CSU nominiert Bürgermeisterkandidaten
Konrad Kiener wills wissen

Gut lachen haben Bürgermeister Georg Butz (links) und der CSU-Ortsvorsitzende Dieter Rosenberg (rechts), weil sich mit Konrad Kiener (Mitte) ein vielversprechender Kandidat für die Wahl zum Gemeindeoberhaupt im nächsten Jahr gefunden hat. Zum Schmunzeln verführte auch das Fläschchen Klosterfrau Melissengeist, mit dem Kiener beschenkt wurde. Bild: Dobler
Politik
Wernberg-Köblitz
27.11.2016
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Der Applaus war herzlich und andauernd. Jeder einzelne Stimmberechtigte hatte vorab für Konrad Kiener votiert und damit stand Freitagabend unmissverständlich fest, mit wem der CSU-Ortsverband in den Bürgermeisterwahlkampf ziehen will. Für den frisch gekürten Spitzenmann hatte Ortsvorsitzender Rosenberg noch ein besonderes Fläschchen parat.

Dass Konrad Kiener den Chefposten im Rathaus für die Christsozialen sichern soll, war keine große Überraschung, da sich der Vorstand bereits intern auf ihn als Kandidaten der Wahl in einem guten Dreivierteljahr festgelegt hat. Aber die hundertprozentige Zustimmung der wahlberechtigten Parteifreunde sorgte nun für den nötigen Optimismus, der den 42-Jährigen Sparkassenmann und die örtliche CSU in den nächsten Monaten beflügeln dürfte.

Zu Beginn der Zusammenkunft im "Zehentbartel" hatte CSU-Ortsvorsitzender Dieter Rosenberg in einem Rück- und Ausblick die Schwerpunkte der kommunalpolitischen Arbeit erläutert: "Uns haben besonders das Wasserwerk und seine Kosten, der Neubau einer Halle und der Haushalt der Marktgemeinde beschäftigt." Die Kostensteigerung des Wasserwerkes hätte nicht nur die Bürger erzürnt. In einer nicht-öffentlichen Marktrats-Sitzung wurden darum die Planer eingehend dazu befragt. "Leider wurden nicht alle Fragen eindeutig beantwortet. Aus diesem Grund ist diese Angelegenheit auch noch nicht abgeschlossen." Sollte es irgendwann ein befriedigendes Ergebnis geben, werde der Bürgermeister darüber berichten.

Der Neubau einer Halle im Bereich der Grund- und Mittelschule sei ein einstimmig im Marktrat beschlossenes Projekt. "Es wurde nach einer Initiative bei der Bürgerversammlung durch ein Bürgerbegehren bestätigt. Über die Nutzungsmöglichkeiten, Ausstattung und Bauweise wird derzeit intensiv beraten", sagte Rosenberg. Entscheidungen würden bald fallen. Das Jugendheim Wernberg sei über viele Jahre Ärgernis und Projekt zugleich gewesen. "Ich betone noch einmal: Wenn das Förderprogramm nicht greift, wird das Jugendheim von der Marktgemeinde nicht saniert."

Nötiger Nachtrag


Rosenberg ging auch auf die Notwendigkeit eines Nachtragshaushalts ein ("eingeplante Einnahmen aus Grundstücksverkäufen fielen weg, eine lange geplante Erweiterung des Industriegebietes musste getätigt werden") und verteidigte die Erweiterung des Industriegebietes: "Anfragen beziehen sich auf Grundstücksgrößen von bis zu 60 000 Quadratmeter, und wenn wir diese Größen nicht vorhalten, werden sich diese Interessenten woanders hin orientieren."

Höhepunkt der Versammlung war die Nominierung des CSU-Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im September 2017. Bürgermeister Georg Butz charakterisierte Kiener als "jungen, dynamischen Nachfolger". Rosenberg kündigte Kiener als den richtigen Mann für diese Aufgabe an. Er sei Anfang 40, seit Jahren im Marktrat, Betriebswirt und Abteilungsleiter bei der Sparkasse, sei verheiratet und habe zwei Kinder, war und ist in Vereinen tätig, sei intellektuell und sprachgewandt "und Wernberg-Köblitzer durch und durch".

Nur Ja-Stimmen


Von den 100 CSU-Mitgliedern des Marktes war ein Drittel da. Alle Anwesenden stimmten im Folgenden für Kiener. Dieser hatte eine "Bewerbungsmappe" erstellt und vorgelegt, in der er nicht nur Persönliches verriet, sondern auch seine Leitlinien skizzierte, die er unter dem Motto "Es geht nur gemeinsam" präsentierte. "Ich sehe den Bürgermeister als starken Ideen- und Impulsgeber", sagte Kiener. "Als Familienvater schätze ich besonders die Möglichkeiten, die jungen Familien in Wernberg-Köblitz geboten werden. Ich kenne die Bedürfnisse hier aus eigener Erfahrung sehr genau und verspreche immer ein offenes Ohr für die Belange zu haben".

Die Vermarktung des neuen Industriegebiets West II besitze eine große Priorität. "Ich will dazu meine Kompetenz aus dem Berufsleben in die Waagschale werfen, zusätzliche Ideen finden, die einen schnelleren Verkauf ermöglichen. Das gibt uns finanzielle Spielräume zum Schuldenabbau oder zur Investition für nötige Projekte zurück." Und schließlich will Kiener für eine starke Ortsteilentwicklung werben. "Die Ortskernsanierung und die einfachen Dorferneuerungen führen dazu, dass sich die Bürger mit ihrem Ort beschäftigen, den Zusammenhalt stärken und viele Gemeinsamkeiten fördern."

Bürgerbeteiligung sei ihm ein weiteres Anliegen, versicherte Kiener. "Ich wünsche mir einen offenen Austausch, den Dialog mit unseren Bürgern auf allen zu Verfügung stehenden Kanälen, den Vereinen und den Firmen. Den Auftakt dazu habe ich mit der Vereinsbefragung und den Wirtschaftsgesprächen gemacht."

Rosenberg als Ersatz


Nach Kieners Nominierung wurde Ortsvorsitzender Dieter Rosenberg als Ersatzkandidat gewählt (bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen). Der frühere Soldat ist 61 Jahre alt, ist verheiratet und hat vier Kinder. Er lebt seit 1998 in Wernberg-Köblitz und sitzt seit 2014 für die CSU im Marktrat. Für Konrad Kiener hatte er augenzwinkernd ein kleines Präsent dabei - Klosterfrau Melissengeist, falls es stressig werde.
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