Lagerplatz in der Kritik

An der Neunaigener Straße ist ein großer Lagerplatz entstanden. Hier werden Schienen, alter Schotter und Weichen gelagert, ebenso Neuschotter für den Gleisumbau beim Bahnhofsgelände. Gearbeitet wird auch nachts. Anlieger beschweren sich über den Lärm. Bilder: Völkl (2)
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Wernberg-Köblitz
28.07.2016
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Die Gleisbauarbeiten laufen bis 6. August rund um die Uhr. Dann werden noch Nacharbeiten ausgeführt, allerdings nur am Tag.

Mitten ihm Wohngebiet, an der Neunaigener Straße, ist ein großer Lagerplatz entstanden: Eisenbahnschwellen werden gestapelt, Schotter abgekippt. Die laufenden Gleisbauarbeiten der Bahn führten zu kritischen Stimmen im Marktrat.

Marktrat Dr. Franz-Josef Putz machte auf den Lagerplatz aufmerksam, der schräg gegenüber seiner Praxis entstanden ist. Er befürchtet Schäden für die Straße, wenn schwere Lastwägen Schotter anfahren. Dr. Putz sprach vom Lärm-, Geruchs- und möglicher Schadstoffbelastung. Werde möglicherweise eine Schotterwaschanlage gebaut? Bürgermeister Georg Butz verneinte dies, machte aber darauf aufmerksam, dass es sich um eine Baustelle des Bundes handle und die Gemeinde nicht Genehmigungsbehörde sei.

Marktrat Josef Appl sah eine erhöhte Unfallgefahr darin, dass die Laster von der Bahnlinie über ein gemeindliches Grundstück zur Nürnberger Straße und weiter zur Neunaigener Straße fahren. "Irgendwo müssen sie ja rüber", meinte Bürgermeister Butz. Der Lagerplatz für die Maßnahme des Bundes sei von privat angemietet. Markträtin Marianne Schieder betonte, dass die Maßnahme zügig durchgezogen werden müsse, sonst gebe es Probleme mit dem Bahnverkehr. Vitus Bauer ärgerte es, dass der Gemeinde diese Maßnahme so übergestülpt werde.

Der Zeitplan


Wie Alfred Reindl, Bauleiter der Firma Spitzke, auf NT-Anfrage mitteilte, begannen die Gleisbauarbeiten der Bahn Mitte Juli. Nach einigen Vorarbeiten wurde ab 25. Juli Gleis drei umgebaut. Das ist bis 1. August erledigt. Dann sind die Weichen 1,2 und 3 an der Reihe. Diese Arbeiten auf einem 680-Meter-Stück werden sich bis 6. August hinziehen. Beide Etappen sind 24-Stunden-Baustellen, gearbeitet wird rund um die Uhr.

Keine Waschanlage


Nun unweit entfernt wurde vom bauausführenden Unternehmen in der Neunaigener Straße ein Privat-Grundstück angemietet, auf dem verbrauchter Schotter, alte Schwellen und Schienen, Neuschotter für den Gleisumbau sowie Material für den Bodenaustausch gelagert werden. Rund um die Uhr wird alter Schotter angefahren. Diese nächtliche Lärmbelästigung im Umfeld des Platzes sollte mit dem gestrigen Tag beendet sein, so Reindl. Die Lärmbelästigung im Bahnhofsbereich reduziere sich ab 6. August. Dann laufen nur noch Nacharbeiten am Tag. Reindl betonte, dass auf dem Lagerplatz auf keinen Fall alter Schotter gewaschen werde. Der sei verbraucht, man benötige andere Qualitäten.

Von der Anmietung des Platzes seien Gemeinde, Landratsamt und Polizei in Kenntnis gesetzt worden. Die Untere Naturschutzbehörde hatte bei entsprechender Bodenabdichtung "keine Einwände". Sein Unternehmen habe auch mit Blick auf Schäden und entsprechende finanzielle Begleichung den Straßenzustand dokumentiert. Auf dem Lagerplatz werden ab kommenden Montag die Schwellen abgefahren. Die Altschienen von Gleis drei folgen ab 8. August. Der Platz soll am 16. August geräumt sein, so Reindl. Die Anlieger wurden von ihm mit einem Schreiben über die Maßnahme informiert.

Gestern gab es noch ein Gespräch zwischen Dr. Putz und Bauleiter Reindl. "Das war sehr konstruktiv", teilte der Marktrat mit. Alfred Reindl wolle versuchen, die Lärmbelastung noch zu reduzieren. Kritik übt Dr. Putz am Informationsfluss der Gemeinde: Sie sei seit 6. Juni über die Maßnahme informiert. Hätte Reindl um die Sensibilität des Wohngebiets gewusst, wäre er auf erneute Standortsuche gegangen, spricht Putz alternative Brachflächen im Industriegebiet an.
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