Sich nicht so wichtig nehmen

Als Hauptzelebrant feierte Professor Dr. Bertram Stubenrauch den Festgottesdienst zum Mutter-Anna-Fest. Seine mahnende Predigt wird den Gottesdienstbesuchern in Erinnerung bleiben. Als Konzelebrant stand ihm Pfarrer Markus Ertl zur Seite. Bilder: bnr (2)
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
02.08.2016
46
0

Der Blickfang in Wernbergs guter Stube ist die St.-Anna Kirche. Mit einem festlichen Mutter-Anna-Triduum feierte die Pfarrgemeinde das Patrozinium ihrer ortsprägenden Pfarrkirche. Doch vorher bescherten die Wetterkapriolen ein organisatorisches Hin und Her, in dem sogar der Ministrant den Weihrauch vergaß.

Sorgenvoll richtete Pfarrer Markus Ertl am Sonntagmorgen den Blick zum Himmel. Donner und Regen drohten dem geplanten Ablauf des Mutter-Anna-Festes einen Strich durch die Rechnung zu machen. An einem Festgottesdienst unter freiem Himmel am Marktplatz war nicht zu denken. Die "Naabtaler", die das Fest musikalisch begleiten sollten, hatten die Bänke vor dem Altar bereits verlassen und sich auf der Empore eingerichtet. Doch pünktlich um 8.30 Uhr, als der Festgottesdienst beginnen sollte und der Böllerschütze seine drei Eröffnungsschüsse abgefeuert hatte, hörte es auf zu regnen und alles kehrte wieder zurück auf den Marktplatz.

Mit einer halben Stunde Verspätung konnte der Festgottesdienst dann doch noch unter freiem Himmel beginnen. Die Kirchenbesucher trugen es mit Humor. Als Hauptzelebrant konnte in diesem Jahr Dr. Bertram Stubenrauch gewonnen werden. Der Professor für Dogmatik und ökumenische Theologie an der Universität München nahm in seiner Predigt die überzogene Selbstdarstellung vieler Zeitgenossen unter die Lupe, die durch das Medienzeitalter immer grössenwahnsinnigere Formen annimmt, deren Zeche am Ende alle zu bezahlen haben. Sein Credo lautete: "Sich nicht so wichtig nehmen. Beiseite treten und Raum schaffen für andere. Vor allem Gott den Vortritt lassen."

Glauben Raum geben


Wie auch in den Jahren zuvor bildeten drei Gottesdienste das Mutter-Anna-Triduum. Am Freitag, dem "Tag für geistliche Berufe", nahm sich Spiritual Matthias Effhauser des Themas an. Die Familie stand am Samstag im Mittelpunkt der Betrachtung von Pfarrer Markus Ertl. Die gewählten Themen dienten dazu, den Glauben den Platz in der Gesellschaft zu geben, der ein gottgefälliges Leben erst möglich macht.

An den Hauptgottesdienst schloss sich eine Prozession an, die zum Kalvarienberg führte. Pfarrer Markus Ertl trug in den Fürbitten die Anliegen seiner Pfarrgemeinde vor Gott. Der eucharistische Segen und das Te Deum am Markplatz bildeten den feierliche Abschluss des Festtages. Im Anschluss an den Gottesdienst hatte der Kirwaverein noch Tische und Bänke aufgestellt und die Gottesdienstbesucher zum Frühschoppen eingeladen. "Die Naabtaler" spielten auf und es wurden Erinnerungen an das Fest vergangener Zeiten wach.
Weitere Beiträge zu den Themen: Gottesdienst (175)Mutter-Anna-Fest (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.