Nach Geschmack der Kinder

Caterer Alexander Wagmann (hinten mit Schürze) vom "Alten Pfarrhof", Elternbeirat Nancy Morgan und das Kita-Personal mit Leiterin Christine Lippert (links hinten) haben das Mittagessen im Kinderhaus umgekrempelt. Den Buben und Mädchen - im Bild die Vorschulkinder - schmeckt es. Bilder: hfz (3)
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
08.08.2016
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Was kommt auf den Kita-Tisch? Kindergeschmack und Elternvorstellungen, hohe Standards und ein relativ niedriges Budget - da wird das tägliche Mittagessen schnell zum Spagat. Nicht, wenn man wie das Kinderhaus St. Anna einen Coach an der Seite hat.

(cv) Kindergartenleiterin Christine Lippert erläutert die Konzeption. Die Einrichtungen erarbeiten gemeinsam mit der Ansprechpartnerin des Fachzentrums Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ziele und Strategien, um die ernährungsphysiologischen Anforderungen für die Tageseinrichtung kindgerecht und praxisnah umzusetzen. Wichtig ist, dass alle am Projekt beteiligten Akteure an einem "Runden Tisch" zusammenarbeiten. So wird das erarbeitete Konzept von allen mitgestaltet und mitgetragen - ob Erzieherinnen und Erzieher, Eltern, Träger der Kitas oder Essenslieferanten. "Das Ergebnis ist ein gesundheitsförderlicher, altersgerechter Speiseplan mit Gerichten, die den Kindern schmecken", so Lippert.

Seit Start des Coachings im Jahr 2010 wurden bayernweit 242 Kitas bei der Einführung von Qualitätsstandards unterstützt. Im Regierungsbezirk Oberpfalz haben sich in diesem Jahr sechs Kindergärten am Projekt beteiligt. An den bislang fünf Coaching-Runden nahmen laut Landwirtschaftsminister Helmut Brunner 195 Kindertageseinrichtungen teil, die mehr als 11 500 Kinder verpflegten. Mit Unterstützung von Ernährungsexperten haben landesweit weitere 45 Kindertagesstätten ihre Verpflegungsangebote verbessert.

Rituale und Tischregeln


Im Kinderhaus St. Anna wurde erst mal ein neuer Speiseplan, der auf dem Know-how der Deutschen Gesellschaft für Ernährung basiert, entwickelt. Caterer Andreas Wagmann, Christina Betz vom Fachzentrum Ernährung/Gemeinschaftsverpflegung, Kita-Team und Elternbeirat arbeiteten eng zusammen und berücksichtigten die Wünsche der Kinder. Dann wurde die Ess-Atmosphäre freundlich gestaltet - durch Vorhänge, Tischdecken und einheitliches Geschirr. Gegessen wird in kleinen Gruppen. "Das ist leiser und entspannter", erzählt Christine Lippert. Mitarbeiter beaufsichtigen die Kinder während des Mittagessens und führen Rituale und Tischregeln ein. Ein Gebet wird gesprochen. Die Kinder sagen Bitte und Danke, lernen Tischmanieren. Die Buben und Mädchen bestimmen die Größe ihrer Portion, die sie essen wollen, selbst und nehmen sich das Essen auch selbst.

Gut und gesund


Landwirtschaftsminister Helmut Brunner überreichte bei einer Fachtagung zum Abschluss des Projekts in München die Urkunde an das St. Anna Kinderhaus. "Sie sorgen jeden Tag dafür, dass unsere Kinder gut, gesund und gerne essen", sagte der Minister. Das sei für die weitere Entwicklung von unschätzbarem Wert. Gerade die ersten Lebensjahre seien für das spätere Ernährungsverhalten prägend. Laut Brunner werden derzeit mehr als zwei Drittel der in Kitas betreuten Kinder - das sind rund 325 000 - mittags verpflegt.
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