Tötungsdelikt in Wernberg-Köblitz
Was wird nach der Tat aus den Kindern?

Am Montag waren die Ermittler der Kripo zur Spurensicherung am Tatort. (Foto: Wolfgang Steinbacher)
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Wernberg-Köblitz
22.03.2016
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Wernberg-Köblitz. (cv) Zwei kleine Kinder haben bei der blutigen Familientragödie am Sonntagabend in Unterköblitz ihre Mutter verloren. Wie sieht ihre Zukunft aus?

"Vertreter des Kreisjugendamtes sind vor Ort", sagt der Sprecher des Landratsamtes, Hans Prechtl. Er bittet um Verständnis, dass die Behörde zum Schutz der Kinder keine Details nenne. Wenn ein Elternteil ausfalle, sei der andere Elternteil alleiniger Sorgerechtsinhaber, beschreibt er das übliche Prozedere. Doch es verstehe sich selbstredend, dass der derzeit in U-Haft sitzende, 48-jährige Vater der Kinder sein Erziehungsrecht nicht ausüben kann. Das Jugendamt beantrage dann die Bestellung eines Vormunds. Im Fall der Wernberger Kinder führt man mit Verwandten erste Gespräche.

Die Großeltern väterlicherseits wohnen im Erdgeschoss des Hauses in der Blütenstraße. Laut Ermittlungsstand hatte dort ein 48-Jähriger seine 17 Jahre jüngere Frau mit einem Küchenmesser tödlich verletzt. Die Kinder - ein sechsjähriger Bub und ein elf Monate altes Mädchen - seien fürs Erste bei den Großeltern in guten Händen, so Prechtl. Es werde versucht, eine familiäre Betreuung zu organisieren. Derzeit laufen entsprechende Gespräche, müsse auch die Eignung geprüft werden. Falls die Kinder nicht auf Dauer bei den über 80-jährigen Großeltern untergebracht werden können, wäre es sinnvoll, sie in die Obhut einer ausgebildeten Pflegefamilie zu geben. "Doch das ist alles ergebnisoffen", betont Prechtl. Prinzipiell sei einer familiären Betreuung der Vorzug zu geben, doch es gebe viele Aspekte zu berücksichtigen. Einer davon ist, dass die Kinder dann auch in der Umgebung des Tatorts aufwachsen würden. Man müsse sich der gesamten Problemsituation bewusst sein.

Die Kripo ermittelt weiter zu dem Umständen der Tat und ihrem Ablauf. War das Motiv des Streits eine mögliche Trennungsabsicht der aus Thailand stammenden Ehefrau? Leitender Oberstaatsanwalt Joachim Diesch möchte diese Spekulation ebenso wie das Polizeipräsidium nicht kommentieren. Das Motiv liege im "persönlichen Bereich".
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