Bauvarianten der Mehrfachhalle beschäftigen den Marktrat
Tendenz zur Fertigteilhalle

Politik
Wernberg-Köblitz
08.04.2016
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Der "runde Tisch" zwischen Flachglas, TSV und Kommune zur Nutzung der TSV-Halle - nicht nur bis zum Stichtag Ende 2016, sondern bis die neue Mehrfachhalle realisiert ist - steht noch aus. Bild: Völkl

Die Richtung scheint klar zu sein: Weil die konventionelle Variante eine Million Euro mehr kosten würde, wird die lange diskutierte Mehrfachhalle wohl in Fertigbauweise entstehen. Vor der Entscheidung in der nächsten Sitzung hat sich der Marktrat noch eine letzte Aufgabe verordnet.

Bürgermeister Georg Butz skizzierte in der Marktratssitzung den Ist-Stand. Der Kommune liegt jetzt ein Kostenrahmen für eine Fertigteilhalle vor. Nun geht es um die Entscheidung "Fertigbauweise oder konventionell". Dann werden in einer gesonderten Sitzung Fachleute dazu gebeten, um die weiteren Ausstattungsdetails festzulegen. Die Schätzung für einen konventionellen Bau lagen bisher bei 5,5 Millionen Euro, für eine "schlüsselfertige Halle" bei vier Millionen. Allerdings hinkt der Vergleich, da im konventionellen Bau schon Standards wie Akustik oder Beschallung untergebracht waren. Mit Hilfe der Architekten Mages wurden nun diese Positionen herausgerechnet, um einen direkten Kostenvergleich zu haben. Dabei ergeben sich fünf Millionen bei der konventionellen und vier Millionen bei der Fertigbauweise. Und wie gesagt: Kostenmäßig hinzu kommen bei beiden Objekten noch erforderliche Zusatzausstattungen.

Noch Zusatzkosten


In keiner der Hallentypen gibt es eine Kegelbahn. Das war angesichts der Kosten von 650 000 Euro Beschlusslage des Marktrates. Ins Auge gefasst war auch ein Büchereianbau. Auf ihn kann laut Butz angesichts der sanierten Bücherei St. Anna verzichtet werden. Thema ist allerdings der Brandschutz, der ab 200 Besuchern verschärfte Anforderungen bereit hält. Ihnen wird man sich stellen müssen, soll doch die Halle für mehr Besucher ausgelegt sein. Geld wird ebenso noch die Akkustik und eine entsprechende Heizung kosten.

Im Bauvolumen nicht enthalten ist auch die Bühnentechnik. Sie könnte entfallen, wenn EFRE greift. Für dieses europäische Förderprogramm bewirbt sich Wernberg-Köblitz mit einigen Nachbarkommunen. Darin sind an Projekten auch Trausnitz als Sommertheaterspielort und das Jugendheim Wernberg als Winter-Probenort gemeldet. Die Förderkulisse ist hoch. Bürgermeister Butz rechnet sich relativ gute Chancen aus. Mit dieser Wiederbelebung des Jugendheims wären zugleich die Themen Kegelbahn und Raumbedarf für Vereine gelöst. Butz empfahl abschließend die Fertigbau-Variante. Mit der kürzeren Bauzeit wäre die Halle in elf Monaten benutzbar und könnte "eine Realisierung in 2017 vorangetrieben werden".

Hallen besichtigen


Zweiter Bürgermeister Alexander Werner wandte sich gegen verringerte Standards. Butz verdeutlichte: Die zusätzlichen Maßnahmen würden bei beiden Varianten aufgesattelt. Marktrat Dr. Franz Josef Putz brachte es auf den Punkt: "Bei gleichen Standards haben wir eine Million Einsparung." Beim Fertigbau seien die Preise besser kalkulierbar "und es gibt einen festen Fertigstellungstermin." Auch Konrad Kiener und Dieter Rosenberg sahen angesichts der Kosten die Richtung vorgegeben. Marianne Schieder plädierte dafür, sich Hallen des Bauträgers anzusehen. Doch die stehen in Hanau und Dresden. Da der Fertigbau ebenfalls unter mehreren Anbietern ausgeschrieben wird, könnte man sich auch Vergleichsobjekte in Vilseck, Hahnbach oder Amberg anschauen, meinte Verwaltungsleiter Stefan Falter. Dritter Bürgermeister Georg Schlögl drängte ebenfalls auf die Hallen-Besichtigungsfahrt, "damit wir nichts bekommen, was dann keiner anschauen kann". Der Bürgermeister fasste den Fahrplan zusammen: Besichtigung, Beschlussfassung und danach Detailplanung mit den Fachleuten.

Ob der "Runde Tisch" zu einer TSV-Hallennutzung bis zur Fertigstellung der Mehrfachhalle schon getagt habe, wollte Alexander Werner wissen. Aus terminlichen Gründen war dies laut Butz noch nicht der Fall. Der TSV-Vorsitzende bemühe sich weiter um ein Gespräch mit Flachglas.
Bei einem Fertigbau sind die Preise besser kalkulierbar und es gibt einen fixen Fertigstellungstermin.Marktrat Dr. Franz Josef Putz
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