Anbau würde Baufenster überschreiten - Butz: "Irgendwann ist jede Hose zu klein"
Antrag auf Befreiung scheitert

Politik
Wernberg-Köblitz
22.06.2016
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Das Unternehmen in der Nürnberger Straße hatte vor einiger Zeit für Wirbel gesorgt, als es die Bäume in einem erworbenen angrenzenden Wald zu einem großen Teil entfernen ließ. Die benachbarten Hausbesitzer in der Feistelholzsiedlung sahen in dem Wald einen Schutzgürtel zum Gewerbebetrieb und zur Autobahn A 93. Der Bauherr plant nun auf seinem Firmengelände einen Anbau an die bestehende Lagerhalle. Das Bauvorhaben liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplanes "Gewerbegebiet Feistelholz West". Der Unternehmer beantragte wegen der Überschreitung des Baufensters eine Befreiung vom Bebauungsplan.

Für Bürgermeister Butz ist die Überschreitung so groß, dass sie eine Bebauungsplanänderung bedeuten würde. Einer Befreiung vom Bebauungsplan könne aus Sicht der Verwaltung nicht zugestimmt werden. Marktrat Josef Appl gab zu bedenken, dass man bei Unternehmen, die Leute beschäftigen, auch nach Möglichkeiten suchen sollte. Bürgermeister Georg Butz entgegnete, dass die Gemeinde mit dem Industrie- und Gewerbegebiet 40 Hektar Gewerbegrund geschaffen habe: "Irgendwann ist jede Hose zu klein".

Hans Zitzler warf ein, dass man bei einem Landmaschinen-Betrieb einen ähnlichen Fall genehmigt habe. Für den Bürgermeister eine ganz andere Situation. Hier musste sich der Antragsteller von der großen Lösung verabschieden. Schlussendlich sei es um eine kleine Ecke gegangen, die die Naturparkzone tangierte. Christian Liebl empfand die Tatsache, dass alle Jahre ein Bauantrag zur Erweiterung auf den Tisch komme, als "Salamitaktik". Gerhard Bäumler verwies darauf, dass auf dem früheren Waldgrundstück Container stehen. "Ist das erlaubt?" Laut Bürgermeister obliegt dies der Bauüberwachung des Landratsamtes.

Der Antragsteller versuche die rechtlichen Möglichkeiten auszuloten, so Markträtin Maria Schlögl. Mit Blick auf die Vorgeschichte "reicht es allmählich." Marianne Schieder betonte, dass der Unternehmer nach dem Abholzen die Maßgabe habe, wieder aufzuforsten, doch er stelle Maschinen ab. Da könne man nicht "auf Entgegenkommen" hoffen. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt.
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