Der TSV Detag braucht eine Übergangslösung
Bausteineaktion für TSV-Halle?

Der TSV ehrte in der Jahreshauptversammlung verdiente Mitglieder. Josef Knorr (Vierter von links) erhielt die Ehrenurkunde und Verdienstnadel in Gold für 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Vereinsvorsitzender. Bild: hfz
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
29.03.2016
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Ende des Jahres gehen in der TSV-Detag-Halle die Lichter aus. Wie soll dann der Sportbetrieb abgewickelt werden?

Die prekäre Hallensituation war ein zentrales Thema bei der Jahreshauptversammlung des TSV Detag. Der Vorsitzende des TSV Detag Wernberg, Josef Knorr, berichtete zunächst von einem leichten Rückgang der Mitgliederzahlen auf 855 Personen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen liegt erfreulicherweise bei 33 Prozent. "Mit den erfahrenen Trainern und Übungsleitern kann der TSV vorbildliche Trainingsbedingungen vorweisen."

"Sehr schmerzhaft"


Bezüglich der Turnhalle hat sich seit der letzten Jahreshauptversammlung nicht viel geändert. Auch im vergangenen Jahr konnten wegen verschiedener Auflagen nur Veranstaltungen bis maximal 200 Personen über die Bühne gehen. Für die einzige außerordentliche Großveranstaltung zur Gründung des neuen Vereins Loew aktiv e.V. waren nochmals erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Leider hat der bisherige Vereinswirt seine Tätigkeit eingestellt. Dies bedeute weitere Einschnitte im finanziellen Bereich, da auch die kleineren Veranstaltungen wegfallen. Die Finanzlage des Vereins sei stabil und könne im Großen und Ganzen als sehr gut bezeichnet werden. Die Kosten für den Unterhalt der Halle aufzubringen und im Bedarfsfall die Reparaturen bei weniger Einnahmen zu bewerkstelligen, sei aber für alle Abteilungen "sehr schmerzhaft".

Abschließend berichtete Knorr über die Gespräche mit der Geschäftsführung der Flachglas Wernberg GmbH, um eine Verlängerung des bis 31. Dezember 2016 laufenden Pachtvertrages der Turnhalle mit Sportplatz zu bewirken. Da eine neue Halle ja noch nicht in Angriff genommen wurde, wolle man dies in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde bis Ende 2018 überbrücken.

Viele haben Bedarf


Zur derzeitigen Hallensituation äußerte sich der Abteilungsleiter der Tischtennisabteilung, Dieter Buchner, sehr kritisch. Man habe sich seit Jahren auf die Versprechen der Gemeinde bezüglich einer neuen Mehrzweckhalle bis Ende 2016 verlassen. Die Planung für die nächste Saison sei immer noch unklar. Bei Tischtennis und Judo gehe es nicht nur um Trainingsabende, sondern um aktiven Sport- und Spielbetrieb. Der Bedarf beträfe aber nicht nur Tischtennis oder Judo. In Wernberg-Köblitz gebe es ab sofort keine Möglichkeit mehr, Veranstaltungen, Versammlungen, Ausstellungen und Basare abzuhalten. Kleine Sportveranstaltungen oder Trainingsbetrieb sind in der Halle noch bis Ende 2016 möglich. Dann sei auch hier - ohne das entsprechende Engagement der Marktgemeinde - Schluss.

"Über 40 Jahre musste die Gemeinde sich keine Gedanken über einen ihrer Größe entsprechenden Veranstaltungsort in Wernberg-Köblitz machen", betonte Buchner. "Es gab ja die TSV-Turnhalle und das Gelände dazu." Mit der jetzigen Mehrzweckhalle an der Schule "werden wir nach Schließung der TSV-Turnhalle und den eventuell zur Verfügung stehenden Hallenzeiten mit unserem aktiven Sportbetrieb in Verbindung mit dem Breitensportangebot nicht weit kommen", meinte Buchner.

Marktrat Konrad Kiener regte an, eine öffentliche Bausteine- und Spendenaktion für die TSV-Turnhalle aufzulegen, da ja nicht nur der TSV bei einer Schließung betroffen sei. "Wenn wir alle zusammenstehen, auch im Marktrat, dann wird es eine Lösung geben." Bürgermeister Georg Butz gratulierte den erfolgreichen Sportlern und bedauerte, dass bei der Sportlerehrung der Gemeinde keine Meldungen eingehen. Die Beseitigung des Sturmschadens beim Tennisgelände und B-Platz könne die Gemeinde nur in geringem Maße mit Reparaturmaterial unterstützen.

Zur Hallensituation merkte Butz an, dass sich der Marktrat einig wäre, dass eine neue Halle nötig sei, jedoch vordringlich der Kindergartenbau mit zwei Millionen Euro in Angriff genommen werden müsse. Ein Kauf des Geländes von Pilkington-Konzern sei rechtlich nicht möglich, da eventuelle Folgekosten bisher nicht geklärt werden konnten. Ob und wie viel Mittel die Gemeinde für eine Pachtverlängerung bis 2018 aufbringen könne, werde in der nächsten Sitzung entschieden.

"Schon seit Jahren"


Rainer Achhammer und Ursula Widder waren nicht gegen den Kindergarten, doch das solle nicht für den verzögerten Hallenbau angeführt werden. Seit Jahren rede man beim TSV schon an Bürgermeister und Gemeinde hin, dass etwas geschehen müsse. Und da sei noch kein Kindergarten im Gespräch gewesen.

EhrungenFür ihre Vereinstreue wurden Mitglieder mit Ehrennadeln ausgezeichnet. 15 Jahre (Nadel in Bronze): Gabriele Norgauer, Brigitte Klinger, Maria Schlögl, Christina Wiesent; 25 Jahre (Nadel in Silber): Robert Hofmeister, Regina Riedl, Josef Schachtner, Dr. Fritz Loew; 40 Jahre (Nadel in Gold): Josef Appl, Egon Bucek, Tobias Wich, Gerhard Zwack, Roswitha Achhammer, Katharina Arnold, Franz Käsbauer, Rudolf Steinbauer; 50 Jahre (Ehren mitgliedschaft): Karl Bolz. Als besondere Auszeichnung erhielt der langjährige Vorsitzende Josef Knorr die Ehrenurkunde und Verdienstnadel in Gold für 25 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit als Vereinsvorsitzender.
Über 40 Jahre musste die Gemeinde sich keine Gedanken über einen ihrer Größe entsprechenden Veranstaltungsort in Wernberg-Köblitz machen.Dieter Buchner
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