Konträre Debatte um den Sporthallenbau
Kostenkalkulation abwarten

Der Pachtvertrag des TSV Detag läuft Ende 2016 aus. Bild: Steinbacher
Politik
Wernberg-Köblitz
19.02.2016
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Beim Vorentwurf des Haushalts fiel gleich die weiße Fläche bei der Position Sporthallenneubau auf. Zweiter Bürgermeister Alexander Werner löste eine lebhafte Marktratsdebatte aus, als er daran appellierte, das Projekt nicht mehr aufzuschieben, sondern in Angriff zu nehmen: Der TSV habe mit der alten Detag-Halle hohe Unkosten, der Sportbetrieb sei auf das Nötigste eingeschränkt. Bürgermeister Georg Butz hielt die Fakten dagegen: Über neun Millionen Schulden und ein Kindergartenneubau mit 1,5 bis 2 Millionen Euro. Letzterer sei eine Pflichtaufgabe der Kommune, der Hallenbau hingegen eine rein freiwillige Leistung. Butz bezweifelte, dass die Rechtsaufsichtsbehörde einen solchen Etat genehmigen würde.

Marktrat Vitus Bauer (Landlisten) machte die Rechnung auf, dass die Halle mit fünf Millionen in der Finanzplanung stehe. Bei einer günstigeren Bauweise für rund 3,5 Millionen würde man bei Halle und Kindergarten zusammen bei 5,5 Millionen liegen. Die Kommune sollte "heuer auf den Zug aufspringen und mit der Finanzierung beginnen". Gerhard Bäumler (FW) ergänzte, dass das Projekt bereits 2011 erstmals mit 50 000 Euro Planungskosten angesetzt war und eigentlich heuer stehen sollte. Für Anton Kummert (CSU) waren die Forderungen "aus der Hüfte geschossen". Der Beschluss des Marktrats, zu bauen, stehe. "Doch keiner baut ein Haus, ohne die Preise zu kennen". Und "wo soll die Kohle herkommen? Bauen können wir erst, wenn wir es uns leisten können", betonte Dieter Rosenberg (CSU). Maria Schlögl (FW) vermisste hingegen bei der Verwaltung mit Blick auf das für den TSV zum Jahresende nahende Pacht-Ende "die Ernsthaftigkeit", das Thema anzugehen. "Wir wissen alle, dass die neue Halle 2016 nicht realisiert werden kann und der Kindergarten wichtiger ist", konterte der Bürgermeister.

Unterlagen im März


Es sei momentan nicht möglich, "eine Hausnummer" einzusetzen. Butz erläuterte, dass ein Systembauer einen Grundriss gefertigt hat und derzeit unentgeltlich an einer Kostenkalkulation und Planung arbeite. Die Unterlagen sollen im März fertig sein. Da es wegen des Industriegebiets einen Nachtragshaushalt gebe, könnte auch der Hallenbau hier thematisiert werden. Planungskosten würden jedoch nur bei einer Architektenvergabe mit Leistungsstufen anfallen, nicht bei einer Vergabe an einen Generalunternehmer. Mit 10:6 Stimmen beschloss der Marktrat, die Sporthalle im Nachtragshaushalt zu verhandeln.

Doch bis die Halle durchfinanziert und gebaut ist, "brauchen wir eine Lösung", meinte Konrad Kiener (CSU). Man müsse versuchen, an der Deadline zu drehen, "sonst wird es für den TSV schwer". Die TSV-Halle falle zum Jahresende an Pilkington zurück, folglich sei man im Zugzwang, unterstrich Dritter Bürgermeister Georg Schlögl. Maria Schlögl plädierte dafür, erneut das Gespräch zu suchen. Butz machte wenig Hoffnungen. Das Kaufangebot von Pilkington musste der Markt wegen der unannehmbaren Konditionen bekanntlich ablehnen. Mit der Flachglas habe man Gespräche über eine Pachtverlängerung um zwei Jahre geführt - ohne Erfolg. Butz wird nun noch einmal Kontakt aufnehmen und den maßgeblichen Firmenvertreter zu einem Gespräch mit der Fraktionsführerrunde einladen.
Keiner baut ein Haus, ohne die Preise zu kennen.Marktrat Anton Kummert
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