Standort für die neue Mehrzweckhalle in der Diskussion - Über Ausstattung noch nicht entschieden
CSU für große Mehrzweckhalle

"Sind Sie dafür, dass die bisher geplante große Mehrzweckhalle (27 mal 43 Meter) statt der in der Bürgerversammlung angeregten Einfachmehrzweckhalle gebaut wird?". Der Bürgerentscheid am 31. Juli wirft viele Fragen auf. Etwa 75 Interessenten kamen zum Info-Treff an den geplanten Standort im Wald zwischen Schule und Seniorenheim. Bilder: Völkl (3)
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Wernberg-Köblitz
23.07.2016
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Konrad Kiener, Fraktionssprecher im Marktrat, legte dar, warum die CSU wie alle anderen Marktratsparteien für die große Lösung ist. Sein Appell: zur Abstimmung gehen.

Konrad Kiener, Fraktionssprecher der CSU im Marktrat, ließ beim Info-Treff am geplanten Standort keinen Zweifel daran: Die CSU "steht voll und ganz hinter der großen Lösung Mehrzweckhalle".

Das Interesse war enorm. Rund 75 Interessenten waren zu dem Gemeinde-Wäldchen gekommen, das der Halle weichen soll: Markträte, Vereinsvertreter, Spartenleiter. Kiener begrüßte auch das Aktionsbündnis "Ja zur großen Mehrzweckhalle" mit Alexander Werner, Christa Mösbauer und Bernhard Hagn. Man verfolge gleiche Ziele: Ein Ja zur großen Mehrzweckhalle beim Bürgerentscheid am 31. Juli.

Bürgerwillen entsprochen


Die CSU stehe nach wie vor hinter dem einstimmigen Beschluss des Marktrates. Doch eine Mehrheit in der Bürgerversammlung habe sich dem Antrag von Franz Wilhelm angeschlossen: ein Ratsbegehren für eine Einfachmehrzweckhalle. Der Marktrat habe dem Bürgerwillen entsprochen und den Weg dazu freigemacht.

Kiener war der Meinung, dass sich der Markt die Zukunftsinvestition in eine große Mehrzweckhalle, "eine Halle für alle", leisten könne. Steigende Einwohner- und Geburtenzahlen, Aufstufung zum Mittelzentrum - da müsse sich auch die Infrastruktur entwickeln. Der Marktrat habe die Ortskern-, die Schulsanierung und den neuen Kindergarten auf den Weg gebracht. "Doch es hakt bei der Hallensituation. Das Jugendheim ist gesperrt. Wie es mit der Nutzung der TSV-Halle weitergeht, kann derzeit nicht beurteilt werden." Enorme Brandschutz-Kosten stünden im Raum. Fazit: "Wir haben in Wernberg-Köblitz keine Halle mehr, die ohne Auflagen oder Einzelgenehmigungen für große Sport- und Kulturveranstaltungen zugelassen ist".

Der Markt reagierte, entwickelte ein Anforderungsprofil und einen Vorentwurf. Die Kosten inklusive Foyer, Umkleiden, Tribüne, Nebenräumen und Parkplätzen sind auf 5,5 Millionen Euro veranschlagt. Viel Geld: Deshalb stehe eine schlüsselfertige Variante mit reduziertem Standard und Kosten in Höhe von rund 4 Millionen zur Disposition. Eine Entscheidung stehe noch aus.

Die Finanzierung der Halle - realistischer Baubeginn 2017, Bezug 2018 - könne nur über mehrere Etatjahre laufen. Die Mittel müssten aus den Einnahmeüberschüssen des Verwaltungshaushalts kommen. Größte Einnahmequelle sei mit 2,3 Millionen Euro die Gewerbesteuer. Darauf und auf die weitere Vermarktung des Gewerbegebiets zum Schuldenabbau setzt Kiener auch in den nächsten Jahren. Wobei klar sein müsse: Für den Hallenbau gebe es keine Zuschüsse. Den Unterhalt müsse der Markt bestreiten. Nutzungsgebühren werden ein Thema sein. Doch eine Einfachmehrzweckhalle (25 mal 15 Meter), die ersten Schätzungen nach bei 2 bis 2,5 Millionen Euro liege, sei keine Lösung, mit der man das breite Sport- und Kulturangebot der Kommune aufrechterhalten könne.

Jugendheim "Ergänzung"


Noch ein Wort zum Jugendheim: Wenn der Erwerb für einen Euro möglich sei und die Sanierung mit EU-Mitteln gefördert werde, hätte man wieder einen Anlaufpunkt für Theaterverein und Kegler. "Das ist keine Konkurrenz zur Mehrzweckhalle, lediglich eine Ergänzung".

Beim "Baustellentermin" gab es ein überraschendes Statement, das die Standortfrage neu aufwarf. Tobias Wich (TSV Tennis) konnte nicht nachvollziehen, warum die Mehrzweckhalle in den Wald gebaut und nicht wenige Meter entfernt bei der alten TSV-Halle - dann ein Leerstand - realisiert werde. CSU-Fraktionssprecher Konrad Kiener verwies auf das Altlastenkataster, das eine maßgebliche Rolle gespielt habe, warum der Markt einem möglichen Hallenkauf von Pilkington - Eigentümer der Halle - nicht näher getreten sei.

Für Überraschung sorgte dann TSV-Detag-Vorsitzender Josef Knorr: Demnach "steht Pilkington zu seinen Altlasten", wenn das Gelände weiter für den Sport genutzt und keine Nutzungsänderung in ein Wohn- oder Gewerbegebiet vorgenommen werde. Wird damit die Standortfrage neu aufgeworfen? "Wir sind offen für alle Gespräche", betonte Kiener. "Ich denke, dass wir über den Standort diskutieren können", so CSU-Ortsvorsitzender Dieter Rosenberg, "wenn es ein akzeptables Angebot zu den Altlasten geben sollte". Er bezog sich auf das Altlastenkataster, wonach "beim ersten Spatenstich ein Finanzvolumen entstehen könnte, das keiner mehr bewältigen würde". Markträtin Maria Schlögl forderte eine klare Aussage: "Was heißt Nutzungsänderung? Das müsste im Detail definiert werden".

Ein andere Variante brachte Alois Kiendl (Sparte Leichtathletik) ins Spiel: Könnte man nicht die Halle der Schule in die daneben geplante Mehrzweckhalle integrieren? Dagegen sprächen laut Kiener enorme Umbau- und Brandschutzkosten.

Michael Birner (Sparte Leichtathletik) machte eine generelle Rechnung auf, die für die große und gegen die kleine Lösung spreche: Die Kosten für den umbauten Raum, die seiner Berechnung nach 620 für die große und 1130 Euro für die kleine Variante betragen. Er bedauerte, dass die Markträte ihre Entscheidung nicht entschiedener vertreten hätten und das Risiko eines Bürgerbegehrens eingehen. Dem widersprach Marktrat Josef Wiesent: Wenn das Gremium das Ratsbegehren nicht zugelassen hätte, wären schon weitere Schritte angekündigt gewesen. Der Bürgerentscheid wäre dann nur später gekommen und hätte das Projekt Mehrzweckhalle weiter verzögert.

Von den Diskussionsteilnehmern wurde auch die Frage nach der Ausstattung für kulturelle Veranstaltungen, nach der Bestuhlung, gestellt. Darüber hat der Marktrat noch nicht beraten, so Konrad Kiener. Doch dann brauche man auch jemanden, der das Ganze schultere. Und "wenn man mehr will, muss man auch mehr Geld in die Hand nehmen".
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