Spektakuläre Großübung der Feuerwehren
Retter belagern die Burg

Bei der Großübung auf der Burg Wernberg mussten die Rettungskräfte ihr ganzes Können aufbieten. Mit Drehleitern wurden Verletzte geborgen. Bilder: wee
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
02.05.2016
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Mit vereinten Kräften gelang es den Feuerwehrleuten, die Verletzten und Vermissten zu bergen und aus der Burg zu schaffen. Auch die medizinischen Rettungskräfte hatten alle Hände voll zu tun.

Ausnahmezustand rund um die Burg Wernberg: Jede Menge Feuerwehrfahrzeuge und Rettungswagen kommen mit Blaulicht und Martinshorn angefahren.

Die Großübung am Samstagvormittag hatte Überraschungseffekt: Nur ein kleiner Personenkreis war eingeweiht. So stieg bei den Einsatzkräften erst einmal der Adrenalinspiegel an, als es "Brand auf der Burg Wernberg" hieß. Natürlich erfuhren die über 200 Feuerwehr- und Rettungskräfte sehr schnell, dass es sich um eine Übung handelte, aber was sie wirklich erwartet, das ahnten die Helfer nicht.

Realitätsnahes Szenario


Erster Kommandant Dieter Schweiger von der Feuerwehr Wernberg hatte ein Jahr lang ein sehr realitätsnahes Szenario vorbereitet, in das auch Gäste und die Mitarbeiter der Burg eingebunden wurden. Als der Feueralarm in der Burg ausgelöst wurde, brachten die Brandschutzhelfer (Angestellte der Burg Wernberg) sofort das Personal und die Gäste aus dem Gefahrenbereich, aber es war ihnen nicht möglich, alle Gäste zu evakuieren. Beim Eintreffen der Rettungskräfte informierte Sven von Jagemann, Direktor der Burg Wernberg, den Einsatzleiter über die Situation: In der Vorbereitungsküche habe es eine Fettbrandexplosion gegeben. die beiden Köche seien schwer verletzt. Im Kaminzimmer habe eine Hochzeitsgesellschaft gefeiert - ein Teil der Gäste dieser Gesellschaft befinde sich noch verletzt im Gebäude.

Und damit es auch wirklich realistisch aussieht, waren Feuerwerker mit im Einsatz, welche die Gänge und den Innenhof der Burg vernebelten. Mit schwerem Atemschutz ging es ins Gebäude. Verletzte wurden geborgen, von BRK und Johannitern versorgt. Über Drehleitern wurden Menschen aus schwindelerregender Höhe mit dem Transportkorb nach unten in den Burggraben gebracht. Die Jugendgruppe der Johanniter Schwarzenfeld hatte Brandverletzungen, Knochenbrüche und andere Verletzungen täuschend echt nachgeschminkt. Und mit bewusstlosen Opfern, einem angeblichen Kreislaufkollaps und einem Herzinfarkt wurden die medizinischen Helfer ebenfalls konfrontiert. Den Verlauf der Übung beobachteten Kreisbrandrat Robert Heinfling, Kreisbrandinspektor Johann Gietl, Kreisbrandmeister Martin Weig und Kreisbrandmeister Günther Ponnath sowie BRK-Organisationsleiter Werner Hannewald. Kreisbrandmeister Willi Duschner, kam an diesem Tag eine besondere Rolle zu: Er koordinierte zusammen mit ersten Kommandanten Dieter Schweiger diese Großübung - sein letzter Einsatz als aktiver Feuerwehrmann.

Die Landkreisfeuerwehrführung und Direktor Sven von Jagemann zeigten sich mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden. Nach knapp einer Stunde waren alle Personen gerettet, das Feuer unter Kontrolle. Die Übung zeigte aber auch, dass die Burg Wernberg lagemäßig zu den schwierigsten Objekten im Landkreis zähle. Die Landkreisfeuerwehrführung, stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl, Hoteldirektor Sven von Jagemann - auch stellvertretend für die Familie Conrad, BRK-Organisationsleiter Werner Hannewald und der Kommandant der Feuerwehr Wernberg, Dieter Schweiger, bedankten sich abschließend bei allen für das gute Zusammenspiel.

205 EinsatzkräfteWelche Dimension die Großübung einnahm, wurde bei der Manöverkritik bewusst. An dieser Übung beteiligten sich 205 Einsatzkräfte. Es wirkten mit die Feuerwehren Wernberg, Atzenhof, Glaubendorf, Losau-Schiltern, Neunaigen, Oberköblitz, Saltendorf, Söllitz, Trausnitz, Woppenhof, Pfreimd, Weihern, Luhe und Vohenstrauß sowie die Unterstützungsgruppe "Örtliche Einsatzleitung Landkreis Schwandorf". Außerdem waren aus dem medizinischen Rettungswesen Notarzt Dr. Werner Duschner, unterstützt von Michael und Barbara Duschner, der "Helfer vor Ort", die BRK-Bereitschaften Wernberg-Köblitz und Pfreimd, die Johanniter Schwarzenfeld und die BRK-Unterstützungsgruppe mit im Einsatz. Insgesamt wurden 1250 Meter B-Schlauch verlegt. Dabei mussten gesamt 75 Höhenmeter überwunden werden.
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