Die Unken mit dem gelben Bauch

Klein, aber markant: Die Gelbbauchunken sind selten geworden und stehen auf der roten Liste. Bilder: bre (2)
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
30.06.2016
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Zeno Bäumler und Michaela Hamann ist es gelungen: Sie haben die Gelbbauchunken, die auf der roten Liste stehen, wieder angesiedelt. Zeno Bäumler ist erfinderisch und baute eine ganz besondere Kinderstube für die geschützten Tiere.

Bei sonnigem Wetter kommt die Revierleiterin des Forstbetriebs Schnaittenbach, Dipl.Ing. Michaela Hamann, nach Oberköblitz, um mit Zeno Bäumler die Habitate für Gelbbauchunken zu begutachten. Die Forstbetriebe gehören zu den Bayerischen Staatsforsten, die nachhaltig wirtschaften, also Nutzung mit Natur- und Artenschutz zusammen bringen. Zeno Bäumler, ein gebürtiger Oberköblitzer, ist beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) aktiv, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, Bayerns Landschaften und Schönheit zu erhalten.

Vor drei Jahren hat man Gelbbauchunken in der Nähe von Wernberg entdeckt. Diese Art steht auf der roten Liste der Internationalen Weltnaturschutzunion zur Erhaltung gefährdeter Arten (IUCN). Auf dieser Liste werden akut vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen geführt. Also nahm sich ein junges Team aus LBV und Bayerische Staatsforsten mit Zeno Bäumler und Michaela Hamann der "Viecherln" an. Dazu bepflanzte man an einem Sonnenhang selbst gefertigte flache Betonbecken und bewässerte sie. Und siehe da: Die Unken blieben.

Bereits Nachahmer


Zeno Bäumler erfand diese kleinen Becken mit einer Nische zum Verstecken, in denen die drei bis vier Zentimeter großen Unken laichen und die Kaulquappen sich entwickeln können. Mit dieser Oberpfälzer Idee arbeiten mittlerweile Umweltverbände nahe Passau und in Nordrhein-Westfalen. Die "Hüpferlinge", die nächste Metamorphose, wandern dann selber in angrenzende Gebiete.

Am nahen Waldrand hat Michaela Hamann die Staatsforsten veranlasst, Altholz zu belassen, damit die Unken im Winter Höhlungen und Unterschlupf findet. Normalerweise laicht die Art in flachen, stehenden Kleinstgewässern in Bach- und Flussauen. Sie bevorzugen magere Flora und Fauna. Die Wiese nebenan wird von Emmeram Hölzl genutzt, der bei diesem Naturschutzprojekt mitmacht. Nach nun drei Jahren haben sich die Gelbbauchunken schon ordentlich angesiedelt und beleben im Umkreis weitere Biotope.

Kein Tunnelblick


Und warum kümmert sich der Vogelschutz um die Unken? "Weil wir sie gefunden haben", meint Zeno Bäumler. "Da dürfen wir keinen Tunnelblick haben".
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