Gemeinde Wernberg-Köblitz verabschiedet Nachtragshaushalt
Bewerber noch nicht „eingetütet“

Für das Städtebauförderprogramm 2017 wurde als nächste Maßnahme die Sanierung der Jahnstraße mit Schulstraße angemeldet. Bild: Götz
Politik
Wernberg-Köblitz
21.11.2016
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Ein Grunderwerb im Industrie- und Gewerbegebiet West II und Verkäufe, die angepeilt, aber noch nicht zu realisieren waren: Diese zwei Aspekte sind ausschlaggebend dafür, dass die Marktgemeinde einen Nachtragshaushalt verabschieden muss. Die Folgen: höhere Kreditaufnahme, größere Verschuldung.

Kämmerer Bernhard Praschel fasste die Situation in der Marktratssitzung zusammen: Die im Etat dieses Jahres veranschlagten Grundstückskäufe - und damit auch die Wasser- und Kanalanschlussbeiträge - im Gewerbe- und Industriegebiet West II konnten bisher nicht wie vorgesehen abgewickelt werden. Das war bei der Aufstellung des Haushalts nicht vorhersehbar, da Interessenten für Gewerbeflächen vorgemerkt waren. Es sei auch notwendig, zur Erweiterung und sinnvollen Vermarktung der Grundstücke ein weiteres Gelände im Wert von 1,4 Millionen Euro zu erwerben. Fazit: Der Etat 2016 erhöht sich um 1 590 000 Millionen Euro von 8 817 000 auf 10 407 000 Euro.

Mehr Kreditaufnahme


Die Einnahmeausfälle beziehungsweise Ausgabenmehrungen im Vermögenshaushalt können laut Praschel nur durch Darlehensaufnahmen ausgeglichen werden. Die im Etat genehmigte Kreditaufnahme von 2 260 000 Euro erhöht sich um 2 265 000 Euro auf insgesamt 4 525 000 Euro. Die Gesamtverschuldung zum Jahresende wird folglich 11 456 000 Euro betragen. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2 042 Euro. Es ergeben sich auch Änderungen im Finanzplan. Entsprechende Ansätze wurden für den Kindergarten, die Mehrzweckhalle, die Erweiterung des Industrie- und Gewerbegebietes West II und den Neubau des Hochbehälters Fischberg angesetzt.

Konrad Kiener (CSU) strich heraus, wie wichtig es ist, die Grundstücke im Gewerbegebiet durch inspiratives Marketing zu verkaufen. Marianne Schieder (SPD) betonte, dass der Nachtragshaushalt langfristige Konsequenz aus den im Gremium gefassten Vorbeschlüssen sei. Kauf und Erschließung seien richtig gewesen. Bürgermeister Georg Butz verwies auf Vermarktungsschienen wie Messen oder "Das Plus der Oberpfalz". Es gebe eine starke Investitionsnachfrage. Ein Interessent, der erst 30 000 Quadratmeter haben wollte, gehe jetzt von 50 000 bis 60 000 Quadratmetern Bedarf aus. Doch "die Denkzeiträume in Konzernen sind anders". Selbst Ortansässige mit Flächenreservierungen realisieren ihre Projekte nur langsam.

Wann kommt Wiegel?


"Was ist mit der Feuerverzinkerei Wiegel?", wollte Christian Liebl wissen. Wiegel hat ein Grundstück im Wernberger Industriegebiet gekauft, baut aber nun zunächst sein Werk in Feuchtwangen, da es schneller genehmigungsreif war, so Butz. Er stehe mit Wiegel in Kontakt, damit der Unternehmer seinen Zeitplan für Wernberg präsentiert.

Liebl (SPD) machte keinen Hehl aus seiner Meinung, dass die Zukäufe im Industriegebiet eine starke Belastung seien und dieses Geld für andere Projekte der Kommune fehle. Zweiter Bürgermeister Alexander Werner (SPD) und Dritter Bürgermeister Georg Schlögl betonten, dass bei geringer Zinsbelastung Werte geschaffen worden seien. Der Nachtragshaushalt wurde bei einer Gegenstimme von Christian Liebl beschlossen.

Für das Förderprogramm


Jedes Jahr muss der Antrag für die Städtebauförderung auf den Weg gebracht werden. Für nächstes Jahr sind die Gestaltung der Jahnstraße mit Schulstraße und die Sportplatzstraße mit Schilternbachbrücke, im Jahr 2019 dann der Fußweg entlang des Schilternbaches und die Parkplätze nördlich des Jugendheimes aufgeführt, im Jahr 2020 der Platzbereich Kellerweg und Schlossbergweg in der Regensburger Straße und am Alten Pfarrhof. Heuer hatte man die Baulandfreimachung der Alten Schule für den neuen Kindergarten angemeldet. Diese Maßnahme wurde allerdings nicht gefördert.
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