Marktrat gibt seine Stellungnahme zum Ostbayernring ab
Variante mit dem größten Schutz

Vermischtes
Wernberg-Köblitz
22.01.2016
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Der Ersatzneubau für den Ostbayernring kommt. Doch welche Trasse? Bei der "Variante 5aA" sieht der Marktrat Mensch und Natur im Raum Wernberg-Köblitz noch am besten geschützt. Das Statement fließt nun ins Raumordnungsverfahren ein. In vier Jahren soll der Neubau mit mehr Kapazität und bis zu 70 Meter hohen Masten stehen.

Die Regierung der Oberpfalz hat das Raumordnungsverfahren zum Ersatzneubau der 380 kV-Leitung Redwitz-Schwandorf eingeleitet, sie entscheidet auch über die Trasse. Netzbetreiber Tennet präsentierte die Varianten bei Infobörsen. Die Marktgemeinde hat sich bis 29. Januar zum Raumordungsverfahren zu äußern. Von der Verwaltung wurden die Varianten detailliert auf Faktoren wie Natur, Landschaft, Siedlungswesen, Industriegebiet und Wohnbebauung abgeklopft. Den Beschlussvorschlag nahm der Marktrat mit zwei Gegenstimmen (Georg Schlögl, Gerhard Bäumler) an. Er fließt ins Raumordnungsverfahren ein.

Wohnen und Industrie


Wichtig ist dem Markt, dass die Maststandorte und die Schutzstreifen so gewählt werden, dass der Eingriff in das Landschaftsbild minimiert sowie Schall- und EMF-Immissionswerte verringert werden. Die Trassenvariante A5c - nur 65 Meter von der bestehenden Leitung entfernt - hätte für den Markt gravierende Folgen: Sie durchschneidet den östlichen Bereich des neuen Industriegebiets. 10000 Quadratmeter wären betroffen. Es ist zu befürchten, dass ein Firmengebäude überspannt wird und Einschränkungen eine sinnvolle Nutzung des Areals für Gewerbe- und Industrie in Frage stellen. Variante A5c verläuft sehr nah an Kettnitzmühle. Mit Blick auf die Wohnbebauung sollte ein Mindestabstand von 200 Metern eingehalten und Erdverkabelung geprüft werden.

Das Wasser-Vorranggebiet wird von allen Trassen gequert. Allerdings ist nach der Stilllegung von Brunnen 1 und 2 mit einer Verkleinerung zu rechnen. Die Folge: Geringere Querungslänge. Ebenfalls von allen Varianten tangiert ist der Bögl-Steinbruch südwestlich von Saltendorf, in dem auch gesprengt wird. Hier sollte eine Verlegung des Wiederanschlusspunktes der Variante 5Aa auf einen günstiger liegenden Masten überdacht werden. Dann wäre eine Beeinträchtigung des Steinbruchs ausgeschlossen. Nach Abwägung aller Für und Wider spricht sich der Markt für die Variante A5a mit größerer Entfernung zu Kettnitzmühle und Industriegebiet aus, da hier "die Schutzgüter Mensch und Siedlungswesen" am besten berücksichtigt werden.

Marktrat Konrad Kiener hakte nach, wie der Sachstand bei der ebenfalls geplanten Gleichstromtrasse sei. Laut Verwaltungsleiter Stefan Falter ist im neuen Netzausbauplan nun Landshut als Anschlusspunkt skizziert. Tennet würde gerne zusätzlich zur Wechselstrom- den Bau der Gleichstromtrasse übernehmen. Kiener sah in dieser Info ein zusätzliches Muss für "A5a". Georg Schlögl verdeutlichte: Bei "A5c" würde die neue Trasse nur 65 Meter von der alten Leitung entfernt gebaut. Er befürchtete, dass dann auf das alte Terrain die Gleichstromleitung kommen könnte. Gerhard Bäumler sah sich in seiner früheren Einschätzung bestätigt, wonach beide Leitungen "in ziemlicher Nähe herkommen könnten". Im Plan ist der mögliche Korridor derzeit 50 bis 100 Kilometer breit, verwies Verwaltungsleiter Stefan Falter auf im Netz abrufbares Infomaterial. Bundestagsabgeordnete und Markträtin Marianne Schieder berichtete, dass sich zeitnah entscheiden werde, ob Tennet beide Trassen plane. Davon seien dann die Varianten abhängig, bei denen allerdings auch die bei der jetzigen Trasse verlaufende Gasleitung berücksichtigt werden müsse. Ob Vorhabensträger oder Varianten: Es sei noch nichts entschieden. Bürgermeister Georg Butz sah durchaus Befürchtungen im Raum stehen, doch über die Gleichstromtrasse gebe es derzeit "null belastbare Aussagen. Wir wissen heute nicht, wer die zweite Leitung baut". Jetzt gehe es zunächst um den Ostbayernring. Markträtin Maria Schlögl appellierte auch an die Bürger, bei ihren Stellungnahmen zum Raumordungsverfahren "A5a" zu stärken.

Favorit "A5a"Die Trasse "A5a" zweigt kurz vor Kettnitzmühle ab, umgeht das neue Industriegebiet im Westen, läuft innerhalb einer bestehenden Waldschneise, knickt dann Richtung Süden ab und schließt südwestlich des Steinbruchs wieder auf die bestehende Trasse auf.
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