabinett habe "in der Asylfrage einen sehr menschlichen Kurs eingeschlagen".

Ein wichtiger Aspekt des Themas ist die Berufsausbildung der minderjährigen Flüchtlinge, die zwar Deutsch lernen und eine Schule besuchen können, bei denen aber nicht klar ist, ob eine Lehre zeitlich möglich sein wird. "Wir brauchen eine Veränderung, was ihren Status anbelangt und es wäre gut, wenn die Jugendlichen während der Ausbildung da bleiben könnten und eventuell auch noch kurz danach", wünschte sich nicht nur die Ministerin, denn auch die Firmen müssten wissen, wie lange die Azubis dableiben könnten.

Dr. Loew Soziale Dienstleistungen signalisierte in diesem Zusammenhang sogar, dass man sich vorstellen könne, aus den Reihen der jungen Leute dringend gesuchte Kräfte für den Betreuungs- und Pflegebereich zu rekrutieren. Beide Seiten sahen eine wichtige Aufgabe darin, Vorurteile abzubauen. "Nicht jeder Flüchtling aus Afghanistan ist ein potenzieller Drogendealer", machte Dr. Fritz Loew schmunzelnd deutlich. Emilia Müller betonte, dass die jungen Leute oft schwere Schicksale erdulden müssten und lange Odysseen hinter sich gebracht hätten: "Sie erlebten Gewalt, Vergewaltigung und Krieg."

"Herzensthema" Inklusion

Gesprächsthema beim Ministerin-Besuch war auch die Inklusion, also das Zusammenwirken von Behinderten und Nichtbehinderten. Hier ist Dr. Loew Soziale Dienstleistungen besonders aktiv. Emilia Müller versicherte den Experten: "Inklusion liegt mir besonders am Herzen."
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