Jost Hest referiert zum Thema Asylrecht
Unsichere Zukunft

Jost Hess vom Arbeitskreis Asyl aus Weiden engagiert sich seit 31 Jahren für Asylbewerber. Bild: hfz
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
16.04.2016
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Angekündigt war ein Vortrag zum Thema Asylrecht. Es wurde ein Abend über Menschen auf der Flucht.

Die Evangelische Kirchengemeinde und der Helferkreis Asyl aus Wernberg-Köblitz hatten dazu ins evangelische Gemeindehaus eingeladen. Jost Hess vom Arbeitskreis Asyl aus Weiden gab einen Überblick über den Ablauf des Asylverfahrens. Die Schutz suchenden Menschen stellte er dabei in den Mittelpunkt.

Der Jurist engagiert sich zusammen mit seiner Ehefrau Ursula seit 31 Jahren für Asylbewerber. "Viele, die bei uns anklopfen, haben bereits einen Fluchtweg von acht Monaten oder mehr hinter sich", berichtete er. Sie kämen, weil sie sich hier ein Leben in Sicherheit erhofften. Syrer und Iraker zöge es vor allem deshalb nach Deutschland, weil bereits Verwandte oder Freunde seit längerem in unserem Land lebten.

Ständige Änderungen


"Rund 200 000 Syrer und 90 000 Iraker wohnen bereits zwölf Jahre oder länger hier." Das Asylrecht sei komplex und zudem ständigen Veränderungen unterworfen. Für die Asylsuchenden bedeute dies oft monate- oder jahrelange Wartezeiten verbunden mit großer Ungewissheit.

Der Referent stellte fest: "Einen Asylantrag zu stellen nach Paragraf 16a im Grundgesetz ist heute fast nicht mehr möglich, denn Deutschland ist von sogenannten sicheren Drittstaaten umgeben." Vor allem Syrer bekämen deshalb die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt, ein Status, der auf der Genfer Flüchtlingskonvention beruht und der ins deutsche Asylgesetz übernommen wurde.

Prüfung nach einem Jahr


"Subsidiären, also nachrangigen Schutz erhält, wer in seinem Heimatland mit der Todesstrafe oder Folter rechnen muss oder in dem Bürgerkrieg herrscht. Nach einem Jahr wird dieser Status bereits wieder überprüft. Für die Betroffenen bedeutet das wieder eine unsichere Zukunft." Dabei fehle es nicht am Integrationswillen der Asylsuchenden. Jost Hess: "Ich werde immer wieder gefragt: Wann kann ich endlich mit dem Deutschkurs anfangen?"
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