Die heiße Spur fehlt noch
Ermittlungen im Mordfall Loew nicht abgeschlossen

Die Spezialisten der Kriminalpolizei waren tagelang in Dieter Loews Haus, um Spuren zu sichern. Archivbild: Völkl
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
21.12.2015
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Das Verbrechen ereignete sich genau vor einem Jahr: Der 76-jährige Dieter Loew wurde in seinem Haus in der Graf-Schall-Straße Opfer eines brutalen Raubüberfalls. Dieter Loew, den eine Pflegekraft am Morgen blutüberströmt in seinem Haus entdeckte, war so schwer misshandelt worden, dass er vier Wochen später seinen Verletzungen erlag. Die Kripo Amberg muss im Mordfall Loew einen langen Atem haben: Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

Im Haus, im Garten und im angrenzenden Waldstück begann die Polizei umgehend mit der Spurensuche. Die Ermittlungsgruppe "EG Wernberg" fahndete nach den Tätern, das Landeskriminalamt und die Familie Loew setzten Belohnungen aus. Zwei Monate nach dem Tod Dieters Loews gerieten die von ihm getrennt lebende, jetzt 53-jährige Ehefrau und ihr Lebensgefährte, ein 27-jähriger Polizist, ins Visier der Ermittler. Die Wohnungen der Frau in Wernberg-Köblitz und Österreich wurden durchsucht, ebenso das Appartement des Polizisten in Weiden. Die ermittelnden Beamten stellten Gegenstände und Dokumente sicher, von denen nicht auszuschließen war, dass sie in Verbindung zum Tatanwesen stehen könnten. Seit März steht das Paar unter Mordverdacht, ist jedoch auf freiem Fuß. Die 53-Jährige ging in die Offensive, fuhr schwere Geschütze gegen die Ermittlungsarbeit der Polizei auf. Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, ist die Sachlage neu zu bewerten, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Stück für Stück arbeitet die Kripo Amberg hunderte von Spuren und mögliche Hinweise ab, durchleuchtet wirtschaftliche Hintergründe. Die Ermittler bedienen sich dabei laut Oberstaatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier zahlreicher interner und externen Stellen, stehen mit dem Institut für Rechtsmedizin, dem Landeskriminalamt sowie Instituten, die elektronische Spuren auswerten, in Verbindung.

Mit Blick auf Wohnungseinbrüche in der Region fällt in der Bevölkerung oft das Wort Bandenkriminalität. "Wir laufen nicht mit Scheuklappen rum", so Staatsanwalt Dr. Thomas Strohmeier. Ermittelt werde nach wie vor "in alle Richtungen." Die Auswertung der Spuren sei noch nicht abgeschlossen. Und die kriminaltechnischen Untersuchungen werden auch noch einige Zeit beanspruchen: Dr. Strohmeier geht mehr"von Monaten" als Wochen aus. Ein Ende der Beweisaufnahme sei momentan nicht abzusehen und ein Jahr "nicht außergewöhnlich". Der Oberstaatsanwalt führt den Überfall auf den Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell im Jahr 2003 an: Erst 2012 konnte Anklage erhoben werden.
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