Erneuerung des Lindenwegs
Nach Kostenexplosion Vergabe vertagt

Die Angebote für die Erneuerung des Lindenwegs waren derart hoch, dass der Marktrat beschloss, die Vergabe zu vertagen. Zunächst soll noch ein Gespräch mit den Anliegern geführt werden. Bild: Steinbacher
Politik
Wernberg-Köblitz
02.06.2016
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Kurz vor der Auftragsvergabe kam die Kehrtwende: Einstimmig beschloss der Marktrat, die Erneuerung des Lindenwegs noch zu verschieben. Grund dafür ist ein - laut Bürgermeister Georg Butz - "erschreckendes Ergebnis".

Eigentlich sollten die Erschließungsarbeiten für die Baumaßnahme im Lindenweg bei der Marktratssitzung am Montagabend vergeben werden. Was seit der Ausschreibung jedoch an Angeboten bei der Marktverwaltung ankam, ließ die Verantwortlichen ins Grübeln geraten: "Wir haben diskutiert, ob man die Erneuerung zu diesen Konditionen überhaupt ausführen kann", legte Bürgermeister Georg Butz dem Gremium dar.

Grund sind schlicht die hohen Kosten, die bedeuten würden, dass sich der umlagefähige Betrag im Vergleich zur Vorplanung auf rund 140 000 Euro fast verdoppeln würde. Unter dem Strich bedeutet dies, dass jeder Anwohner beim günstigsten Angebot 26 Euro pro Quadratmeter berappen müsste. Mindestens: Wenn die Straße auf der anderen Seite der betroffenen Grundstücke an der Reihe wäre, müssten die Anwohner wohl mit einer ähnlichen Summe rechnen.

Bürgermeister Georg Butz zeigte Alternativen auf: Es gebe die Möglichkeit, die Ausschreibung aufzuheben. Allerdings war Butz der Ansicht, dass aufgrund der dort herrschenden baulichen Gegebenheiten ein signifikant anderes Ergebnis wohl nicht zu erwarten sei. Die andere Variante wäre es, den Zustand so zu belassen wie er derzeit ist. Dann würde nur die nötige Gasleitung verlegt und die Straßensanierung auf einen späteren Zeitpunkt - beispielsweise wenn größere Arbeiten am Kanal anstehen - verschoben werden.

Das Marktoberhaupt schlug vor, die Arbeiten jetzt noch nicht zu vergeben und bei einer Anliegerversammlung zuvor noch einmal das Gespräch mit den betroffenen Bürgern zu suchen, um ihre Meinung einzuholen. Das sah auch das Gremium so: Angesichts des enorm hohen Kostenansatzes sei es der richtige Weg, noch einmal mit den Bürgern zu reden, sagte Marianne Schieder (SPD), bevor der Marktrat den einstimmigen Beschluss fasste, die Vergabe zu vertagen und ein Gespräch mit den Anliegern anzuberaumen.
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