Mehrzweckhalle sorgt in der Haushaltssitzung für Diskussionsstoff
Beschluss und eine Kehrtwende

Zwischen Seniorenheim und Schule (bewaldete Fläche an der Straße) soll die Mehrzweckhalle entstehen. Um ein Signal zu setzen, wurden 141 000 Euro in den Etat eingestellt. Luftbild: Michael Ascherl
Politik
Wernberg-Köblitz
11.03.2016
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Die Marschroute war eigentlich klar vorgegeben: Mehrheitlich hatten die Markträte beschlossen, die Sporthallenplanung in einem Nachtragshaushalt unterzubringen. Am Dienstag die Kehrtwende: 141 000 Euro werden im Etat "als Signal" bereit gestellt.

Nach der Beratung des Vorentwurfs (wir berichteten) stand nun in der letzten Marktratssitzung die Etatverabschiedung an. Es hatte sich nicht viel geändert. Einige Positionen waren etwas reduziert worden. Der unerwartet aktuell gewordene Kindergartenbau hat Vorrang. Die Sporthallenplanung sollte - so der Beschluss der vorletzten Sitzung - in einen Nachtragshaushalt wandern. Er wird ohnehin wegen eines Grundstücksgeschäftes im Industriegebiet West II erforderlich. Bürgermeister Georg Butz hielt es deshalb für sinnvoll, auch das Thema Sporthalle hineinzupacken, zumal über die Ausführung noch nicht entschieden sei. Hier kommt bekanntlich eine kostengünstigere Variante eines Generalunternehmers in Betracht. Und falls ihr der Vorzug gegenüber einer konventionellen Lösung gegeben würde, könnte es sogar sein, dass 2016 keine Planungskosten anfallen. Dann gebe es Abschlagszahlungen nach Baufortschritt.

Baurecht schaffen


In der Sitzung am Dienstag hieß es jedoch Kommando zurück: Markträtin Marianne Schieder (SPD) wollte sich nicht auf den Nachtragsetat "vertrösten" lassen, sondern den Posten "Grunderwerb Industriegebiet" (230 000 Euro) in Planungskosten für die Halle umgewidmet haben. Schieder wollte damit "einen Zustand erzeugen, dass 2016 Baurecht geschaffen wird" und 2017 mit der Mehrzweckhalle begonnen werden könne. Bürgermeister Butz verwies auf den bestehenden Mehrheitsbeschluss. Zudem könnte die Grundstücksmaßnahme nicht einfach gestrichen werden, da sie endverhandelt sei und lediglich noch die Details festzulegen wären. Schieder befürchtete, dass der Nachtragshaushalt erst im Herbst und "zu spät für die Halle" kommen könnte. Sie werde dem Etat so nicht zustimmen.

Konrad Kiener (CSU) entgegnete, dass die Zeitschiene des Marktes doch nach wie vor klar definiert sei. Dritter Bürgermeister Georg Schlögl (FBU) hakte hier bei Bürgermeister Butz noch einmal nach: "Wie sieht die Zeitschiene aus?" Falls die Halle von einem Generalunternehmer gebaut würde, seien zehn Monate zu veranschlagen, so Georg Butz. Dann könnte die Halle Ende 2017 bezugsfertig sein. Die konventionelle Art dauere entsprechend länger. Vitus Bauer (Landlisten) und Gerhard Bäumler (FW) verwiesen darauf, dass die Halle seit 2011 Thema sei und Ende 2016 stehen sollte. Bäumler plädierte dafür "ein Signal zu setzen, dass jetzt etwas gemacht wird." Dieter Rosenberg (CSU) warf einen Blick auf die Schulden, hatte aber grundsätzlich nichts dagegen eine Position für die Planung im Etat aufzunehmen, wenn es der Beruhigung diene.

Angebot liegt vor


Vor einer Abstimmung kam es zu einer einvernehmlichen Lösung: Kämmerer Bernhard Praschel machte auf einen Haushaltsrest aufmerksam: Von den im Vorjahr angesetzten Planungskosten für die Halle könnte man 141 000 Euro in den aktuellen Etat übernehmen. Damit waren alle einverstanden. Der Etat-Rest wird nicht aufgelöst, sondern als Haushaltsansatz für die Sporthallenplanung festgeschrieben. Das Kostenangebot eines Generalunternehmers wurde übrigens im nichtöffentlichen Teil vorgelegt. Entschieden wird in einer der nächsten Sitzungen.

Dritter Bürgermeister Georg Schlögl, Zweiter Bürgermeister Alexander Werner und Marianne Schieder brachten noch die Situation des TSV zur Sprache, deren Pachtverhältnis heuer ende. Auch andere Nutzer der Halle seien betroffen. Zudem habe der TSV hohe jährliche Unterhaltskosten - die Rede war von 16 000 Euro - zu tragen. Butz erinnerte daran, dass das Flachglas-Angebot zur Pachtverlängerung wegen der Konditionen mit Mehrheitsbeschluss des Marktrates abgelehnt worden war. Der Bürgermeister hat nun nochmals einen Vorstoß unternommen. "Lasst mir 14 Tage Zeit", betonte er mit Blick auf einen "runden Tisch" mit Flachglas, TSV und Dritten.

"Wir brauchen eine tragbare Übergangslösung", betonte Konrad Kiener. Hier seien alle gefragt, erinnerte er an den Erfolg der Hallenbad-Bausteineaktion. "Wir können das dem TSV nicht alleine aufhalsen", meinte Marianne Schieder. Bürgermeister Butz gab schon zu bedenken, dass andere Vereine auch für ihre Heime aufkommen. Es müsse eine gewisse Gleichbehandlung gewahrt sein.
Die Halle könnte Ende 2017 bezugsfertig seinBürgermeister Georg Butz
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