Die im Hallenbad entnommenen Proben sind ausgewertet
Beruhigende Messergebnisse

Wassergymnastik im Wernberg-Köblitzer Hallenbad: Die Badegäste freuen sich auf die entspannende "Gute-Laune-Stunde" mit Uschi Brenner. Stets mit dabei ist auch Marktrat Anton Kummert (im Becken vorne). Bilder: Völkl (2)
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
30.01.2016
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Uschi Brenner gibt den Takt, die Übungen vor.

"Atemlos durch die Nacht": Mit Helene-Fischer-Songs und Bademeisterin Uschi Brenner macht die Wassergymnastik im Hallenbad Spaß. Von Legionellen-Hysterie keine Spur. Die neuesten Messergebnisse tragen zur Beruhigung bei.

Als das Wernberg-Köblitzer Hallenbad nach der Sanierung 2009 wiedereröffnet wurde, war Uschi Brenner die beste Werbung für die Attraktivität der Einrichtung: Wellnesstempel, Riesenrutsche, da müssen die meisten Kommunen passen. Doch mit Uschi Brenner können Badefreunde auf einer attraktiven und gesunden "Freizeitwelle" schwimmen.

Beliebte Angebote


Neben dem Schwimmkurs-Angebot der Wasserwacht sorgt die Bademeisterin für Belebung. Montag, Donnerstag und Freitag wird von 16 bis 18 Uhr eine Bahn für Schwimmer abgetrennt, der Rest ist Kinderparadies mit Schwimm-Nudeln, Reifen und Spielsachen, die Buben und Mädchen auch gerne mitbringen können. Sie dürfen sich austoben, gewinnen Sicherheit im Wasser. Von 18 bis 20 Uhr ziehen dann nur die Erwachsenen ihre Bahnen. Berufstätigen kommt man am Montag und Donnerstag sogar bis 21.45 Uhr entgegen, am Sonntag von 9 bis 10 Uhr. Beliebt ist die Wassergymnastik: Montag, Dienstag und Donnerstag ab 20 Uhr. Sind am Montag bei 28,5 Grad Wassertemperatur mehr jüngere Semester vertreten, um sich auszupowern, so zieht die Stunde am Donnerstag bei wohligen 30 Grad mehr das gesetztere Publikum an. Uschi Brenner turnt die Übungselemente am Beckenrand vor, hat lustige Sprüche auf den Lippen. Die Teilnehmer schätzen dieses Angebot, kommen nicht nur aus Wernberg-Köblitz, sondern auch aus Schwandorf, Cham, Teublitz.

Dann wurde die Marktgemeinde im November vergangenen Jahres mit der Problematik "Legionellen" konfrontiert. Der sogenannte technische Maßnahmenwert bewegt sich bei 100 KBE (koloniebildende Einheit) pro 100 Milliliter. Im Hallenbad wurden an Messpunkten 100 bis 500 KBE festgestellt, aber ebenso ein Ausreißer mit 7800 KBE. Zur Einordnung: Das Gesundheitsamt würde erst ab einem Wert von 10 000 KBE tätig. Trotzdem ging die Marktgemeinde auf Nummer sicher, schloss das Bad vorübergehend, spülte Leitungen, nahm Duschköpfe ab. Wenn, dann ginge eine mögliche Gefahr nur vom Aerosol, dem Sprühnebel, aus (nie vom Trinkwasser). Bei der nächsten Analyse lag der höchste Wert bei 1500 - ein Vielfaches unter dem Wert von 7800 KBE. Im Dezember 2015 wurde deshalb das Bad wieder geöffnet. Mitte Januar nahm man nun erneut Wasserproben. In dieser Woche kam das Laborergebnis.

Die neuesten Werte


Laut Verwaltungsleiter Stefan Falter sind in den Damen-Duschen "null Legionellen". Der Herren-Duschbereich hatte bisher mit 600 KBE keinen auffälligen Werte. Diesmal wurde die Behinderten-Dusche beprobt. Sie ist mit einem Dusch-Schlauch ausgestattet, der nur schwer thermisch zu behandeln ist. Hier liegt die Belastung bei 2000 KBE. Diese Dusch-Einheit ist laut Falter außer Betrieb genommen worden. In die nächste Probennahme werden die Herrenduschen einbezogen, um sicher zu sein, dass es hier bei den bisherigen niedrigen KBE-Zahlen geblieben ist. Das Schwimmerbecken ist völlig unbelastet.

Die Marktgemeinde veranlasst alle vier Wochen Probenentnahmen, obwohl das nur einmal im Jahr gesetzlich vorgeschrieben wäre. Sollte sich etwas verändern, könnte umgehend reagiert werden. Parallel dazu werden derzeit laut Stefan Falter die Sanierungsarbeiten an der Anlage geplant.

Als die Legionellenbelastung bekannt wurde, "blieben schon Badegäste weg", so Uschi Brenner. "Doch es haben auch viele bei mir nachgefragt." Die Bademeisterin erklärte die Zusammenhänge, erleichterte die Einschätzung vermuteter Risiken. Diese Gäste blieben ihr auch treu. Die Kommune "zieht keinen wirtschaftlichen Nutzen aus dem Bad. Sie würde das Hallenbad nie öffnen, wenn eine Gefahr bestünde", ist sich Brenner sicher. "Lieber entspannen und Sport treiben, statt unbegründete Ängste hegen", lautet ihre Devise. Den Rücken stärkt ihr hierbei Marktrat Anton Kummert. Ob Schwimmen oder Gymnastik - er ist der treueste Badegast.
Die Gemeinde würde das Hallenbad nie öffnen, wenn eine Gefahr bestünde.Uschi Brenner
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