Süd-Ost-Link
Kabel quer durch den Landkreis

Mitarbeiter von Tennet erläuterten beim "Info-Markt" den möglichen Verlauf der Erdkabel, mit denen Gleichstrom durch den Landkreis Schwandorf in Richtung Landshut geleitet wird. Bild: Dobler
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
20.10.2016
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Auf gute Resonanz stieß am Mittwochnachmittag das Info-Angebot des Unternehmens Tennet, das eine unterirdische Gleichstromtrasse durch das östliche Bayern verlegen will. Es waren überwiegend Landwirte vertreten, die das Gespräch suchten. Und sie hatten einige Fragen dabei.

Die Veranstaltung im Saal des Gasthauses Born in Kettnitzmühle nannte sich "Infomarkt" - es war einer von 14 derartigen Märkten zwischen Hof im Norden Bayerns und Essenbach im Landkreis Landshut. Die Serie hat am 10. Oktober begonnen und endet am 29. Oktober - die Veranstaltung in Wernberg-Köblitz markierte also eine Art Halbzeit.

"Gespräch suchen"


Mit seinem Süd-Ost-Link will Tennet das Netz unterirdisch als Erdkabel entlang einer 580 Kilometer langen Trasse leiten. Überlegungen, wie die möglichen Nord-Süd-Korridore verlaufen könnten, legte das Unternehmen bereits Ende September vor.

Betroffen davon ist auch die mittlere Oberpfalz, nicht zuletzt der Landkreis Schwandorf. "Das sind bisher aber nur Pläne", informierte Tennet-Mitarbeiter René Queren. Bis zum Frühjahr 2017 sollen die Verlaufsoptionen mit Kommunalpolitikern, Anwohnern und Interessensverbänden diskutiert werden. Das Genehmigungsverfahren kann erst danach eröffnet werden. "Uns ist es wichtig, frühzeitig und transparent zu informieren. Die lokalen und regionalen Informationen der Menschen vor Ort können helfen, die Planung zu optimieren." Diese Aussage von Lex Hartman, einem Mitglied der Geschäftsführung der Tennet GmbH, liegt den Veranstaltungen zugrunde.

Probleme benannt


Bürgermeister Georg Butz, der ebenfalls - und in dieser Sache nicht zum ersten Mal - die Gelegenheit zur Information wahrnahm, wies auf die zwei Varianten hin, wie die Erdkabel an Wernberg-Köblitz vorbeigeleitet werden könnten - westlich und östlich des Orts. "Die Westtrasse würde sich am Verlauf der Hochspannungsleitung orientieren." Das konnte man den ausgelegten Plänen entnehmen. Keiner der Orte entlang der Naab würde direkt vom Leitungsbau betroffen sein. "Wir meiden geschlossene Siedlungsbereiche", erläuterte René Queren.

Es waren nicht nur Menschen aus dem Landkreis Schwandorf da. Andreas Gruber zum Beispiel ist ein Landwirt, der aus dem kleinen Ort Lückenrieth bei Leuchtenberg stammt. "An meinem Hof läuft schon die 110-KV-Leitung vorbei", sagte er, "wenn es jetzt noch das Erdkabel kommt, wird es Probleme geben, wenn ich einen neuen Stall bauen möchte". Austragsbauer Georg Meindl aus Preppach unweit von Trausnitz warf ein, dass ein Graben durch den Wald keine Wiederaufforstung erlaube. "Und wenn sie auf der Wiese arbeiten, kann es passieren, dass sie die Drainage zerstören und wir es erst in ein, zwei Jahren merken." Trotz dieser Anmerkungen hatten aber die beiden, wie die meisten anderen auch, "keine Bedenken", was die Maßnahme als solche anbelangt. Rentner Johann Beierl aus Unterköblitz gab auf Nachfrage an, er habe sich eher einen Vortrag gewünscht als die Gesprächsrunden, aus denen der Info-Markt bestand.

Morgen in Schwandorf


Vorschläge und Ideen können Interessierte noch bei den Bürgerbeteiligungen am heutigen Donnerstag in Hirschau im Josefshaus (Rathausplatz 1) und am morgigen Freitag, 21. Oktober, in Schwandorf in der Oberpfalzhalle, jeweils von 15 bis 20 Uhr einbringen.
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