Motorsport
In der Spur

Bild: FW-Fotografie Wießmann
Sport
Wernberg-Köblitz
18.05.2016
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Der 19-jährige Jonas Geitner (rechts) stand bereits im ersten Saisonrennen als Dritter auf dem Podest. Ein Bild, an das sich die Konkurrenz wohl gewöhnen muss.

Motorradfahrer Jonas Geitner lässt in der vorigen Saison in der deutschen Meisterschaft alle hinter sich. In diesem Jahr ist für den Wernberger in einer höheren Klasse vieles neu. Deshalb sehen Experten den 19-Jährigen zunächst nur im Mittelfeld. Aber weit gefehlt.

Wernberg. Besser geht es kaum: Dreimal Vierter, einmal Dritter. "Das hat keiner erwartet. Weder ich, noch das Team. Ich komme ja aus einer kleineren Klasse", sagt Jonas Geitner nach den zwei Rennwochenenden am Nürburgring und am Lausitzring. Obwohl der Oberpfälzer in der vorigen Saison in der IDM Moto3 die gesamte Konkurrenz deklassierte, rechnete niemand damit, dass der Wernberger gleich wieder so zuschlägt. Schließlich ist die IDM Super Stock 600 nochmals eine Klasse höher.

Einstimmen am Computer


Auftakt war Ende April/Anfang Mai am Lausitzring. "Anreise ist vor dem Rennwochenende immer am Donnerstag. Da geht es um Anmeldung und Aufbau der Box", erzählt Geitner. Am Computer prägt er sich bereits die wichtigsten Daten ein. Wie zum Beispiel, welche Kurve mit welchem Gang zu fahren ist und mit wie viel Gas. "Das erleichtert schon einiges", weiß der 19-Jährige. Am Freitag hat er die Möglichkeit in drei freien Trainings, jeweils 25 Minuten, das in die Praxis umzusetzen. Geübt wird auch das Startprozedere. Die Abstimmung des Motorrads, einer Kawasaki Ninja ZX-6R (etwa 130 PS, Topspeed 285 km/h) sei enorm wichtig. "Man braucht ein sensibles Gesäß, um zu spüren, was die Maschine macht", beschreibt Geitner den Vorgang. "Die Mechaniker setzen um, was ich vorgebe. Das ist alles voll professionell." Bei den zwei Zeittrainings am Samstag geht es um die Startaufstellung. Wer schnell ist, steht ganz vorne. Wenige Stunden später ist der erste, am Sonntag der zweite Lauf. Die Renndistanz liegt jeweils zwischen 75 und 80 Kilometern.

Schon am Lausitzring feierte der Nachwuchsbiker einen genialen Einstand. "Ich war da schon nah dran am Podest", blickt er zurück. Zweimal sah er als Vierter die Zielflagge. Die Crew des Kawasaki Schnock Team Motorex, etwa 15 Leute für vier Fahrer, war aus dem Häuschen. "Das war für uns alle schon eine Überraschung."

Auf dem Nürburgring, nur wenige Tage darauf, lief es noch besser. Nur 1,1 Sekunden lag er als Dritter hinter dem Sieger Maurice Ullrich. Beim zweiten Lauf fehlten 0,2 Sekunden auf Rang drei. Auch in der Gesamtwertung bedeutet das Platz vier mit 55 Punkten. Bryan Schouten (3.) liegt nur vier Zähler vorne. Vom 8. bis 10. Juli hat der Schreinergeselle im belgischen Zolder erneut die Möglichkeit, sein Punktekonto aufzubessern. "Ich kenne den Kurs. Da war ich vorige Saison der Schnellste." Aber in der 600er-Klasse brauche man eine andere Linienwahl und mehr Kraft. "Ausschlaggebend ist die körperliche Fitness. Da habe ich noch kleine Defizite, aber ich arbeite daran", sagt Geitner, der erst seit zwei Monaten seinen Motorradführerschein hat und damit endlich auf der Straße mit einem Motorrad (900er Honda Fireblade) unterwegs sein darf. Um die lange Zeit zwischen den Super-Stock-Rennen zu überbrücken, startet der Wernberger zusätzlich in der Super Moto bei den deutschen Meisterschaften. Für Zolder im Juli hat er sich viel vorgenommen. "Die Ziele werden von Mal zu Mal höhergeschraubt. Wir möchten immer auf das Podest." Trotz allem gibt es auch eine Schattenseite der Erfolgsstory. Nur noch die beiden nächsten Rennen sind für den Wernberger finanziell abgesichert. "Wenn ich keine Sponsoren finde, kann ich einpacken."

Die nächsten Rennen: 8. bis 10. Juli Circuit Zolder (Belgien); 12. bis 14. August Circuit Assen (Niederlande)

Man braucht ein sensibles Gesäß, um zu spüren, was die Maschine macht.Jonas Geitner
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