Energetische Rathaussanierung Thema im Marktrat
Ersten vor dem zweiten Schritt

Wenn Edeka bereit ist, seine Erweiterungspläne am jetzigen Standort umzusetzen, braucht der Verbrauchermarkt wesentlich mehr Platz.
Politik
Wernberg-Köblitz
17.06.2016
142
0
 
Vor einer möglichen energetischen Sanierung des Rathauses möchte sich die Marktgemeinde über die künftigen Erweiterungspläne und den Platzbedarf der benachbarten Edeka informieren. Bilder: Völkl (2)

Soll das Rathaus mit Fördermitteln energetisch saniert werden oder hat der benachbarte Edeka-Markt Interesse an einem Erwerb? Nach einer längeren Diskussion verständigte sich der Marktrat darauf, zunächst das Gespräch mit dem Unternehmen zu suchen.

Im Februar war eine Bewerbung für eine energetische Sanierung auf den Weg gebracht worden. Finanzielle Mittel gäbe es aus dem Kommunalinvestitionsprogramm. Aufgelistet wurden Fenstererneuerung, Vollwärmeschutz, Dämmung, Erneuerung der Heizzentrale und eine Heizkörperumrüstung. Kosten: 233 000 Euro. Die Regierung der Oberpfalz stellte eine Förderung in Aussicht: 90 Prozent. Der gemeindliche Anteil würde 23 000 Euro betragen. Die Fördergelder sind laut Verwaltung allerdings zweckgebunden. Für mindestens zehn Jahre, teilweise für 25 Jahre.

Edeka einbeziehen


Bürgermeister Georg Butz zielte auf den benachbarten Edeka-Markt ab. Man sollte vorher klären, ob Edeka an dem zentralen Standort mitten im Ortsteil Unterköblitz bleiben würde, wenn das Unternehmen das Rathausgelände in ihre Zukunftsplanung einbeziehen könnte. Eine Sanierung des Rathauses würde keinen Sinn manchen, wenn es später abgerissen werde und man dann die Fördergelder zurückzahlen müsste. "Wir würden Edeka ungern verlieren", so der Bürgermeister. Die Frage sollte geklärt werden, bevor man sich über eine Sanierung unterhalte.

"Doch dann brauchen wir was Neues", schlussfolgerte Dritter Bürgermeister Georg Schlögl. Andererseits tue man sich schon schwer, die Mehrzweckhalle zu finanzieren: "Ich verstehe die Welt nicht mehr." Bürgermeister Butz bezog sich auf das vor einigen Jahren vom Marktrat beschlossene Ortsentwicklungskonzept, wonach ein Rathausneubau ja irgendwann notwendig sei und dafür im Ortskern von Wernberg ein Grundstück vorgehalten werde. Trotzdem: Zweiter Bürgermeister Alexander Werner übte Kritik daran, dass sich der Markt nicht eher beworben habe. Das wäre seit Oktober 2015 möglich gewesen. Für die energetische Sanierung des Gebäudes, "das uns gehört", hätte der Markt nur zehn Prozent zahlen müssen. Und man wisse ja nicht, wie lange das Gebäude noch gebraucht werde. Schwarzenfeld habe die Chance ergriffen. Diese Kommune müsse von einer Million Euro nur 100 000 Euro selbst bezahlen.

Doppelte Fläche


Verwaltungsleiter Stefan Falter warf ein, dass anfangs nur Kommunen in Not gefördert worden seien, sich dann aber die Richtlinien geändert hätten. Bürgermeister Butz hatte mit Blick auf die nasse Bausubstanz und die Problematik, einen Aufzug einzubauen, Zweifel, ob eine Sanierung sinnvoll sei. Auf Nachfrage von Marianne Schieder präzisierte er die Edeka-Pläne: Die Märkte bauen in die Fläche, nicht in Höhe. Statt 900 sehen die neuen Konzepte 1600 bis 1800 Quadratmeter vor. Möglicherweise müsste dann das Rathausgebäude weichen. Helmut Ries war durchaus bereit, den Sanierungsgedanken aufzunehmen, doch man solle nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. So sieht es auch der Bürgermeister: Ein Gespräch mit Edeka und dann das Thema im Gemeinderat behandeln. Wäre die Nahversorgung weiter möglich, wenn Edeka das Grundstück bekäme? Habe vielleicht auch Flachglas Interesse, sich auszudehnen? Fragen, die Marktrat Konrad Kiener vorher geklärt haben möchte. Für Christa Mösbauer spielt der Zeitfaktor eine große Rolle. Wenn Edeka das Grundstück will, "wo sollen wir dann hin?"

Bürgermeister Butz unterstrich: Er möchte eine Sanierung keineswegs vom Tisch wischen. Für die Bewerbung habe man sechs Monate Zeit. Folglich könne vorher geklärt werden, "was Edeka vor hat". Marktrat Anton Kummert plädierte dafür, so vorzugehen. Der Vergleich mit Schwarzenfeld hinke. Das sei ein repräsentatives Rathaus, das an seinem Platz bleibe. "Unseres hingegen ist ein Mehrfamilienhaus. Das wird kein Rathaus". Und falls man es ein bisschen renoviere und dann Edeka komme, "hilft uns ein aufgewertetes Gebäude auch nichts". Kummerts Fazit: Erst mit Edeka reden - auch über eine Preisvorstellung -, dann weiterreden und entscheiden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.