Fakten vor dem Bürgerentscheid

Im Wäldchen zwischen Seniorenheim (links) und Schulanlage (rechts) soll eine neuen Halle entstehen. Über die Ausführung entscheiden die Wernberg-Köblitzer am 31. Juli. Archivbild: Ascherl
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Wernberg-Köblitz
22.07.2016
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Seit geraumer Zeit beschäftigt sich der Marktrat mit der Konzeption für eine neue Mehrfachhalle. Bild: hfz

Favorisieren die Wernberg-Köblitzer die bisher geplante Mehrzweckhalle oder eine Einfachsporthalle? Am Sonntag, 31. Juli, können sie darüber entscheiden. Wie sieht das bisherige Konzept aus, welche Fakten gibt es zur kleineren Lösung?

Die Marktverwaltung skizziert den Ist-Stand. Die bisher geplante neue Mehrzweckhalle besitzt eine lichte Hallenfläche von 43 mal 27 Meter. Die freie Höhe ist mit mindestens sieben Metern vorgesehen. Als Nebenräume sind entlang einer Hallenlängsseite neben den notwendigen Geräteräumen und Sanitärräumen im Obergeschoss vier Mannschaftsumkleiden mit Duschen sowie eine fest eingebaute Tribüne für rund 150 Personen vorgesehen.

Vielseitiges Foyer


Die Halle ist unmittelbar neben der im Jahre 1993 gebauten Einfachturnhalle auf der derzeit bewaldeten Fläche (in Richtung Bahngleise) geplant. Aus Brandschutz- und Belichtungsgründen würde die Halle mit einem Abstand von mindestens 5 Meter zu der bestehenden Einfachturnhalle errichtet werden. Allerdings ist vor der geplanten Halle und der bestehenden Einfachturnhalle ein Foyer vorgesehen, dass sowohl als Haupteingang für die bestehenden und geplanten Hallen (mit Hallenbad) als auch als Verbindungsbau der Hallen (mit Hallenbad und Schulkomplex) dient. Das Foyer wäre wahlweise eigenständig (beispielsweise bei besonderen Veranstaltungen), aber auch in Verbindung mit der Halle anderweitig nutzbar.

Eine gastronomische Bewirtschaftung der Halle ist derzeit nicht geplant. Es wären aber entsprechende Ver- und Entsorgungsanschlüsse für kleinere und größere Veranstaltungen vorgesehen. An den Einbau einer Theaterbühne und einer Kegelbahn ist nicht gedacht. Kein Wunder: Die Kosten für eine vierbahnige Kegelbahn werden auf rund 600 000 Euro geschätzt. In der Halle selbst ist ein Trennvorhang zur gleichzeitigen, unterschiedlichen Nutzung der Halle vorgesehen. Die Halle ist als Sporthalle geplant und nicht als Veranstaltungshalle. Bei Veranstaltungshallen wären weitere kostensteigernde Anforderungen (Brandschutz, Garderoben) zu erfüllen. Die Kosten der bisher geplanten Halle (einschließlich Außenanlagen und 44 zusätzlichen Parkplätzen) betragen rund 5,5 Millionen Euro, wobei für das Foyer 500 000 Euro veranschlagt werden.

Alternativ wurden die Kosten für eine schlüsselfertige Halle mit verringerten Standard hinsichtlich Schall, Wärme und Qualität ermittelt. Sie werden auf rund 4,05 Millionen Euro geschätzt. Der verringerte Standard bezieht sich zum einen auf den Brandschutz. In der weiteren Planung wäre dann festzulegen, für wie viele Personen die Halle dauerhaft ausgelegt werden soll. Zum anderen wären Einsparungen beim Schallschutz, im Foyer, bei den WC-Fliesen, bei der Innentemperatur in der Halle (nur bis 18,9 Grad), bei Prallwand und Dachgestaltung (Flachdach mit Folienabdichtung und Oberlichten statt Pultdach mit Blecheindeckung und seitlicher Belichtung) möglich. In den vorstehenden Kosten ist das Heizsystem, die Ausstattung mit Sportgeräten (Kletterwand, Basketballkörbe etc), die baurechtliche Abnahme, eine Bühne mit Bühnentechnik und Beleuchtung/Beschallung nicht enthalten.

Grober Schätzwert


Für eine in der Bürgerversammlung angeregte Einfachmehrzweckhalle liegt derzeit keine Planung vor. Laut Bauabteilung entspricht eine klassische Einfachsporthalle in der Größe der bereits jetzt vorhandenen Turnhalle aus dem Jahre 1993. Sie hat die Abmessungen von 27 mal 15 Meter und eine lichte Höhe von 5,50 Meter. Aufgrund der fehlenden Planung sei eine Kostenschätzung für die Halle schwierig. Als grober Schätzwert wird für den Neubau einer freistehenden Einfachmehrzweckhalle, die in ihrer Ausstattung in etwa der geplanten Halle entspricht, von geschätzten Kosten in Höhe von rund 2,0 bis 2,5 Millionen Euro ausgegangen. (Hintergrund)

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Weitere Informationen:

www. wernberg-koeblitz.de

Der Bürgerentscheid"Sind Sie dafür, dass die bisher geplante große Mehrzweckhalle (27 mal 43 Meter) statt der in der Bürgerversammlung angeregten Einfachmehrzweckhalle gebaut wird?" Über diese Frage können 4700 wahlberechtigte Wernberg-Köblitzer am 31. Juli entscheiden. Der Anteil der Briefwähler liegt derzeit bei sieben Prozent.

Gültig ist der Bürgerentscheid, wenn mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten - das sind 940 - ihre Stimme abgeben und mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten mit Ja oder Nein stimmen. Falls sich bei der Auszählung Stimmengleichheit ergäbe, würde die Frage als mit "Nein" beantwortet gelten. Der Marktrat ist in seinen Entscheidungen drei Jahre an das Votum gebunden - außer, es gäbe in dieser Zeit einen erneuten Bürgerentscheid mit anderer Fragestellung. Falls der Bürgerentscheid scheitert, ist der Marktrat in seinen Entscheidungen frei. (cv)
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