Historie nicht verwuchern lassen

Einen verwahrlosten Eindruck macht die frühere Grabstätte des Freiherrn von Brenken nahe der Burg Wernberg. Der Gewerbeverband möchte sie wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzen. Bild: Völkl
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Wernberg-Köblitz
23.06.2016
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Der Gewerbeverband hat ein Herz für Historie. Er möchte das verwahrloste Brenken-Grab in einen würdigen Zustand versetzen. Das kostet.

Freiherr Rudolf von und zu Brenken war einer der Besitzer, der dafür sorgte, dass die Burg Wernberg nicht zur Ruine verfiel. Eine Grabstätte in der Graf-Schall-Straße erinnert an den Adeligen, den die Verwandten in den 1980er Jahren nach Norddeutschland überführen ließen. Im Vorjahr war der 100. Todestag des Freiherrn. Der Wernberg-Köblitzer Gewerbeverband möchte das verwahrloste Grabmal instand setzen. Grünarbeiten sind erforderlich, die Einfassung muss erneuert werden und die Aufarbeitung des Grabmals durch einen Steinmetz liegt kostenmäßig bei rund 5000 Euro. Es werden schon Gespräche mit Sponsoren geführt. Bürgermeister Georg Butz fragte nun in der Marktratssitzung das Gremium, ob sich auch die Marktgemeinde beteiligt. Am 11. September, dem "Tag des offenen Denkmals, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Einheitliche Linie suchen


Josef Appl war dafür, die Sanierung zu unterstützen. Gerhard Bäumler meinte ebenso, dass das Grabmal wegen der historischen Bezüge nicht verfallen dürfe. Marianne Schieder fragte, ob sich denn auch die Angehörigen beteiligen. Laut Bürgermeister werden sie bei den Sponsorenanfragen mit angeschrieben. Der Marktrat kam überein, hinsichtlich einer Kostenbeteiligung bei Marterln und historischen Grabmälern nach einer einheitlichen Linie zu suchen, um keinen Präzedenzfall zu schaffen.

Johann Kick (Glaubendorf) legt sein Amt als Feldgeschworener aus Altersgründen nieder. Der Marktrat nahm den Rücktritt an. Die Gemeinde wird ihm mit der Entlassungsurkunde den Dank für seinen jahrzehntelangen Einsatz übermitteln.

Einen Nach-Tarock gab es zum Thema Jugendheim. Bekanntlich ist der Bürgermeister vom Marktrat beauftragt worden, die Verhandlungen mit der Diözese zum Erwerb des Jugendheims für einen Euro aufzunehmen. Zunächst sah Zweiter Bürgermeister Alexander Werner seine Redebeiträge im Protokoll nicht korrekt wiedergegeben. Seine Aussagen sollten wörtlich niedergeschrieben werden. Vom Wortprotokoll hat sich das Gremium jedoch vor einiger Zeit einstimmig verabschiedet. Dem Tenor der Markträte nach soll es auch dabei bleiben.

Mündliche Zusage


Marianne Schieder monierte, dass im Protokoll zwar Schreiben der Diözese und der Kirchenverwaltung beigelegt seien. Sie vermisste aber Schriftliches über den aktuellen Sachverhalt. Die Zusage, dass der Markt das Jugendheim für einen symbolischen Preis erwerben könne, gibt es aber laut Butz ihm gegenüber nicht schriftlich, sondern mündlich, ebenso das Einverständnis, dass die Kommune den Notarvertrag ausarbeitet. Die Vorverhandlungen seien jedoch nicht über den Markt, sondern zwischen der Jugendheim-Initiative um Marktrat Anton Kummert, Pfarrer, Kirchenverwaltung und Diözese gelaufen.

Anton Kummert meldete sich zu Wort: Er betonte, dass er Marianne Schieder und Markträte der Landlisten schon vor längerer Zeit persönlich angesprochen habe. Er wollte, "dass alle Bescheid wissen" und ihn unterstützen. Für Schieder hätte es hingegen keinen Sinn gemacht, mit Kummert zum Bischof zu fahren. Ansprechpartner sei die Liegenschaftsverwaltung. In welcher Funktion hätte Kummert in Regensburg vorgesprochen? Sie habe damals keinen Sinn in dem Vorstoß gesehen.

"Cut machen"


"Persönliche Schuldzuweisungen führen nicht weiter", beendete Bürgermeister Butz die Diskussion. Man sollte jetzt "nicht alle Hunde durchs Dorf treiben und persönliche Emotionen zurückstecken." Er sei einstimmig vom Rat beauftragt, die Verhandlungen zu führen. "Also machen wir jetzt einen Cut drunter." Die Gemeinde verhandle und arbeite den Notarvertrag aus. Das werde mit der Diözese besprochen. "Ich möchte das möglichst schnell abwickeln und denke auch, dass wir "nicht langsam unterwegs sind". Wie eine Nachfrage beim Bürgermeister ergab, liegt der Vertrag inzwischen bei der Diözese.
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