Töpfermeister Franz Keck verstorben
Meister der Formen und Linien

Verstorben: Franz Keck.
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
20.05.2016
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Sein Handwerk und sein Lebensmittelpunkt Wernberg-Köblitz lagen ihm am Herzen. Dafür engagierte sich Franz Keck, der am Mittwoch im Alter von 77 Jahren verstorben ist. In vielen Familien werden die Keramikarbeiten des kreativen Töpfermeisters weiter an ihn erinnern.

Franz Keck stammte aus dem Böhmerwald und war mit seiner Familie 1946 nach Neunaigen gezogen. Gerne erzählte er, wie er seinen Traumberuf fand. Als in der Schule von der Erschaffung des Menschen im Alten Testament gesprochen wurde, war er so fasziniert, dass er sich selbst daran versuchte, Gestalten aus Lehm zu formen. Diese Begeisterung ließ ihn nicht mehr los. Keck wurde Töpfer, machte sich Mitte der 60er Jahre selbstständig und betrieb seine Werkstatt in der Heidestraße. Krüge, Tassen, Teller und Schalen entstanden unter seinen geschickten Händen - oft nach alten, überlieferten Formen. Wer zu ihm kam, traf auf einen angenehmen, unterhaltsamen Gesprächspartner. Den schätzte auch die Prominenz: Unter den Gästen befanden sich sogar Franz Josef Strauß und Alfons Goppel.

Kecks Kunden saßen nicht nur in der Region. Die Unikate wurden nach Afrika, Neuseeland und Amerika verkauft. Eines seiner Produkte war wohl weltweit zu sehen. Eine getöpferte Obstschale mit Kecks unverwechselbarem Preiselbeermuster tauchte im ersten "Harry-Potter"-Film auf.

Gerne griff Franz Keck zum Skizzenblock, porträtierte und modellierte viele Wernberger Charakterköpfe. Neben seinem Handwerk und der Familie engagierte sich der Vater von zwei Kindern auch für die Marktgemeinde. Von 1984 bis 1996 sowie von 1999 bis 2002 gehörte er als Vertreter der CSU-Fraktion dem Marktrat an. Dafür wurde ihm der Ehrenteller des Marktes Wernberg-Köblitz verliehen.
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