Bachelor-Arbeit über den Logistikstandort Wernberg-Köblitz
Mehr als Platz für Speditionen

Christina Oppitz hatte in Stefan Falter, Geschäftsführer der Marktverwaltung (links), einen hilfreichen Paten und in Dr. Wolfgang Weber von der OTH (rechts) einen guten Mentor. Die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit überreichte die junge Frau an Bürgermeister Georg Butz. Bild: Völkl
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Wernberg-Köblitz
22.04.2016
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Das Autobahnkreuz ist für Wernberg-Köblitz alles andere als ein "Kreuz": Hier wird Logistik angesiedelt. Das ist laut Dr. Wolfgang Weber "weit mehr als Speditionen" und bedeutet auch Informatik, Steuerungstechnik, E-Commerce, Business to Business. Christina Oppitz analysierte, wie diese Chancen richtig genutzt werden können.

Die junge Frau ist 21 Jahre alt, wohnt in Pfreimd und belegte an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Weiden-Amberg den Studiengang Technologiemanagement. Ihr Steckenpferd: Wirtschaftsgeografie und Makroökonomie. Titel der Bachelor-Arbeit: "Logistik-Standort Wernberg-Köblitz: Branchenbezogene Chancen, Risiken und Potenziale unter dem Einfluss des Autobahnkreuzes". Oppitz hatte in Dr. Wolfgang Weber (OTH) einen guten Mentor. Weber ist mit dem Thema Autobahnkreuz schon lange "verbandelt". Er ist sicher: Am Kreuz werden "die Schwungräder für die Zukunft" laufen. Die Fakten sprechen für sich: Positives Pendlersaldo, 3000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, 90 Hektar Gewerbeflächen, Baugebiete.

Nicht verschleudern


"Wenn von 15 Anfragen eine hängen bleibt, sind wir zufrieden", so Bürgermeister Georg Butz. Gewerbeansiedlung sei ein hartes Geschäft. Doch man verschleudere die verfügbaren Flächen im Industriegebiet West II nicht, sondern sei auf Qualität bedacht. Das Areal sei ein wertvolles Gut, zumal die Auflagen in Sachen Umwelt, Lärm und flächensparendes Bauen immer größer werden. Das Potenzial am Kreuz streicht Christina Oppitz in ihrer Bachelor-Arbeit heraus. Ohne Logistikbranchen wären Produktion und Handel undenkbar. Logistik sei mit Negativ-Image - Lkw-Staus und Flächenverbrauch - behaftet. Doch es eröffnen sich vielmehr Chancen und Wachstumspotenziale. Logistik siedle sich in Umschlagszentren an. Der Service-Level müsse stimmen, der Gewerbesteuerhebesatz, Lohnkosten, Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal, Lkw-Werkstätten und gastronomische Einrichtungen. Wichtig seien auch Flächenangebote ohne große Restriktionen in Sachen Lärm und Emissionen.

Christina Oppitz erstellte eine Stärken-Schwächen-Analyse. Mit dem "Plus der Oberpfalz" wird der Standort am Kreuz bereits beworben. Die Gebäudehöhe wurde auf 22 statt 15 Meter festgelegt, und es gibt verfügbare Flächen - im Gegensatz zu Forchheim und Nürnberg. Für Wernberg-Köblitz spricht die Nachbarschaft zum Standort Tschechien. Das Autobahnkreuz ist idealer Standort für E-Commerce. Man hat Vor- und Nachleistungen von Unternehmen, Service im Industriegebiet, Autohof, Lkw-Parkplätze, Restaurants und Märkte zum Einkauf nach der Arbeit. Die Schattenseiten: Der Standort taucht nicht in den Karten der Logistiker auf. "Die haben Wernberg-Köblitz noch nicht auf dem Schirm." Hinzu komme, dass man im Landkreis bei Fachkräften einen Mangel hat, sich der demografische Wandel negativ auf Personal und Image auswirken kann. Auch ein Manko: die Anbindung an die Frachtflughäfen.

Deutlicher positionieren


Oppitz fasste den Ist-Stand zusammen: Das Industriegebiet West BA II expandiert, es gibt Anfragen internationaler Unternehmen und einen gute Bestandspflege örtlicher Betriebe. Die Herausforderung sei die Internet-Schiene: Bei den Ergebnissen der Suchmaschinen schneide Wernberg-Köblitz unzureichend ab. Die Kommune müsse deutlicher als Logistikstandort positioniert sein und in Konkurrenz zu anderen Standorten treten. Christina Oppitz rät zur Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut und zur Ergänzung der Homepage Richtung Logistikstandort. Man sollte Unternehmertreffen weiter ausbauen und in der Kommune feste Ansprechpartner für den Logistik-Markt haben. In der Werbung in neuen Medien sollten verstärkt die Serviceangebote und der Aspekt "Nachbarland Tschechien" herausgestellt werden. Ziel müsse es sein, den eigenen Markt direkt und besser darzustellen. Bürgermeister Butz sagte Danke für den "Blick von draußen", der oft gute Anstöße biete.
Am Autobahnkreuz werden die Schwungräder für die Zukunft laufen.Dr. Wolfgang Weber
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