Bauausschuss tagt
Nachtragsangebot für Wasserwerk

Der vom Wasserwerk gelieferte Strom wird getrennt gemessen und unterschiedlich honoriert. Der Teil der Anlage auf dem roten Satteldach und dem anschließenden Pultdach produziert erst seit kurzem Energie.
Politik
Wernberg-Köblitz
25.02.2016
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Nicht fehlen darf bei einer Bauausschusssitzung das Thema Wasserwerk. Durch den verspäteten Abriss des Zwischengebäudes ging nur ein Teil der Photovoltaik-Anlage in Betrieb. Damit verbunden sind nun Mehrkosten.

Von der Firma Blotzki kam nun ein Nachtragsangebot für die Kaskaden-Messung der PV-Anlage in Höhe von netto 4681,81 Euro. Für das gesamte Wasserwerk war ursprünglich eine Photovoltaik(PV)-Anlage mit nur einer Messung vorgesehen. Installiert werden sollte die PV-Anlage auf den Dächern von Filterhalle, Zwischen- und Bestandsgebäude.

Dies war auch die Grundlage für die ursprüngliche Kalkulation der Kosten und der Amortisierung der Anlage. Es kam aber anders. Der Abriss des Zwischengebäudes verzögerte sich. Starten konnte nur ein Teil des Projektes, der Rest ging kürzlich in Betrieb. Aber in der Zwischenzeit haben sich die rechtlichen Grundlagen für die Berechnungen geändert. Das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) wurde novelliert.

Damit verbunden sind geringere Entgelte für die Einspeisung ins Stromnetz. Folge: Die ursprüngliche Gesamtlösung ist nicht mehr möglich. Durch die Novellierung muss jetzt eine getrennte Messung der Anlagen erfolgen. Erforderlich wurde zudem eine Neuberechnung der Kosten- und Einnahmesituation. Während sich die bereits installierte Teil-PV-Anlage I schon nach neun Jahren amortisiert, wird es beim zweiten nun elf Jahre dauern. Der Bauausschuss war einverstanden, die Mehrkosten waren so nicht vorhersehbar.

Ein weiteres Problem trat bei der Mobilfunkverbindung auf. Durch die massiven Stahlbetonwände und die gedämmten Blechfassaden kommt es zu erheblichen Funklöchern. Ein ausreichender und von jedem Ort aus notwendiger Empfang ist aber dringend erforderlich. Neben Telefongesprächen wären auch Störmeldungen an das Personal unmöglich. Also bleibt nur die Mobilfunkversorgung der Deutschen Telekom. Laut Bauamtsleiter Stefan Ott kann dies nur vom Provider erfolgen, bei dem die Handyverträge laufen. In diesem Fall sei es die Telekom. Dies ergaben verschiedene Erkundigungen. Bei einer Ortsbesichtigung ermittelte die Firma die notwendigen Maßnahmen.

Wir müssen mit circa 10 Prozent der ursprünglichen Kalkulation rechnen. Das wären grob geschätzt an die 400 000 Euro.Bauamtsleiter Stefan Ott

Im gesamten Wasserwerk wird eine Empfangsstation (Repeater) notwendig, mehrere Abstrahlpunkte müssen installiert werden sowie eine Empfangsantenne an der Außenfassade. Für das Mobilfunkangebot werden einmalig 10 831,37 Euro veranschlagt. Zudem muss ein Gestattungsvertrag abgeschlossen werden, denn die Anlage bleibt Eigentum der Telekom.

Damit ist sie auch unter anderem für Reparaturen und weitere Kosten zuständig (Wartung und Unterhalt). Die Marktgemeinde verpflichtet sich für die Infrastruktur (Kabelwege, Stromversorgung) zu sorgen. Das Gremium genehmigte die notwendige Maßnahme. Abgelehnt wurde dagegen ohne große Beratung ein Wartungsvertrag für Türen und Fenster. Die Firma Korsche aus Weiden veranschlagte dafür jährlich netto 1770,03 Euro.

Sicherlich fallen noch weitere Nachtragsangebote an, die die anfängliche Kostenkalkulation nach oben schrauben dürften, befürchten die Markträte. Bürgermeister Georg Butz merkte dazu süffisant an: "Die Begeisterung hält sich in Grenzen." Bauamtsleiter Ott beunruhigte das Gremium mit seiner Einschätzung der noch zu erwartenden Mehrkosten: "Wir müssen mit circa 10 Prozent der ursprünglichen Kalkulation rechnen. Das wären grob geschätzt an die 400 000 Euro." Nun laufen Prüfungen beim Kommunalverband.
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