Tragisches Ende eines Streits
Tödliche Stiche mit Küchenmesser

Auch am Montag ging die Spurensicherung der Kripo am Tatort in der Blütenstraße weiter. Bild: Steinbacher
Vermischtes
Wernberg-Köblitz
22.03.2016
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Dritter Bürgermeister Georg Schlögl ist bestürzt über die "menschliche Tragödie". Bild: Völkl

Die Nachbarn sind bestürzt, fassungslos. In der Blütenstraße in Unterköblitz hat sich eine menschliche Tragödie ereignet: Ein 48-jähriger Familienvater tötete offenbar im Streit seine Ehefrau (31). Inzwischen ist gegen den Mann Haftbefehl wegen Mordverdachts erlassen worden.

"Unfassbar", meint Dritter Bürgermeister Georg Schlögl, der am Montagvormittag zum Gratulieren ins Nachbarhaus geht. Josef Kappl feiert dort seinen 80. Geburtstag. Die Gäste sind bedrückt, niedergeschlagen. Sie können es immer noch nicht fassen, was nur einige Meter weiter geschehen ist. Katharina Kappl schildert, wie am Sonntagabend Polizei, Feuerwehr und ein Großaufgebot an Rettungskräften eintrafen. Laut Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz war es am Sonntagabend gegen 18.20 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen den Eheleuten gekommen. Die verständigten Einsatzkräfte fanden die 31-jährige Ehefrau mit mehreren Stichverletzungen auf dem Spitzboden des Zweifamilienhauses. Trotz der sofortigen Versorgung durch Notarzt und Rettungsdienst verstarb die zweifache Mutter.

Haftbefehl erlassen


Die Polizei konnte den 48-jährigen Ehemann widerstandslos festnehmen. Weitere Beamte der Kriminalpolizei, das Kommissariat K1, zuständig für Tötungsdelikte, und das Kommissariat K7, Spurensicherung, übernahmen noch am Abend die Ermittlungen. Auch die Staatsanwaltschaft war am Tatort.

Eine Obduktion, die am Montagnachmittag am gerichtsmedizinischen Institut der Universität Erlangen vorgenommen wurde, zeigte laut Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberpfalz, dass mehrere Stichverletzungen für den Tod der 31-Jährigen todesursächlich waren. Nach derzeitigem Ermittlungsstand handelt es sich bei der Tatwaffe um ein haushaltsübliches Küchenmesser. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht in Amberg erließ am Montagmittag gegen den 48-jährigen Ehemann Haftbefehl wegen Mordverdachts.

In dem Zweifamilienhaus in Unterköblitz wohnte das Ehepaar mit seinen beiden Kindern, sechs Jahre und elf Monate alt, in der Wohnung im ersten Stock sowie die Eltern des Mannes im Erdgeschoss. Um die Angehörigen kümmerten sich bereits am Abend der Tat Mitarbeiter der Krisenintervention. Am Montag befanden sich die Kinder in der Obhut der Großeltern, die von weiteren Familienmitgliedern Unterstützung erfahren. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse geht die Polizei davon aus, dass die Kinder des Ehepaares, die im Wohnhaus anwesend waren, die Tat nicht unmittelbar beobachten konnten, da sie sich in einem anderen Stockwerk aufgehalten haben.

"Im persönlichen Bereich"


"Angaben zu den Aussagen des Tatverdächtigen werden nicht gemacht", erklärte der Pressesprecher des Präsidiums Oberpfalz. Das Tatmotiv liege im persönlichen Bereich. In der Wohnsiedlung ist man geschockt. Katharina Kappl bezeichnet den 48-Jährigen als "hilfsbereiten Mann", und auch im Freundeskreis wird er als liebevoller Vater geschildert. Er und seine 31-jährige thailändische Ehefrau pflegten soziale Kontakte, hatten einen Bekanntenkreis. Hier wird der 48-jährige als "solider, lustiger Mensch" geschildert, den man auch auf dem Fußballplatz traf. Was den 48-Jährigen zu seiner Tat bewegt hat - keiner kann es verstehen. "Wir wissen nicht, was passiert ist", so Dritter Bürgermeister Georg Schlögl. Für ihn ist es eine "menschliche Tragödie". Kurzschlusshandlung, Blackout - "etwas Schlimmeres kann einer Familie nicht passieren", hieß es.
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