Haie schwimmen in der Moldau

Auch im Himmel stiftete der Dienstmann Aloisius (Josef Götz) Verwirrung. Da musste schon Petrus (Herrmann Zenger) ein Machtwort sprechen und der Erzengel Michael (Sebastian Weber) für Ordnung sorgen. Bilder: bnr (2)
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
19.10.2016
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In einem Wirtshaus geht es manchmal zu wie in einem Theater. Diese "Volksweisheit" nahm der Theaterverein Wernberg-Köblitz wörtlich. Kurzerhand schlug er im Gasthaus "Zehentbartl" seine Zelte auf.

"Die Idee vom Wirtshaustheater ist eigentlich der Not entsprungen," erzählt Vorsitzender Helmut Rubenbauer. Nachdem die Bühne im Jugendheim nicht mehr zur Verfügung stand und andere Örtlichkeiten auch nicht in Sichtweite waren, entschloss sich das Ensemble in die Wirtshäuser auszuweichen. Die Idee wurde zu einem großartigen Erfolg.

Am Freitag startete die dritte Saison und in kurzer Zeit war das Kontingent an Plätzen vergriffen. Das Wirtshaustheater unterscheidet sich grundlegend von üblichen Aufführungsorten. Die Zuschauer sitzen in gemütlicher Runde zusammen, essen, trinken und unterhalten sich. In einer Ecke ist eine kleine Bühne aufgebaut mit wenigen Requisiten. Wenn es sein muss, wird auch der Gastraum zur Bühne. Alles ist einfach und unkompliziert. Genauso sind die dargebotenen Sketche und Kurzgeschichten. Leichte Kost, die leicht zu verdauen ist.

Kuriose Mischungen


Das Besondere daran ist der Inhalt. Bekannte und neue Stücke hat das Ensemble in Eigenregie so bearbeitet, dass eine ganz andere Geschichte herauskommt. Ein Beispiel dafür ist das Vermischen vom Brandner Kasper mit dem Dienstmann Aloisius. In Wernberg hatte der Boindlkramer seine Lektion gelernt und ließ sich nicht austricksen. Nur soviel sei verraten: Für den Aloisius nahm die Geschichte eine ganz andere Wendung. Im Repertoire durfte natürlich auch die Klassik nicht fehlen. Auf dem Spielplan stand "Der Taucher" von Friedrich Schiller und herausgekommen ist "Der böhmische Taucher". In Mundart von Josef Götz vorgetragen und von den Schauspielern brillant in Szene gesetzt, war die Geschichte an Komik nicht zu überbieten. Plötzlich schwammen in der Moldau Krokodile und Haifische. Wo die wohl herkamen?

Auf Eintritt verzichtet


Insgesamt sieben Kurzgeschichten und Sketche brachten die Schauspieler auf die Bühne. Die zwei Stunden, in denen die Künstler alle Register ihres Könnens zogen, vergingen wie im Fluge. Der Theaterverein verzichtete auf einen Eintritt. Eine kleine Spende in den Hut war aber willkommen. "Wir wollen nichts verdienen, nur die Unkosten sollten gedeckt sein", begründete Helmut Rubenbauer die Entscheidung, keinen Eintritt zu verlangen.

Das Ensemble des Theatervereins Wernberg-Köblitz besteht aus neun Mitwirkenden. Auch bei der Jugend findet die Theaterarbeit immer wieder neue Freunde. An der Spitze steht Helmut Rubenbauer. "Alte Hasen" auf der Bühne sind Josef Götz, Herrmann Zenger, Anna Götz, Karin Ruhland und Sebastian Werner. Ihre "ersten Sporen" verdienen sich Jule Schneider und Antonia Bräutigam.

Spielzeit ist an zwei Abenden jeweils im Herbst und im Frühjahr. Eine telefonische Vorbestellung von Plätzen ist unbedingt erforderlich.
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