Bluttat in Wernberg-Köblitz
Eine menschliche Tragödie - Haftbefehl wegen Mordes [Aktualisierung]

Am Montag waren die Ermittler der Kripo zur Spurensicherung am Tatort. (Foto: Wolfgang Steinbacher)
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
21.03.2016
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(Foto: Wolfgang Steinbacher)

"Ich kann es immer noch nicht glauben". Fassungslos blickt Katharina Kappl aus dem Fenster zum Nachbarhaus. Im Ortsteil Unterköblitz hat sich das für sie Unvorstellbare zugetragen: Ihr Nachbar, ein 48-jähriger Familienvater, hat im Streit seine 31-jährige Ehefrau mit einem Messer getötet.

Katharina Kappl sitzt am Geburtstagstisch. Ihr Mann ist am Montag 80 Jahre alt geworden. Auch Dritter Bürgermeister Georg Schlögl ist zum Gratulieren in die Blütenstraße gekommen: "Unfassbar, eine menschliche Tragödie", meint er zu dem Geschehen im Nachbarhaus. Die Gäste sind bedrückt. Keiner hätte sich vorstellen können, "dass in unserer Siedlung so was passiert".

Was war geschehen? Laut Polizeipräsidium Oberpfalz war es am Sonntagabend gegen 18.20 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten gekommen, in deren Verlauf die 31-Jährige mit einem Messer tödlich verletzt wurde. Als der daraufhin verständigte Rettungsdienst und die Polizei vor Ort eintrafen, fanden die Einsatzkräfte die 31-jährige Ehefrau mit mehreren Stichverletzungen am Spitzboden des Zweifamilienhauses vor. Trotz der sofortigen Versorgung der Frau durch den Rettungsdienst verstarb sie noch vor Ort. Der 48-jährige Ehemann leistete keinen Widerstand und konnte von den Polizisten festgenommen werden. Die Kripo Amberg übernahm bis spät in die Nachtstunden die weiteren Ermittlungen und die Spurensicherung, die auch am Montag noch fortgesetzt wurde.

Messer alt Tatwaffe


Wie das Polizeipräsidium Oberpfalz am Montag mitteilte, zeigte die Obduktion des Leichnams in einem vorläufigen Ergebnis, dass mehrere Stichverletzungen - nach derzeitigen Ermittlungsstand mit einem haushaltsüblichem Küchenmesser - zum Tod führten. Gegen den 48-jährigen tatverdächtigen Ehemann der Getöteten erging Haftbefehl wegen Mordverdacht. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

In dem Zweifamilienhaus wohnen das Ehepaar mit seinen beiden Kindern, sechs Jahre und elf Monate alt, in der Wohnung im ersten Stock, sowie die Eltern des Mannes im Erdgeschoss. Ob die beiden Kinder des Ehepaares die Tat mit ansehen mussten? Der Sprecher des Polizeipräsidiums verneint dies. Die Auseinandersetzung habe sich "jedenfalls nicht im Kinderzimmer", sondern in einem "räumlich abgetrennten" Bereich zugetragen. Man gehe davon aus, dass die beiden im Haus anwesenden Kinder die Tat nicht unmittelbar beobachten konnten, da sie sich in einem anderen Stockwerk aufgehalten haben. Was der ältere Bub von den dramatischen Geschehnissen registriert hat, müsse die Befragung zeigen. Um die Angehörigen kümmerten sich noch am Abend Mitarbeiter der Krisenintervention. Am Montag befanden sich die Kinder in der Obhut der Großeltern, die dem Vernehmen nach von weiteren Angehörigen unterstützt werden.

Wie konnte es zu dem Familiendrama kommen? Angaben zu den Aussagen des Tatverdächtigen wurden am Montag vonseiten der Polizei nicht gemacht. Das Tatmotiv liege im persönlichen Bereich.

"Hilfsbereiter Mann"


Katharina Kappl schildert die Familie als "nette Leute". Die 31-Jährige Ehefrau war Thailänderin. Sie und ihr Mann lernten sich, so die Auskunft von Bewohnern der Blütenstraße, in der Heimat der 31-Jährigen kennen, heirateten in Deutschland. Der Nachbar gehe liebevoll mit seinen Kindern um und sei "immer hilfsbereit", so Katharina Kappl. Was den 48-Jährigen zu seiner Tat bewegt hat, "weiß keiner von uns."
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